Del Rey @ NYCC 2014: Hintergründe zu diversen Romanen

Um 21:15 deutscher Zeit startete das A New Dawn-Panel von Del Rey, das den Neubeginn des Romankanons thematisiert und Einblicke in künftige Star Wars-Romane bietet. Wir haben für euch die interessantesten neuen Infos niedergeschrieben.

Ventress
Teaserbild für Dark Disciple von der SDCC

  • Tarkin George Lucas selbst hat Palpatine noch einen Vornamen gegeben und der wird in James Lucenos Tarkin-Roman enthüllt werden. (Als jemand, der den Roman gerade liest und sich heute schon den ganzen Tag über den Namen wundert, finde ich diese Info besonders interessant.)
  • Heir to the Jedi Jen Heddle wollte Kevin Hearne seinen typischen Ich-Perspektive-Stil schreiben lassen. Das Buch wird viele Charaktermomente enthalten.
  • Lords of the Sith ist laut Jen Heddle ein „Vader/Palpatine Roadtrip-Roman“
  • Dark Disciple Man zeigte erneut das Teaserbild von der San Diego Comic-Con, noch kein Cover. Im Roman fliegen Funken zwischen Ventress und Quinlan Vos, es geht um „Gut vs. Böse“ und die schmale Grenze dazwischen und was es bedeutet, auf dieser Grenze zu wandeln.
  • Star Wars: Kanan ist ein Thema, über das der ebenfalls anwesende Marvel-Redakteur Jordan D. White erzählt. Die Infos dazu gibt es bereits hier, sodass ich mir weitere Ausführungen spare.
  • Der weitere Verlauf des Panels soll sich jetzt auf den Storytelling-Prozess konzentrieren. Man hört zum wiederholten Male, wie die Story Group die Entstehung von A New Dawn beeinflusste. Es wird eigentlich nur das wiederholt, was u.a. bereits in diesem Interview mit John Jackson Miller steht.
  • Shelly Shapiro sagt, dass die Zusammenarbeit nicht viel anders aussieht als früher, aber sie ist jetzt konsistenter und umfasst mehr Bereiche als vorher. O-Ton: „Ich glaube nicht, dass wir das Wort ‚Retcon‘ jemals wieder verwenden werden.“
  • Neue Info zu Star Wars Rebels, A New Dawn und Lords of the Sith – Hera Syndulla hat offenbar zu Cham Syndulla aufgeschaut, was wohl wenig überraschend ist. Cham wird der Held von Lords of the Sith sein.
  • Lords of the Sith Cham Syndulla ist Heras Onkel! Hera-Sprecherin und Fangirl Extraordinaire Vanessa Marshall, die das Panel moderiert, wusste noch nicht, dass er in Lords of the Sith auftaucht, und ist jetzt total aus dem Häuschen.
  • Vanessa Marshall zufolge bekommen wir durch Kanans Erlebnissen in A New Dawn ein gutes Gefühl dafür, warum die Crew der Ghost nichts zu verlieren hat. Für Vanessa waren die Aufnahmearbeiten persönlicher, nachdem sie A New Dawn gelesen hatte, da sie dann die Charaktere Hera und Kanan besser verstand.
  • Redakteur Erich Schoeneweiss fragt in die Runde, was man in künftigen Veröffentlichungen vom Imperium erwarten kann. Jordan D. White sagt, dass die Marvel-Comicreihen Star Wars und Darth Vader denselben Konflikt von beiden Seiten aus beleuchten werden. Laut Shelly Shapiro wird das Imperium wie ein lebendiger Charakter behandelt werden.
  • Erich Schoeneweiss eröffnet jetzt die Fragerunde.
  • Zuschauerfrage: Wie sieht es mit der (möglicherweise umgestalteten) Wiederverwendung von Legends-Charakteren aus? Shelly Shapiros Antwort: Alles ist denkbar. Eine direkte Fortsetzung der Star Wars Legends-Kontinuität ist derzeit nicht geplant, aber nicht ausgeschlossen. „Wer weiß, was die Zukunft bringen wird.“
  • Derzeit liegt der Planungsfokus auf die Zeit nach Die Rückkehr der Jedi-Ritter.
  • Frage an John Jackson Miller: Was macht eine gute Star Wars-Geschichte aus? Millers Antwort: Seine Werke behandeln oft das Thema eines auf sich gestellten Jedi-Ritters, das er aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Er sieht sich mit diesem Thema in der Tradition der klassischen Trilogie, in der Luke ein auf sich gestellter Jedi war.
  • Zuschauerfrage: Wie sieht es aus mit einer Geschichte, die sich nicht auf Machtnutzer konzentriert, z.B. wie die X-Wing-Reihe. Jen Heddles Antwort: Es wird nicht nur Geschichten um Jedi geben. Erich Schoeneweiss verweist auch auf die neuesten Insider-Kurzgeschichten, die ohne Jedi auskommen.
  • Zuschauerfrage: Wird es auch ein paar Bücher mit weiblichen Hauptcharakteren geben? Shapiro und Heddle: Ja.
  • Zuschauerfrage: Hat man vor, wieder ein großes Universum mit vielen unterschiedlichen Zeitperioden zu erschaffen? Jen Heddle: Diese Frage ist derzeit nicht so einfach zu beantworten.
  • Ein Zuschauer beschwert sich über die Multimedia-Verbindungen der Romane zu einer Kinderserie, und wird ausgebuht. Vanessa Marshall sagt, dass Star Wars immer schon auch für Kinder war.
  • Jen Heddle hofft, dass die Leute verstehen, dass Disney keinen Befehl gegeben hat, Star Wars zu vereinfachen (O-Ton: to dumb down). Star Wars ist auch nicht nur für Kinder.
  • Dieses Panel kündigte keinen neuen Roman an, aber es wird wohl „ziemlich bald“ eine Ankündigung geben. Man hat Projekte in Arbeit.

