Rezension: Star Wars Comic-Kollektion, Band 2: Episode IV: Eine neue Hoffnung

Willkommen zur zweiten Ausgabe der Rezensionsreihe zur Star Wars Comic-Kollektion von Panini. Band 2 ist die neu kolorierte Ausgabe der Comicadaption von Marvel zu Star Wars: Episode IV Eine neue Hoffnung aus den 70ern.

Der Comic

Der 1977 bei Marvel erschienene, aus sechs Teilen bestehende, Comic war der Beginn einer Reihe von, aus heutiger Sicht, teilweise sehr ungewöhnlich kolorierter Comics im Star Wars-Universum. Diese außergewöhnlichen Zeichnungen führten sogar dazu, das einige Fans beim Wechsel der Star Wars-Comiclizenz von Dark Horse zurück zu Marvel bezweifelten, dass Marvel den Comic-Standard, den Dark Horse bei Star Wars-Comics vorgelegt hatte, weiterhin so hoch halten könne. Marvel verstand aber sofort, wie sie die alten und neuen Comics miteinander verbinden können. Sie legten die klassischen Adaptionen von Eine neue Hoffnung, Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter 2015 neu koloriert auf.

Die Comics wurden dann ca. 1978 später auch für den deutschen Markt übersetzt. Die Lizenz dafür hatte zu diesem Zeitpunkt der Williams-Verlag. In diesen Ausgaben ist die Übersetzung etwas ungewohnt für heutige Verhältnisse, denn ein Lichtschwert hieß damals noch Lichtsäbel. Dies hat Panini aber bereits mit der Ausgabe in den Star Wars Classics-Bänden behoben. Jene Übersetzung war auch die Grundlage für diesen Band.

Star Wars Comic-Kollektion, Band 2: Episode IV: Eine neue Hoffnung - Vorschauseite
Vorschauseite

Somit haben wir mit diesem Band nicht nur eine farblich überarbeitete Version, sondern auch der Text ist im Vergleich zum Original vom Williams-Verlag überarbeitet worden. Dieser Band trägt nicht das Legends-Banner, da er einen der Filme adaptiert, und gehört daher implizit zum Kanon, was zur Diskussion anregt. Man sollte dann ja eigentlich keine Widersprüche zu den Filmen erwarten, doch natürlich sind diese gegeben. Jabba der Hutte ist da ein sehr gutes Beispiel. Im „Making of“ der Special Edition konnte man sehen, dass Jabba von einem Mann (Declan Mulholland) gespielt wurde. Dadurch hat Jabba im Comic einen humanoiden grünhäutigen Körper, den man nicht durch eine Zeichnung des in Die Rückkehr der Jedi-Ritter etablierten Jabba ersetzt hat. Einige Figuren haben noch nicht das Aussehen aus dem Film und wirken dadurch etwas fehl am Platz. Ich würde dieses Werk eher in das Legends-Regal stellen, so wie es in unserer Datenbank der Fall ist, aber das ist tatsächlich kein Kritikpunkt am Werk selbst. Wenn man weiß, dass der Comic mit dem Drehbuch von George Lucas und Konzeptzeichnungen von Ralph McQuarrie als Vorlage entstanden ist, versteht man, dass es zu diesen Unstimmigkeiten kommen musste. Die Droiden, Darth Vader und die Sturmtruppler erinnern sehr stark an die Zeichnungen von Ralph McQuarrie. Han Solo und Luke Sykwalker haben auch nicht das Konterfei von Harrison Ford und Mark Hamill, und Chewbacca erinnert mich eher an einen wütenden Bären als an den lieben und treuen Kumpanen von Han Solo.

Natürlich hat es auch etwas Gutes, dass das Drehbuch zur Umsetzung an Marvel gegangen ist. Dadurch sind in diesem Comic auch Szenen enthalten, die in der fertigen Version dem Schneidetisch zum Opfer gefallen sind. So zum Beispiel auch die Szene mit Biggs Darklightner in Anchorhead.

Der Vergleich der Farben darf in meiner Rezension natürlich nicht fehlen. Da ich auch den ersten Classics-Band Acht gegen eine Welt! mein eigen nennen kann, konnte ich die Farben direkt vergleichen. Die Farbwahl ist der von Marvel beauftragten Firma SotoColors unter der Leitung von Chris Sotomayor sehr gut gelungen. Wir haben jetzt einen schwarzen Darth Vader statt eines grünen und alle Farben wirken viel natürlicher. Chewbacca wirkt mehr wie er selbst und auch die Hintergründe erinnern mehr an die Farbgebungen aus dem Film.

Um euch selbst ein Bild des Comics zu machen könnt ihr euch hier eine Leseprobe ansehen:

Das Bonusmaterial

Auch hier haben wir wieder wie in Band 1 von italienischen Panini-Redakteuren geschriebene Texte, die ein paar Informationen zum Film und zum Comic und ein paar kleine Anekdoten zu Star Wars enthalten. Das Besondere an diesem Band ist die Cover-Galerie, die auf 18 Seiten nicht nur die Cover der Einzelhefte aus dem Jahr 1977 zeigt, sonder bis zu den Sammelbänden von Dark Horse Comics aus dem Jahr 1994 reicht.

Der Band

Mit einem Preis von 8,99 € ist dieses Hardcover noch sehr günstig. Die Extras sind durch die Cover-Galerie in diesem Band überzeugender als im Vorgänger und der Comic ist hervorragend überarbeitet. Von mir erhält der zweite Band der Comic-Kollektion schlussendlich 4 von 5 Holocrons, da das Bonusmaterial noch ein wenig ausbaufähig ist und die klassische Comicfassung trotz neuer Kolorierung nach wie vor nicht ganz stimmig mit dem Film ist. Dennoch aber eine absolute Kaufempfehlung für eine gelungene Umsetzung des besten Films aller Zeiten als Comic.

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Am Freitag erscheint dann der nächste Band in der Kollektion es geht dann mit Star Wars Comic-Kollektion, Band 3: Darth Vader und das Geistergefängnis weiter. Eine Rezension jenes Bandes folgt bald.

Weitere Infos zur Kollektion findet ihr in dieser Meldung, in unserer Datenbank und auf der offiziellen Seite zur Kollektion von Panini.

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