Rezension: Das Erbe der Jedi-Ritter 6: Planet der Verlorenen von Kathy Tyers

Das Erbe der Jedi-Ritter 6: Planet der Verlorenen (2003, Paperback)
Das Erbe der Jedi-Ritter 6: Planet der Verlorenen (November 2003, Taschenbuch)

Im November 2003 erschien er übersetzt von Regina Winter beim Blanvalet-Verlag, die Erstveröffentlichung erschien am 31. Oktober 2000 bei Del Rey. Die Autorin war Kathy Tyers. Willkommen zur Rezension zu Das Erbe der Jedi-Ritter 6: Planet der Verlorenen. Im Original hieß dieser sechste Band Balance Point. Das Cover wurde von Cliff Nielsen entworfen und ist in einem gelben Farbton im Hinter- und einem dunkleren im Vordergrund gehalten. Zu sehen sind im gelblichen Teil Hans und Leias Köpfe, sowie einige X-Wings. Im Vordergrund ist eine schwarze Gestalt zu sehen, die die Arme zu beiden Seiten austreckt, als würde sie brennen. Wer wirklich abgebildet ist, ist leider nicht zu erkennen, aber von der Handlung her würde ich vermuten, dass es Jacen Solo ist, der im Laufe der Geschichte eine Vision hat. Das deutsche Cover ähnelt dem englischen, bis auf die Logos und Schriftzüge.

Gleich zu Beginn: Bisher ist Planet der Verlorenen das Buch der Reihe, an dem ich am längsten gehangen habe. Nicht weil es per se schlecht ist, sondern weil ich es zum Start des Sommersemesters 2015 gelesen habe und quasi nur im Zug Zeit hatte, in unsere Lieblingsgalaxis einzutauchen. 26 Jahre nach der Schlacht um Yavin rücken die Yuuzhan Vong immer weiter in die bekannte Galaxis vor. Inzwischen hat sich auch Kriegsmeister Tsavong La mit in das Geschehen eingemischt und die Leitung über den Feldzug übernommen. Sein Ziel ist es, Coruscant seinen Göttern zu opfern, doch dazu muss er erst noch einige Systeme des inneren Randes und des äußeren Kerns einnehmen. Mitten auf seinem Weg liegt Duro, auf dem aktuell mehrere Flüchtlingslager von SELCORE betrieben werden. Mitten drin: Leia, Han und Jacen, wobei Leia nicht weiß, dass Han und Jacen da sind und umgekehrt. Auch Jaina, zu Beginn der Handlung noch bei den Renegaten unterwegs, verschlägt es nach Duro, warum wird an dieser Stelle aber nicht verraten.

Ganz offensichtlich rein zufällig trifft bald auch der Rest der Familie ein und übernimmt Jedi-Ermittlungen in den Orbitalstädten, die Duro umgeben, sodass wir uns relativ früh denken können, dass ein Familientreffen des Skywalker-Solo-Clans bevorsteht.

Innerhalb der Handlung kommen sich Han und Leia wieder näher, was ihre Kinder durchaus begrüßen, da Han ja nach Chewies Tod in sein altes Verhaltensmuster zurückgefallen war und Leia sich in die Flüchtlingshilfe gestürzt hatte. Mara unterdessen wünscht sich weiterhin schwanger zu werden, fürchtet jedoch, dass das Kind nicht gesund heranwachsen würde. Leider werden die wichtigen Szenen hierbei nicht dargestellt.

The New Jedi Order 6: Balance Point (2015, Legends-Cover)
The New Jedi Order 6: Balance Point (2015, Legends-Cover)

Dieser Roman unterscheidet sich im Schreibstil und Handlungsfokus stark von den Vorgängern innerhalb der Reihe. Dieses Mal geht es nämlich weniger um Action und Kampf, wie es innerhalb einer Invasion nun einmal der Fall ist, sondern um Sichtweisen, Philosophien, Standpunkte und Prinzipien. Innerhalb der Neuen Republik ebenso wie innerhalb der Reihen der Yuuzhan Vong, bei denen Nom Anor insgeheim nicht wirklich seinen Göttern dient, sondern nur auf seinen eigenen Vorteil aus ist, wie im Vorgängerband eindeutig gesagt wurde, und zwischen der Neuen Republik und den Vong, die sich im Finale des Buches gegeneinander ausspielen wollen.

