TV-Rezension: Star Wars Rebels 3×15: „Das Dunkelschwert“

Nachdem die Rebellen in der vorigen Folge von einem zunächst harmlos erscheinenden imperialen Kampfdroiden angegriffen wurden, greift die Folge „Das Dunkelschwert“ (Original: „Trials of the Darksaber“) wieder den mandalorianischen Handlungsstrang auf. Wie der Titel schon sagt, geht es um das legendäre Dunkelschwert aus The Clone Wars, das sich seit der Folge „Visions and Voices“ im Besitz der Ghost-Crew befindet.

Sabine muss ihre neue Rolle in<em>Trials of the Darksaber</em> akzeptieren und annehmen.

Sabine muss ihre neue Rolle in Trials of the Darksaber akzeptieren und annehmen.

Wie sich herausstellt, handelt es sich beim Dunkelschwert um die Waffe eines Kriegers namens Tar Vizsla, der vor langer Zeit als erster Mandalorianer in den Jedi-Orden aufgenommen wurde. Das Haus Vizsla vereinigte nach seinem Tod mit Hilfe des Dunkelschwerts Mandalore hinter sich. Auch Sabine kennt die symbolische Kraft des Schwerts, fürchtet sich jedoch davor, das Erbe anzutreten. Als Fenn Rau und Kanan sie dazu drängen, das Dunkelschwert zu nutzen, um der Rebellion die Hilfe der Mandalorianer zu sichern, widersetzt sich Sabine zunächst. Beim Schwerttraining mit Kanan und Ezra muss Sabine lernen, mit ihrer Vergangenheit und dem Bruch mit ihrer Familie klarzukommen. Nur dann kann sie ihre neue Aufgabe wirklich annehmen und das Darksaber kontrollieren…

Schon in den ersten paar Sekunden merkt man, dass diese Folge anders ist. Kein hektisch wirkendes direktes Reinspringen in eine Besprechnungsszene. Keine knappen Erklärungen, um mal wieder irgendeine Filler-Mission zu rechtfertigen. Nein, es gibt seit langer Zeit zum ersten Mal wieder wahrnehmbare Musik, die dazu genutzt wird, die nachdenkliche und etwas traurige Stimmung der Folge zu etablieren. Sofort merken wir als Zuschauer: Heute geht es wirklich um etwas, das unsere Figuren im Innersten bewegt.

Sabine trainiert mit Kanan in <em>Trials of the Darksaber</em>.

Sabine trainiert mit Kanan in Trials of the Darksaber.

Und die Eröffnungsszene verspricht nicht zu viel: Tatsächlich begleiten wir Sabine dabei, wie sie ihre Vergangenheit bewältigt. Dass ihre Familie sie als Verräterin ansieht, lässt die junge Mandalorianerin nicht kalt und nagt immer noch an ihr, sodass ihr das Selbstbewusstsein fehlt, um das Dunkelschwert zu führen. Die emotionale Entwicklung, die Sabine im Laufe der Folge durchmacht, spiegelt sich in ihrem Verhalten im Kampf mit den Trainingsstöcken und später mit dem Dunkelschwert wider: Zunächst verliert sie sang- und klanglos gegen Ezra; am Ende schafft sie es, Kanan zu besiegen. Solche Momente, in denen Lichschwertkämpfe der Spiegel der Seele der Figuren sind, sind für mich die Essenz von Star Wars und schaffen es immer wieder, mich mitzureißen. Hier hat Rebels einfach alles richtig gemacht.

Aber auch Kanan hat einen starken Auftritt in „Das Dunkelschwert“. Seine kühl-überlegene Art, mit der er Sabine begegnet, um sie herauszufordern und auf die Palme zu bringen, steht ihm ziemlich gut. Wieder einmal bin ich beeindruckt, mit welchem Selbstbewusstsein und welcher Sicherheit Kanan hier die Rolle des Lehrers für Sabine ausfüllt, wo er zu Beginn von Staffel 1 noch so verunsichert und zögerlich war, was Ezras Ausbildung anging. Jetzt ist Kanan wirklich ein würdiger Meister. Er versteht auch, dass er mit Sabine als zweifelnder Schülerin anders umgehen muss als mit dem übermotivierten Ezra.

Die Rebellen schwören Sabine in <em>Trials of the Darksaber</em> die Treue.

Die Rebellen schwören Sabine in Trials of the Darksaber die Treue.

Auch grafisch ist die Folge sehr liebevoll gestaltet. Besonders gut gefallen hat mir hier die Animation der Geschichte des Dunkelschwerts, welche nur in Form von Schattenrissen erzählt wird, um zu zeigen, dass es sich hierbei um einen Rückblick in die Geschichte handelt.

Die letzte Szene, in welcher Ezra, Kanan und Fenn Rau vor Sabine knien, um ihr die Treue zu schwören, hat echtes Gänsehautpotential. Obwohl ich kein Mando-Fan bin, bin ich jetzt schon gespannt wie es mit Sabine und dem mandalorianischern „Excalibur“ weitergehen wird und vor allem auch, was wir noch über ihre Vergangenheit erfahren werden. Die Andeutung, dass sie schreckliche Waffen für das Imperium gebaut hat, könnte noch Zündstoff für den weiteren Verlauf der Staffel darstellen. Nicht umsonst war es vielleicht Sabine, die in „Die Rückkehr nach Geonosis“ die Kanister der imperialen Waffenabteilung erkannte…

Für eine sehr gelungene figurenzentrierte Folge gebe ich jedenfalls die volle Anzahl von fünf Holocrons.

Der Rezensent vergibt 5 von 5 Holocrons!

Der Rezensent vergibt 5 von 5 Holocrons!

Hier könnt ihr euch nochmals die Rebels Recon zur Folge ansehen:

Hat euch „Das Dunkelschwert“ auch überzeugt?

Über den Autor

Ines

Ines
Ines bildet im echten Leben zahlreiche Padawan-Schüler an einem Gymnasium in den Fächern Englisch und Deutsch aus. Star Wars konsumiert sie am allerliebsten in Romanform und hat sich zum Ziel gesetzt, sämtliche Romane des Kanons zu lesen. Bereits jetzt ist sie begeistertes Claudia-Gray-Fangirl.

3 Kommentare

  1. brickraster

    Mein Favorit der gesamten Staffel, vielleicht sogar der gesamten Serie. Und das, obwohl mir der Mando-Arc zu Beginn nicht gefallen hatte.
    Sabines Monolog ist einfach eine der intensivsten Szenen der Serie und ich finde, diese Folge war auch ein Wendepunk.

    Bleiben wir gespannt, wie es weiter geht…

    BTW: Wo bleibt mein Sabine YA-Novel? Claudia Gray? Lucasfilm? Anyone?

    1. InesInes(Autor des Beitrags)

      Ein Sabine-Roman von Claudia Gray wäre der Knaller! Das würde der Figur richtig Tiefe verleihen und CG könnte es vielleicht sogar noch hinkriegen, mit ihrer genialen Beschreibung von Kulturen alle zu versöhnen, die sich um die richtige Darstellung der Mandos streiten. 🙂

  2. tarkin

    Eine wirklich sehr starke Folge, die nahezu alles richtig macht. Zwar gibts ein paar Kleinigkeiten die stören, die trüben aber kaum den Gesamteindruck.

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