Rezension: The High Republic Adventures: Pathfinders #5 von Dark Horse

Nach dem Cliffhanger im letzten Pathfinders-Heft mussten wir dieses Mal zum Glück nur drei Wochen bis zur nächsten Veröffentlichung warten. Heute erscheint nämlich bereits Heft #5 der Reihe von George Mann. Heute erwartet uns ein unübersehbarer Zeichnerwechsel: Statt Caio Filipe ist nun Vincenzo Riccardi am Werk, der seine Panels auch selbst koloriert.

Zum Inhalt

Nach dem Auftreten der noch unbenannten beiden Verdächtigen am Ende des letzten Hefts, bekommen wir heute die Vorgeschichte dieser beiden Figuren erzählt, deren Namen Iza und Rike sind. Beide sind Comm-Ingenieure im Zirtona Listening Post. Iza hat seine Eltern durch einen verpassten Notruf verloren und versucht daher, gewissenhaft, alle Signale, die sein Posten auffängt, zu hören und Notrufe wahrzunehmen. Bei der schieren Menge der Nachrichten, die durch den Äther gesendet werden, ist das aber nicht menschenmöglich, ja sogar für einen Droiden zu viel an Daten. Das hält Iza aber nicht davon ab, sich immer mehr in seinen Perfektionismus hineinzusteigern und sich mehr und mehr zum Cyborg umzugestalten, um seine Aufgabe noch besser wahrnehmen zu können. Sein Kollege Rike ist dagegen das andere Extrem: Sein Bedürfnis nach Ruhe verträgt sich nicht mit der ständigen Flut an Nachrichten, sodass er mit der Zeit immer aggressiver wird. Schließlich schickt der einen EX-Droiden los, der wohl ein Comm-Relay zerstören soll, und greift zu einer Schallwaffe, mit der er erst sich selbst mit reduzierter Stärke beschießt, um die Geräusche auszublenden, und dann auch den Jedi-Meister Atticus Cale, als dieser auf die Station kommt.

Zurück im Hier und Jetzt zögert Rike auch nicht, die Waffe gegen Meister Temesh einzusetzen, der zu Boden geht.

Zur Umsetzung

Die Thematik des heutigen Hefts wird sicher Lesende ansprechen, die gerade aus dem Urlaub zurückkehren und hunderte ungelesene Mails in ihrem Postfach vorfinden. Schließlich sind in unserer heutigen vernetzten Welt, in der ständig neue Nachrichten aufploppen und Aufmerksamkeit wollen, Reizüberflutung und daraus resultierende Schlafstörungen keine Seltenheit. Da kann man schon verstehen, dass Rike ausrastet und Ruhe einfordert. Auch wenn es sicherlich noch andere Möglichkeiten gegeben hätte, damit klarzukommen, als eine tödliche Schallwaffe zu nutzen.

Der Comic schafft es perfekt, uns zu vermitteln, wie sowohl Iza als auch Rike – allein auf der Raumstation und den Millionen von Nachrichten ausgeliefert – komplett in den Wahnsinn abdriften. Iza redet sich ein, alles hören zu müssen, während Rike mit aller Gewalt Ruhe herstellen will. Dazu passen die wunderbar psychedelisch anmutenden Panels von Vincenzo Riccardi perfekt. Die grellen Farben und die Verbindung mit den wilden Hintergrundschlieren und den intensiv-emotionalen Gesichtsausdrücken vermitteln den Eindruck, dass die Wahrnehmung der Charaktere extrem, vielleicht auch verzerrt, ist. Vincenzo Riccardis Zeichnungen sind immer wunderschön anzusehen und geben einem Heft immer das gewisse Extra. Sie funktionieren allerdings am besten, wenn sie funktional eingesetzt werden, um zu verdeutlichen, dass eine Handlung auf einer anderen Realitätsebene stattfindet. Damals bei Echoes of Fear war das eine mythische Legende, im heutigen Heft ist es der von den beiden Protagonisten besitzergreifende Wahnsinn.

Stark ist auch das dazu passende Lettering mit vielen großen, verzweifelten Ausrufen, bei denen die Buchstaben zu zerfließen scheinen. Die immer wieder auftretenden massiven Ansammlungen von Sprachblasen mit Nachrichtenfetzen verdeutlichen anschaulich, welchen Mengen an Signalen die beiden Comm-Ingenieure ausgesetzt sind.

Natürlich kann es sich George Mann dann auch nicht verkneifen, in diesen vielen Botschaften auch ein paar Easter Eggs für The High Republic-Fans einzubauen. So ist immer wieder die Rede von den Greylarks, es wird die Frage aufgeworfen, ob es Planet X wirklich gibt, und irgendjemand spricht von einem „gift given freely“.

In der zweiten Hälfte kommt das Heft, passend zur Thematik, mit recht wenigen Worten, abgesehen von Rikes „lauten“ Gedanken, aus und erzählt vieles nur durch Bilder. Allerdings blieben dadurch für mich auch ein paar Details unklar: Hat Rike die Schallwaffe selbst erfunden und konstruiert? Und ist er durch den Schuss auf sich selbst komplett gehörlos geworden?

Fazit

Trotz dieser kleinen Unklarheiten ein sehr starkes Heft, das ein gesellschaftlich relevantes Thema aufgreift, die Konflikte der Figuren miteinander, mit sich selbst und der Nachrichtenflut sehr gut auf den Punkt bringt und durch die fantastischen Zeichnungen auf das nächste Level gehoben wird. Dafür vergebe ich gerne 5 Holocrons.

Bewertung: 5 von 5 Holocrons
Bewertung: 5 von 5 Holocrons

Wir danken Dark Horse für die Bereitstellung des digitalen Rezensionsexemplars und der Vorschauseiten.

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Star Wars: Die Hohe Republik ist ein mehrjähriges Buch- und Comicprogramm, das hunderte Jahre vor den Skywalker-Filmen spielt und die Jedi in ihrer Blütezeit zeigt. Weitere Infos, News, Podcasts und Rezensionen gibt es in unserem Portal und in der Datenbank. Beachtet auch unsere Guides zur Lesereihenfolge von Phase I, Phase II und Phase III.

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