Was man allerdings von diesem Stil halten möchte, ist eine andere Frage. Ich für meinen Teil fand ihn nicht schlecht und frage mich, ob andere Star WarsRomane von Kathy Tyers (die hier noch einmal verlinkt sind) ebenfalls so geschrieben sind. Doch in jedem Buch möchte ich diesen Stil auch nicht sehen. Letztlich gleichen sich Vor- und Nachteile aus und wir kommen auf ein gutes Gesamtergebnis.

Erstleser im Legends-Bereich sollten diesen Band vollständig meiden, nicht nur, weil es der sechste Band ist, sondern auch weil wieder viele Ereignisse aus Hans und besonders Leias Vergangenheit aufgegriffen werden. Besonders erwähnenswert ist die Liste von Hutts, die sie bereits eigenhändig umgebracht hat.

Zusammenfassend komme ich auf drei von fünf Holocrons. Das liegt daran, dass Planet der Verlorenen zwar ein gutes Buch ist, doch wirklich aus den Socken gehauen hat es mich nicht. Der Schreibstil ist in Ordnung, aber auf Dauer sicherlich nicht tragbar. Also ist der Roman guter Durchschnitt auf das Gesamtuniversum bezogen und schlechter Durschschnitt auf die Reihe bezogen.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Was haltet ihr von diesem Roman? Stimmt ihr mir zu, worin liegen Unterschiede in eurer und Meiner Meinung? Schreibt’s in die Kommentare!

Und hier nochmal die Infos aus unserem Datenbankeintrag, in dem ihr auch weitere Ausgaben findet:

3 Kommentare

  1. Das war tatsächlich der zweite Band der Reihe, den ich damals gelesen habe. Band 9 war mein Einstieg ins Erbe der Jedi-Ritter. Erst nach Band 6 fiel mir auch Band 1 in die Hände. Ich habe das Zeug damals halt so gelesen, wie mein Buchladen und ein Kumpel von mir es gerade da hatten. So viel also zu der Einsteiger-Empfehlung. 😉

    OK, ich muss sagen: Es ist immer schöner, eine Reihe chronologisch zu lesen, aber so tragisch ist es nicht, wenn es mal andersrum läuft, vor allem bei einer Reihe, in der jeder Autor so ein bisschen sein Ding macht und ohnehin nochmal grob erklärt, was zuvor Wichtiges passiert ist. Und im Zweifelsfall hat man immer noch Wookieepedia und Jedipedia.net.

    1. Jeder Jeck is anders, wie der Rheinländer gerne sagt. Ich fand, dass Teilweise extrem viele Sachverhalte von den anderen Büchern nicht wiederholt wurden, obwohl sie aufgegriffen worden sind.
      Das mit der Jedipedia stimmt zwar und das habe ich früher massic praktiziert, aber inzwischen guck ich bei den Kollegen nurnoch nach, wenn ich Rezensionen schreibe. Ich bin für viel zu vieles, was ich noch lesen will gespoilert und hab mir dadurch auch das Ende dieser Reihe schon „kaputt gemacht“. (Inzwischen bin ich übrigens durch)

      1. Mir wäre es auch lieber gewesen, das richtig herum zu lesen. 😀 Und klar hab ich nicht jede Anspielung verstanden (bin mir nicht mal sicher, ob das heute anders wäre, auch wenn ich natürlich weitaus mehr verstehen würde). Aber die Handlung an sich war genießbar.

        Man muss dazu sagen: Ich hatte zuvor die Jedi-Akademie-Trilogie und einen Young-Jedi-Knights-Band gelesen (Angriff auf Yavin 4), was interessanterweise die idealen Bücher sind, die man gelesen haben muss, um mit Band 9 einzusteigen (dann kennt man fast alle Hauptfiguren). Band 6 hat dann nochmal einiges klarer gemacht, ebenso wie Band 1, und ich habe den 9. Band dann auch nochmal gelesen. 😀

        Aber genug von der verrückten Geschichte, wie ich zu Star Wars gekommen bin… sonst geh ich da zu sehr ins Detail. (Ein Detail sei noch gesagt: Ich hatte Jedi-Akademie 2, meinen ersten SW-Roman, gelesen, bevor ich irgendeinen der Filme komplett gesehen hatte. Ich kannte damals nur den 2. Akt von „Das Imperium schlägt zurück“ aus dem TV.)

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