Tja, und das war’s auch wieder! Wir hoffen, dieser Liveblog hat euch gefallen.

12 Kommentare

  1. Frage: Wie sieht es mit der (möglicherweise umgestalteten) Wiederverwendung von Legends-Charakteren aus? Shelly Shapiros Antwort: Alles ist denkbar. Eine direkte Fortsetzung der Star Wars Legends-Kontinuität ist derzeit nicht geplant, aber nicht ausgeschlossen. „Wer weiß, was die Zukunft bringen wird.“

    Sword of the Jedi könnte damit doch noch erscheinen *.* !!!!

  2. Na das klingt doch größtenteils nicht schlecht. Besonders der Ausbau von Cham Snydulla als Held des Lords of the Sith Roman ist jetzt doch überraschend, aber vielversprechend.
    Vielen Dank vor allem an dich Florian, für die schnelle Berichterstattung!

  3. „Frage an John Jackson Miller: Was macht eine gute Star Wars-Geschichte aus? Millers Antwort: Seine Werke behandeln oft das Thema eines auf sich gestellten Jedi-Ritters, das er aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Er sieht sich mit diesem Thema in der Tradition der klassischen Trilogie, in der Luke ein auf sich gestellter Jedi war.“

    Wo bitte war Luke ein auf sich allein gestellter Jedi-Ritter außer vielleicht in dem kurzen Moment, als er Vader und den Imperator konfrontierte? Ansonsten war er stets umgeben von Mentoren, Freunden und Familie. Da muss ich Miller widersprechen. Aber irgendwie erklärt das auch, was mir an seinen Romanen bisher immer gefehlt hat.

    Aber von all den oben genannten Punkten, stört mich folgender am meisten:

    Wieso bitte ist Cham Syndulla (oder wie auch immer er heißt) der Held des Romans Lords of the Sith?! War Lord Hoth Held der Darth Bane Reihe? War Jedi XYZ Held bei Darth Plagueis? Mir persönlich wäre es lieb und recht gewesen, wenn Vader und der Imperator die Helden dieses Buches gewesen wären. Aber vielleicht bekomme ich das gerade auch in den falschen Hals.

