Rezension: Path of the Lightsaber Volume 1 von VIZ Media

Mit Path of the Lightsaber Volume 1 erscheint am heutigen 11. November der erste Band einer brandneuen Manga-Reihe, die sich um eine junge Tüftler*in zur Zeit des Aufstiegs der dunklen Ersten Ordnung dreht und von Kenny Ruiz sowohl geschrieben als auch gezeichnet wurde. Warum dieser Manga auch für Fans des Literaturprojekts The High Republic interessant sein dürfte und ob mich die Story dieses ersten Bands vollends überzeugen konnte, lest ihr in der folgenden Rezension.

Wir finden uns in diesem Manga nach den Ereignissen von Die letzten Jedi an Bord eines alten Bohrers mit zwei Tüftler:innen wieder, die gerade eine propagandistische Holo-Nachricht des Widerstands anhören und dabei geradezu euphorisch über die kühnen Heldentaten der Rebellen zu Zeiten des Imperiums und der Widerstandskämpfer zur Zeit der Tyrannei der Ersten Ordnung jubeln.

Schnell werden Nioka und Baron jedoch von Captain Keela in die Realität zurückgeholt, die auch zu bedenken gibt, dass doch die Ewoks den Sieg in der großen Schlacht um Endor errungen hätten und dass erst vor Kurzem bei der Schlacht auf Crait niemand kam, um sich gemeinsam mit den Widerständlern Kylo Ren und seiner dunklen Gefolgschaft entgegenzustellen. Nioka solle sich also lieber einmal auf das Reparieren der Rohre konzentrieren, damit die Crew wieder ihrer Arbeit nachgehen kann. Doch der schwierige Alltag wird schon bald durch die Entdeckung eines alten Tempels aus der Zeit der Hohen Republik unterbrochen, auf den die Truppe beim Bohren stößt.

Insgesamt empfand ich diesen ersten rund 200-seitigen Manga-Band recht expositionslastig. Das mag bei solch einem Auftakt einer neuen Reihe mit völlig neuen Charakteren natürlich schlicht notwendig sein, nahm hier jedoch etwas sehr viel Raum ein, sodass sich das vorläufige Ende zunächst etwas unbefriedigend anfühlte. Dennoch freute es mich, dass wir es hier einmal mit komplett neuen Figuren zu tun haben, von Kylo Ren mal abgesehen. Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, hier eine besonders originelle Geschichte erzählt zu bekommen. Diese Erzählung vom Nobody zum Helden habe ich dafür schon zu oft erzählt bekommen.

Ein Pluspunkt ist jedoch das Manga-Format, wodurch die Story etwas frischer und weniger austauschbar wirkt. Den schaurig anmutenden Antagonisten, dessen Motivation es ist, in die ruhmvolle Riege der echten Knights of Ren aufzusteigen, fand ich sowohl visuell als auch storytechnisch interessant, genauso wie Nioka und die Lehrer-Figur Baron, die merklich liebevoll gestaltet wurden. Rund um das verschollene Schiff aus der Hohen Republik und das von Nioka gefundene Lichtschwert hätte ich mir an mancher Stelle noch etwas mehr Hintergründe gewünscht, doch die Reihe hat ja erst begonnen. Das Ende, an dem der Antagonist noch einmal einen eindrucksvollen Monolog, in dem er seine finsteren Ziele offenlegt, vorträgt, macht durchaus ein wenig Lust auf mehr.

Die, wie für das Medium üblich, schwarz-weißen Zeichnungen von Ruiz sowie die Toning-Anteile von Ruben Candel können zu einem großen Teil überzeugen und fangen die neuen Charaktere wunderbar stilsicher für das japanische Format ein. Gleichzeitig ist ein Kylo Ren auch schnell wiederzuerkennen. Lediglich in den actiongeladeneren Panels wird es einige Male etwas chaotisch und unübersichtlich, wie zum Beispiel als die Truppe bei den Bohrungen auf den Tempel stößt. Hier musste ich einige Male die Seiten nochmal lesen, um das Geschehen vollständig erfassen zu können. Ein visuelles Highlight der schattierungsreichen Zeichnungen sind auf der anderen Seite die Splash-Panels, in denen Figuren im zentralen Fokus stehen dürfen, wodurch die Geschichte trotz der oftmals auch lockereren Dialoge nicht an Epik verliert.

Fazit

Path of the Lightsaber Volume 1 lässt durchaus immer einmal wieder Potenzial für eine spannende Geschichte durchscheinen, und auch die verschiedenen neuen Charaktere, die hier zunächst eingeführt werden, sind sowohl visuell als auch storytechnisch mit viel Herzblut gestaltet. Trotz vieler, nicht immer übersichtlicher Action-Sequenzen legt mir dieser erste Band etwas zu viel Fokus auf Exposition. Fans des Formats, die Lust auf eine Geschichte mit frischen Figuren zur Zeit der Sequel-Filme haben, dürften trotzdem Freude an diesem ersten Manga-Band haben.

Wir danken VIZ Media für die Bereitstellung eines digitalen Rezensionsexemplars.

Schreibe einen Kommentar