Rezension: Prinzessin Leia von Mark Waid & Terry Dodson

Prinzessin Leia (12.10.2015)
Prinzessin Leia (Softcover) (12.10.2015)
Heute veröffentlicht Panini offiziell den ersten Kanon-Sonderband aus dem Hause Marvel – erstmals ohne Nummerierung oder Sonderband-Aufschrift. Der Titel lautet schlicht und einfach Prinzessin Leia. Das Skript stammt von Mark Waid, die Zeichnungen von Terry und Rachel Dodson, die Farben von Jordie Bellaire. Die Übersetzung stammt von Michael Nagula, der damit weiterhin das Monopol auf die Übersetzungen der Kanon-Comics behält. Der Band enthält die komplette US-Heftreihe Princess Leia. Das Cover ist das von Princess Leia #1 und zeigt – oh Wunder – Prinzessin Leia in weißem Overall, mit beiger, offener Weste und gleichfarbigen Handschuhen. Zudem hält sie in der einen Hand einen Pilotenhelm der Rebellion, in der anderen einen Blaster. Die Pose erinnert mich bei näherer Betrachtung an die Kotobukiya-Figur von Jaina Solo. Anhand der Covergalerie erkennt man, dass der Comic zum Star WarsComic-Tag, in dem ein Ausschnitt dieses Comic gezeigt wurde, mit dem Cover von Princess Leia #4 geziert war. Dieses Motiv ist auch auf der Hardcover-Variantausgabe des Sonderbands zu sehen.

Bevor wir zum eigentlichen Comic kommen, möchte ich die Leute unter uns aufklären, die noch nicht allzu lange Star Wars lesen. Im heutigen Legends-Bereich gibt es eine Figur, die Winter genannt wird. Sie ist Mitglied des alderaanischen Hofstaates und der Familie Organa, sowie eine Jugendfreundin von Leia. Sie ist hochbegabt und hat ein eidetisches Gedächtnis. Ihre Figur wird als schön beschrieben und sie hat weiße Haare. Mehr Infos zu ihr findet ihr bei den Kollegen der jedipedia.net.

Prinzessin Leia setzt noch während Eine neue Hoffnung an und beschreibt die Siegeszeremonie am Ende noch einmal genauer. Wenn man den Comic also mit allen anderen Veröffentlichungen chronologisch sortiert ins Regal stellen möchte, steht er vor Star Wars #1 – Skywalker schlägt zu!. Wir treffen also auf Luke, Han, Chewbacca, R2-D2, C-3PO und natürlich auch Prinzessin Leia. Nach der Zeremonie beschwert diese sich bei Admiral Ackbar und General Dodonna, dass sie zu wenig zu tun hat, woraufhin diese lediglich auf das außerordentlich hohe Kopfgeld verweisen, welches auf Leia ausgesetzt ist. Frustriert läuft diese also durch die Basis auf Yavin 4 und trifft dabei auf Winter – äh, pardon Evaan Verlaine, eine Alderaanerin, die entsetzt darüber ist, wie wenig Leia über den Verlust ihres Planeten trauert und der Monarchie treu ergeben ist. Also auch ihrer Prinzessin. Sie wird ebenfalls als schön und zumindest hellhaarig beschrieben. In diesem Fall blond. Kurzerhand machen die beiden sich mit R2-D2 auf den Weg weitere Alderaaner aufzutreiben.

Prinzessin Leia (Limitiertes Hardcover) (12.10.2015)
Prinzessin Leia (Limitiertes Hardcover) (12.10.2015)
Dabei treffen wir auf bekannte und unbekannte Planeten – Naboo und Sullust auf der einen und Espirion auf der anderen Seite. Auch sehen wir einige Dinge, die im Kanon so noch nicht vorhanden waren und dem Legends-Bereich entsprungen sind. So wurde das imperiale Landungsboot, wie es in den Rebels-Adaptionen und der Serie genannt wurde, wieder in „Sentinel-Klasse Landungsboot“ zurückbenannt und hat damit seine Klassenbezeichnung wiedererhalten.

Gastauftritte bekommen unter anderem Admiral Ackbar, Mon Mothma wird erwähnt, Wedge Antilles (der mir hier viel zu jung erscheint und viel zu leicht mit Luke verwechselt werden kann, was glaube ich auch denjenigen verwirrt hat, der die Texte in die Sprechblasen eingefügt hat) Nien Nunb sowie in einigen Rückblenden auch Bail Organa. Außerdem, in einer Anspielung an den Comic zu Timothy Zahns Das letzte Kommando, Padmé Amidala auf einem Bild. Anders als damals jedoch bemerkt Leia das Bild und die Frau darauf, jedoch nicht, wer sie ist.