    Wie schätzt Du, Florian, denn abseits des Vornamens des Imperators die Qualität von Tarkin ein? Ist das mit Lucenos bisherigen Werken vergleichbar oder merkt man klar, dass „um das bisherige EU herumgeschrieben wird“?

    1. Naja, im Original sagt er nur „a Jedi alone“ und Luke war in den entscheidenden Momenten gegen Vader und den Imperator immer „a Jedi alone“, der sein Ding macht. Das heißt ja nicht, dass er keine Freunde hat (Zayne Carrick und Kanan haben ja auch Freunde), sondern nur, dass er als Jedi alleine ist. (Yoda und Obi-Wan sind in der klassischen Trilogie zwar als Mentoren vorhanden, aber mehr auch nicht.)

      Ich denke, das mit Cham bekommst du in den falschen Hals. Er verkörpert halt die „Helle Seite“ im Roman, wenn man so will, ist aber nicht DIE Hauptfigur des Buches.

      In Tarkin werden weiterhin Elemente des SWEU verwendet (z.B. tauchen imperiale SWEU-Charaktere wie Sate Pestage auf und es werden einige Planeten wieder eingeführt), aber man schreibt in dem Sinne „um das EU herum“, dass nur sehr wenige Ereignisse aus dem SWEU direkt erwähnt werden (spontan fielen mir nur Ereignisse aus Lucenos früheren Romanen wie Cloak of Deception und Darth Plagueis auf) und dass keinen Ereignissen aus dem SWEU direkt widersprochen wird. Letzteres wird auch denke ich kein Autor machen sofern es nicht zwingend nötig ist – warum denn auch? Das raubt dem Roman aber keineswegs an Tiefe, denn neben den wirklich tollen Hintergrundgeschichten für Tarkin, die Luceno sich ausgedacht hat, gibt es auch einige Elemente aus The Clone Wars, die Luceno aufgreift und ausbaut. TCW ist ja ein wirklich großartiger Fundus kanonischer Informationsschnipsel, die man ausbauen kann (z.B. läuft auf den Brücken der Jedi-Schiffe ja auch Militärpersonal herum wie Wulff Yularen oder Admiral Tenant, die man ausbauen kann, oder aber Spezies wie die Sugi aus den unfertigen Utapau-Folgen – und manchmal erwähnt er einfach nur Schlachten wie z.B. den Kampf gegen Trench). Alles in allem nutzt Luceno bisher (und ich hab das Buch laut meinem Kindle jetzt 52% durch) eine gute Mischung aus dem verfügbarem Material, um seiner Welt Tiefe zu verleihen. Dabei gibt es allerdings so viele Flashbacks (er füllt z.B. Tarkins Leben vor den Klonkriegen in ausschweifenden, aber dennoch interessanten Erzählungen mit vielen Gastauftritten prominenter Figuren), dass derzeit die Gegenwartshandlung des Romans erst am Anfang steht. Ist aber gut gemacht, wie ich finde. Wilhuff Tarkin hat mich schon immer fasziniert und Luceno haucht ihm auch gut Leben ein. Gibt definitiv 1-2 Punkte, die mir weniger gefielen, und ich bin mir sicher, dass manche sich nur für die Haupthandlung interessieren und weniger für die Flashbacks, aber nun ja, darauf werde ich dann in meiner Rezension Ende Oktober/Anfang November eingehen.

      Der Roman hat übrigens auch Andeutungen auf zukünftige Ereignisse… Pläne, die Palpatine insgeheim schmiedet, die zeigen, dass er für die Sith auch Pläne hat, die über die Auslöschung der Jedi hinausgehen. Bin mal gespannt, was das wird.

