Rezension: Das Erbe der Jedi-Ritter 14: Wege des Schicksals von Walter Jon Williams

Das Erbe der Jedi-Ritter 14: Wege des Schicksals (2014, Paperback)
Das Erbe der Jedi-Ritter 14: Wege des Schicksals (2014, Taschenbuch)

Das 14. Buch der Das Erbe der Jedi-Ritter-Reihe nennt sich Wege des Schicksals. Eine relativ genaue Übersetzung des englischen Titels Destiny’s Way, welches im Oktober 2002 bei Del Rey veröffentlicht wurde. Geschrieben wurde das gute Stück von Walter Jon Williams, der damit seinen ersten Beitrag zur Reihe leistet. Dieser 14. Band erschien zunächst als Hardcover und später erst als Taschenbuch. Die Übersetzung von Regina Winter erschien am 14.08.2006 direkt als Taschenbuch bei Blanvalet. Das Cover von Cliff Nielsen wurde für die deutsche Version nicht angepasst und zeigt groß Luke Skywalkers Kopf. Auch der Oberlord der Yuuzhan-Vong, Shimrra Jamaane, ist abgebildet. Über ihm fliegen einige X-Flügler, wahrscheinlich die Zwillingssonnenstaffel unter Jaina Solo, da ihr Bruder Jacen mit erhobenem, aber fälschlicher Weise blauem Lichtschwert im Zentrum des Covers zu sehen ist.

Die deutsche Version des Buches enthält noch den Kurzroman Ylesia, der zwischen den Kapiteln 21 und 22 dieses Buches spielt und als „Das Erbe der Jedi-Ritter 14,5“ eine eigene Rezension bekommen wird. In der englischsprachigen Welt erschien Ylesia in The Joiner King, dem ersten Roman der Dunkles Nest-Trilogie, nachdem die Novelle zuerst digital veröffentlicht worden war.

Wir befinden uns inzwischen im Jahr 28 NSY und der Yuuzhan-Vong-Krieg ist in vollem Gange. Jacen Solo wurde von mehreren mächtigen Personen gespürt und als lebend identifiziert. Die Jedi Vergere befindet sich bei ihm und sie befinden sich auf den Weg in die Neue Republik. In dieser geht grade der Wahlkampf los. Nachdem der Quarren Pwoe sich unrechtmäßig zum Staatschef erklärt hat, werden nun echte Kandidaten ausgewählt und gewählt. Allen voran Fyor Rodan, der in den Jedi eine Gefahr sieht, und Cal Omas, der für einen neuen Jedi-Rat ist.

The New Jedi Order 14: Destiny's Way (2002, Hardcover)
The New Jedi Order 14: Destiny’s Way (2002, Hardcover)

Auf Coruscant bemerken die Yuuzhan Vong indes einen gewaltigen Juckreiz, der von der Gestalterin Nem Yin relativ schnell als Produkt des Welthirns identifiziert wird. Selbstverständlich bleibt das nicht ohne Konsequenzen für die restlichen Gestalter, da der Juckreiz auch den Höchsten Oberlord befallen hat. Dieser und sein Intimus Onimi, der auf mich einen relativ überheblichen Eindruck macht und dessen Einfluss Shimrra offensichtlich nicht auffällt, befürworten nach einer Yuuzhan-Vong-Vollversammlung letztlich Nom Anors und Tsavong Lahs Plan, eine Entscheidungsschlacht herbeizuführen.

Auch auf der Gegenseite ist man auf diese Idee gekommen und hat den ebenso genialen wie auch alten Admiral Ackbar für diesen Plan gewinnen können. Auch die meisten anderen Hauptcharaktere der Reihe haben in Wege des Schicksals mehr oder weniger wichtige Rollen zugewiesen bekommen, sodass das Buch auch relativ dick geworden ist. Leider werden dadurch auch die Kapitel extrem lang. Das längste hat eine Stärke von gut und gerne 70 Seiten, was auf der einen Seite zwar zu einem ununterbrochenem Lesefluss führt, auf der anderen Seite jedoch auch extreme Konzentration erfordert, wenn man immer demselben Handlungsstrang folgt. Dann lieber zwei Kapitel daraus machen.

Auch finde ich, dass es diesem Roman gerade zu Beginn wieder an Schwung fehlt. Es werden zu viele Dinge aus den vorigen Bänden wiederholt, als dass man die ersten Kapitel wirklich genießen könnte, und statt sich im Folgenden auf die vorigen Romane zu beziehen, werden Ereignisse noch einmal ausführlich beschrieben. Für die Leser, die lediglich die amerikanischen Hardcover gelesen haben oder lesen, mag dies ein Vorteil sein, für alle anderen jedoch ist es einfach nur verschwendete Tinte auf zu vielen Seiten, die auch sinnvoller hätte gefüllt werden können. Zu kurz gekommen ist zum Beispiel Nem Yins Füllung des achten Kortex und auch Danni Quee kommt nur vor, um sie einmal erwähnt zu haben, obwohl ihr Charakter gerade in dieser Situation viel größeres Potenzial gehabt hätte – was selbst Jaina auffällt, den Autor jedoch an irgendeiner Stelle kalt gelassen hat. Ich bin mir nämlich bis zu einem gewissen Grad sicher, dass Danni noch innerhalb der Reihe stirbt, was auf Jacen noch einen größeren Einfluss haben könnte, und es wäre viel interessanter, zu sehen, was sich aus den beiden entwickelt, als noch einmal erzählt zu bekommen, was Jaina auf Hapes erlebt hat.

Was hingegen gut gelungen ist, sind die restlichen Darstellungen. Die Überlebenden der Myrkr-Mission werden zu Rittern ernannt und Luke redet einfach so vor sich hin, ohne das überhaupt gewollt zu haben. Das Schwert der Jedi ist geboren. Auch Han Solos Holo-Nachricht an Jacen fand ich extrem lustig, einfach weil sie so gut zu Han passt.

Als großer Fan von Treueschwur und Einsame Entscheidungen mochte ich auch Maras Spionageaktionen und hoffe auf weitere in den nächsten Romanen.

Um noch einmal auf Vergeres Analogie zu Vergil einzugehen, so bin ich mir nicht sicher, wie es Vergil nach dem Verlassen der Hölle ergangen ist, doch wird er im Paradies durch Dantes einzige große Liebe ersetzt. Da dies bisher nicht geschehen ist, werden wir wohl in einem der nächsten Romane auf Jacens große Liebe treffeen, sollte man sich weiterhin an der Göttlichen Komödie orientiert haben.

Wegen der großen Startschwierigkeiten und den ständigen Wiederholungen bekommt Wege des Schicksals ein Holocron abgezogen und somit insgesamt vier von fünf Holocrons von mir.

Der Rezensent vergibt 4 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 4 von 5 Holocrons!

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