Jetzt im Handel: Star Wars #7 von Marvel [Update: Rezension!]

Update 14:40: Das Rezensionsexemplar traf verspätet doch noch ein und ich habe euch nun ans Ende dieser Meldung eine kleine Meinung zu Star Wars #7 geschrieben.

Originalmeldung vom 07:49

Mit der Geschichte From the Journals of Old Ben Kenobi: „The Last of His Breed“ bringt Marvel heute Star Wars #7 auf den amerikanischen Comicmarkt. Diese Sonderausgabe spielt fünf Jahre vor der Schlacht von Yavin und handelt von Obi-Wan Kenobis Exil auf Tatooine, wo dieser sich zwischen der Rettung Unschuldiger und der Aufrechterhaltung seiner Tarnung als harmloser Einsiedler entscheiden muss. Autor Jason Aaron erhält für diese Ausgabe Unterstützung vom italienischen Zeichner Simone Bianchi, der auch ein Variantcover beisteuert (das reguläre Cover stammt von alten Serienzeichner John Cassaday), und von Kolorist Justin Ponsor, der Bianchis Zeichnungen zu buntem Leben erweckt. Hier nochmal alle Vorschauseiten aus den diversen Leseproben zum Heft.

Aus den Tagebüchern des alten Ben Kenobi: „Der letzte seiner Art“

Während er im Bestreben, ein Jedi zu werden, nach Antworten gesucht hat, hat Luke Skywalker ein Tagebuch entdeckt, das von Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi geschrieben wurde, ein Tagebuch, das Kenobi absichtlich zurückgelassen hat, damit Luke es findet. Das Tagebuch erzählt von Kenobis Abenteuern während der Zeit, als er sich auf Tatooine versteckte. Was folgt ist ein Auszug aus jenem Tagebuch.

Die Geschichte wird Teil des Sammelbands Showdown on Smugglers Moon sein, der am 5. Januar erscheint und hier vorbestellbar ist. Digitale Ausgaben der Einzelhefte gibt es u.a. im Marvel-Shop.

P.S.: Zu einer Mini-Rezension hat es heute leider nicht gereicht, aber ich diskutiere gerne später mit euch über das Heft, wenn die digitalen Ausgaben erschienen sind! 🙂

Mini-Rezension

Ich gebe zu, ich habe den Roman Kenobi von John Jackson Miller noch nicht gelesen, da ich auf die deutsche Ausgabe im August warte, also habe ich keinen direkten Vergleich mit einer anderen Geschichte mit derselben Prämisse, allerdings muss ich sagen, dass Star Wars #7 meine Erwartungen an den Roman durchaus hoch angesetzt hat. One-Shots haben oft das Problem, dass sie eine Handlung nicht richtig entfalten können, aber Jason Aaron hat sich für Star Wars #7 an die Formel „Weniger ist oft mehr“ gehalten und die Geschichte auf einen linearen Handlungsstrang mit einer Hauptfigur (Kenobi) reduziert, was wunderbar funktioniert. So hat er genug Zeit, uns eine Innenansicht der Figur in diesem Lebensabschnitt zu geben, und dabei auch die Vorgeschichte Obi-Wans aus den Prequels und The Clone Wars einzubauen. Wir bekommen Erwähnungen einer Begegnung zwischen Jabba und Obi-Wan und auch Qui-Gons Name fällt mehrmals – interessanterweise spricht Obi-Wan mit seinem toten Meister, als könne dieser ihn hören… Und wie wir dank Episode III und The Clone Wars Staffel 6 wissen ist das auch durchaus denkbar. Einen Machtgeist-Auftritt hat Qui-Gon Jinn allerdings nicht. Die Geschichte ist simpel, aber stark, und die inneren Monologe Obi-Wans (ja, das Heft ist in Ich-Form erzählt) ziehen den Leser direkt ins Geschehen.

Auch die Illustrationen tun ihr Übriges, um den Leser in die Geschichte aufzusaugen. Auf so schmutzige Weise detailreich wie Simone Bianchi hat bisher keiner der Marvel-Zeichner gearbeitet, nicht mal Pepe Larraz bei Kanan, und man fühlt sich an die Dark-Horse-Zeichnungen von Douglas Wheatley erinnert, z.B. Dark Times. Dieser Dark Times-Stil passt natürlich auch wunderbar, da es sich um dieselbe Ära handelt. Obi-Wan wirkte zwar stellenweise ein bisschen zu sehr wie eine moderne Darstellung des biblischen Josef oder wie der Großvater aus der Zeichentrickserie Heidi, aber ansonsten ist der gute alte Ben sehr gut getroffen. Es ist ein Übergang von Ewan McGregor zu Alec Guiness erkennbar, aber Bianchis Ben Kenobi ist weder 100% McGregor noch 100% Sir Alec, was ich ihm sehr zu Gute halte. Die Figur so gut zu treffen kann nicht einfach gewesen sein.

Letztendlich bleibt mir nur, mich meinem Freund Brian von Jedi News anzuschließen, der meint, dass Star Wars #7 der bisherige Höhepunkt von Marvels Star Wars-Reihe ist, sowohl erzählerisch als auch künstlerisch. Wir haben eine Geschichte, die nicht bruchstückhaft und dialogarm über die gesamte Galaxis verstreut ist, sondern eine konzentrierte, tiefgründige Erzählung mit traumhaften Illustrationen – hier nochmal ein Lob an Bianchi sowie an Justin Ponsor für die stimmungsvolle Färbung.

Was haltet ihr von der Ausgabe?

4 Kommentare

    1. Das mit unserem Vorabexemplar hat diesmal leider nicht geklappt, sodass ich dir keine definitive Antwort geben kann, aber rein vom Bauchgefühl würde ich sagen: Ja, kann man. Die Geschichte in SW#7 soll zwar irgendeine Moral für Luke Skywalker in der Zeit nach Episode IV haben, ist aber an sich eine abgeschlossene Kurzgeschichte 5 Jahre vor Yavin in einem Setting, das keine weitere Erklärungen benötigen sollte und zu dem im Kanon auch noch nichts veröffentlicht wurde.

  1. Mir hat dieser Band sowohl vom graphischen als auch von der Geschichte sehr gut gefallen. Die hatte mehr inhaltlichen Gehalt, als einige der neuen Bücher. Zusammen mit der koreanischen Comic-Serie verdichtet sich damit die Vorgeschichte/Entwicklung von Luke als Kind deutlich.

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