      1. Danke Dir, das stimmt mich absolut zuversichtlich und könnte damit sogar als Hardcover im Einkaufskorb landen.

        Kurz nur zu JJM: Ich hatte sehr viel Spaß an seinen Comics, aber nur bedingt Spaß an seinen Romanen. Kenobi war lustig zu lesen, aber in-universe passiert einfach nichts bzw mir einfach zu wenig und Knight Errant war auch recht konfus und war, wenngleich unterhaltsame Lektüre, doch irgendwie seltsam und ließ sich nur schwer mit den Werken anderer Autoren, die drum herum stattfinden, einordnen. Die Frage, was einen guten Star Wars Roman ausmacht, hätte ich ich lieber anderen Autoren gestellt und bin persönlich (Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden) von seiner Antwort eben etwas enttäuscht – zumal er der Frage ja auch etwas aus dem Weg geht bzw Romane wie die X-Wing Serie nach seiner Rechnung keine guten Star Wars Romane wären. Hat er so natürlich nicht gesagt und wahrscheinlich auch nicht gemeint, aber es kommt dieses bisschen selbstverliebte „ich hab da ne Methode und die zieh ich jedesmal durch weil so und nur genau so ist das ein guter Star Wars Roman“ eben zu sehr durch. ABer ich denke, solange ich seine ROmande dennoch kaufe, wird es ihm herzlich egal sein, ob ich ihn nun genauso toll finde, wie er sich selbst 😉

      2. Da darf jeder seine Meinung haben, ja 😀 Ich bitte nur, in den Wortlaut meines Liveblogs nicht zu viel hineinzuinterpretieren, da ich mich stark auf das verlassen habe, was die Leute auf Twitter direkt aus dem Panel geschrieben haben (z.B. Johna Macias von The Wookiee Gunner/Making Star Wars und Eric Geller von TheForce.net) und die haben das Gesagte ja jeweils auf 140 Zeichen zusammengestaucht. Ein Livevideo gab es ja (leider) nicht, anders als bei den Marvel-Panels. Soweit ich weiß könnte JJM zwei Minuten lang erklärt haben, dass er kein allgemeingültiges Rezept kennt, aber dass zumindest seine Romane eben immer dieses Motiv aufgreifen, und bla bla und irgendjemand tweetet dann eben nur kurz: „My novels always focus on a lone Jedi“. 🙂 Diese Erklärung nur, damit die Kommunikationswege klar sind. 😉

  4. Nunja. Nach wie vor freue ich mich auf Tarkin noch mehr als auf Episode 7. Erwarte da ziemlich Großes. Zum Einen weil Lucenos ein großartiger Schreiber ist und zum anderen weil ich Tarkin für einen der Charaktere halte die noch das meiste Potential bieten. Da sie in den Filmen kaum Screenzeit hatten, aber diese Screenzeit sehr eindrucksvoll genutzt wurde.

    Bin sehr gespannt darauf ob es wieder ne Art Romanze geben wird wie mit Daala, wie man auf sein Verhältnis zu Vader und Palpatine eingeht und was er für eine Bedeutung für das Imperium einnimmt (aus Sicht seiner Untergebenen und dem Rest der Galaxis). Obwohl ich das Buch noch nicht kenne hoffe ich sehr das dass auch nicht das Einzige bleibt in dem der Charakter aufgegriffen wird. Da wurden in der PT leider einfach zuviele Chancen vertan. Das kann man jetzt wenigstens halbwegs wieder gutmachen.

    Danke übrigens fürs Nicht-Spoilern von Palpis Vornamen 😉

    „Ein Zuschauer beschwert sich über die Multimedia-Verbindungen der Romane zu einer Kinderserie, und wird ausgebuht.“

    Muss sehr peinlich gewesen sein. =D

    „Vanessa Marshall sagt, dass Star Wars immer schon auch für Kinder war.“

    Das verstehen ja leider so einige nicht. Dabei ist dieses Diskussionsthema (bzw wie es teils geführt wird) noch kindischer als der SW-Kindercontent.

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