Die Zeichnungen sind in nahen Perspektiven sehr detailreich und schön gemacht, während Nebencharaktere und Personen weiter hinten im Bild weniger Details verpasst bekommen haben, was nur bedingt stört. Ich für meinen Teil hatte Spaß beim Lesen und finde diesen Comic deutlich besser als die ersten beiden Hefte von Sykwalker schlägt zu!. Daher finde ich es berechtigt an dieser Stelle fünf Holocrons zu vergeben. Nur eine Frage hab ich an den Autor Mark Waid: Wieso fliegt Leia einfach mit Lukes Droiden weg?

Der Rezensent vergibt 5 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 5 von 5 Holocrons!

Wir danken dem Panini Verlag für das Rezensionsexemplar.

Anbei noch eine Leseeprobe:

PDF-Leseprobe

Prinzessin Leia (Montag, 12. Oktober 2015)

Prinzessin Leia (12.10.2015)
Medium/Sprache: ()
Ausgabe/Format:Softcover
Erscheinungsdatum:12.10.2015
Autor(en):
Übersetzer:
Zeichner:, ,
Cover:,
Verlag: (Verlagsseite)
Reihe:,
Seiten:116
ISBN:978-3-95798-235-3
Preis:14,99 €
Kanonstatus:
Ära:
Chronologie:0 NSY
Nachschlagen auf:Amazon.de (Amazon.com, Amazon.co.uk)

9 Kommentare

  1. Bei mir hätte dieser hässlich gezeichnete, schlecht geschriebene Bockmist ein Holocron bekommen, mit etwas Glück vielleicht zwei.

    Eine Handlung, die sich in Belanglosigkeiten verstrickt, ein Autor, der Prinzessin Leia viel zu oft out-of-character schreibt (Stichwort Umarmungen) und die Figuren dann nach den überstürzten Fluchtbemühungen der Rebellen am Anfang des Bandes (die auch in Im Auftrag der Rebellen und Verlorene Welten thematisiert werden) am Ende wieder zum Yavin-Tempel zurückkehren lässt… Kanonfehler und Logikfehler ahoi!

    Nein, diesen Stuss kann man getrost ins Altpapier tun…

    … aber schön, wenn du daran Freude hattest. 😀

  2. Ich frage mich ja immer noch, wer diese Leia wirklich ist…vom Verhalten und Aussehen her, scheint die gezeigte Person ein misslungener Klone zu sein, wohl um das Imperium zu verwirren… was wohl die echte Leia zwischenzeitlich macht? 😉

  3. So. Ich habs jetzt auch gelesen und ich verstehe das ganze Gebashe nicht.
    Zwar nicht so gut wie „Skywalker Schlägt Zurück“ aber immer noch sehr solide.
    5 Holocrons sind meiner Meinung nach etwas zu viel aber 4 Holocrons sind es schon.

    Man muss es auch mal so sehen: Leia ist erst 19 Jahre alt und verhält sich damit eben auch naiver als sie es später macht, wenn sie mehr Erfahrung gesammelt hab. Finde ich nicht weiter tragisch.

  4. Die Geschichte geht gerade noch so, 2-3 Holocrons, aber die Grafik schwankt zwischen übel und geht gerade noch, mal abgesehen davon, dass kaum eine der bekannten Figuren gut getroffen wurde. Da ist man einfach von anderen Comics deutlich mehr gewöhnt.

  5. Also ich gehe hier den gesunden Mittelweg der Meinungen. Ich fand die Story ganz gut, die Zeichnungen schlecht bis mittelmäßig und manche Handlungsweißen mehr als fragwürdig. Da aber das positive Bild bei mit überwiegt, vergebe ich 3 von 5 Holocrons.

    @Max: warum Lukes Droide? Zu Beginn von Episode 4 gehört er Leia bzw. den Rebellen ?

    1. Warum Lukes Droide? Eine gute Frage und ich hab selbst längere Zeit darüber nachgedacht, wem die Droiden denn nun gehören. Zu Beginn von Episode IV, da hast du Recht, dienen C-3PO und R2-D2 der Rebellion. Ihr tatsächlicher Besitzer ist allerdings Captain Antilles, der sie von Bail Organa zur Verfügung gestellt bekommen hat. Während der Handlung passieren allerdings zwei Dinge: 1. Antilles stirbt, 2. Luke kauft die Droiden von den Jawas, die sie herrenlos in der Wüste „gefunden“ haben. Durch Luke kommen die beiden zwar dann wieder in den Dienst der Rebellion, doch gehören sie ab diesem Zeitpunkt Luke Skywalker. (Meine Interpretation) 🙂

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