Marvel-Mittwoch: Bounty Hunters #29 und The Mandalorian #6

Dieser Marvel-Mittwoch steht ganz im Zeichen der Kopfgeldjäger, denn mit Bounty Hunters #29 und The Mandalorian #6 kommen diese gleich im Doppelpack. Und sowohl T’ongas Team als auch die wilde Mischung aus Kopfgeldjägern, der sich der Mandalorian für diese Folge anschließt, haben knackige Aufgaben zu bewältigen.

Achtung: Wie immer besprechen wir im Marvel-Mittwoch die Handlung des Comics, sodass sowohl der Beitrag als auch die Kommentare Spoiler enthalten können.

Da keinerlei Abhängigkeiten zwischen den Heften bestehen, gibt es auch keine empfohlene Lesereihenfolge.

Bounty Hunters #29

Der Inhalt

Bounty Hunters #29 (14.12.2022)
Bounty Hunters #29 (14.12.2022)

An Bord der Edgehawk informiert T’onga ihr Team über ihre bevorstehende Mission. Das Imperium hat sich auf Jahnae mit einer streng geheimen Forschungs- und Entwicklungsstation breitgemacht. Die Bevölkerung des Planeten ist fast komplett verdrängt worden, nur in einer kleinen Stadt duldet man sie noch, weil viele ihre Einwohner für die Forschungseinrichtung arbeiten. Aber es verbergen sich auch Rebellen und Crimson-Dawn-Anhänger unter diesen, was Grund genug für das Imperium ist, dies nun zu beenden. Aber erwartungsgemäß ist Tasu nicht so sehr an Hintergründen interessiert, sondern nur an der Action. Zeitgleich unterweist auch Valance sein Team an Bord eines der imperialen Frachter. Bei ihm klingt die Hintergrundgeschichte naturgemäß etwas anders und er legt größten Wert darauf, dass bei ihrem Vorgehen klar zwischen den ortsansässigen Einwohnern und den Crimson-Dawn-Anhängern zu unterscheiden ist.

Viel Zeit für große Diskussionen gibt es aber auf beiden Seiten nicht mehr, denn der Frachter ist gerade gelandet und beide Seiten müssen in Aktion treten, um ihre jeweiligen Ziele umzusetzen. T’ongas Team gelangt auch trotz massiven Regens zunächst unbemerkt an Bord, der wenige Widerstand ist schnell ausgeschaltet. Aber dies ändert sich alsbald, wie Tasu und Bossk am eigenen Leib erfahren, als sie auf Tanka – den Trandoshaner aus Valances imperialen Team – treffen.

Währenddessen hadert man beim Son-Tuul Pride Syndikat gerade, was wichtiger ist: Überleben oder Ehre. Eine alte philosophische Frage, für deren sehr einfache und zeitnahe Beantwortung IG-88 ein paar ganz eigene und sehr durchschlagende Denkanstöße mitbringt. Zur großen Befriedigung von IG-88 kommt es aber auch hier mehr zum Austausch von Feuerstößen als von Argumenten und so kann er alsbald Vukorah den erfolgreichen Abschluss seines Einsatzes vermelden und einen neuen Auftrag entgegen nehmen.

Zwischenzeitlich ist T’ongas Team, verstärkt um lokale Kräfte, auch im Inneren des Transporters auf heftigen Widerstand gestoßen. Wildes Blasterfeuer überall, strömender Regen draußen und nun auch noch ein Ausfall der Beleuchtung im Inneren des Schiffs. Kann es denn noch schlimmer werden? Ja, denn nun hört T’onga eine Stimme, die sie trotz allem sofort erkennt: Valance Beilert. Und auch dieser erkennt T’onga, als es zur Konfrontation zwischen den beiden kommt.

Die Umsetzung

Ethan Sacks erzählt wieder eine sehr stringente und spannende Geschichte, bei der sich diesmal für so ein Setting die typische Action auf ein Minimum beschränkt. Nachdem Valance jetzt eine ganze Weile quasi nur noch als Nebenquest mitlief, kommen nun die Erzählungsstränge um ihn und T’onga wieder zusammen. Dies macht Sacks sehr geschickt und glaubhaft. Der Handlungsstrang um Vukorah ist auch noch aktiv, aber gerade mehr im Hintergrund. Dadurch ist man bei allen auf dem Laufenden, ohne dass sich die Geschichten stauen oder gegenseitig Platz wegnehmen. Und auch am notwendigen Humor lässt er es nicht mangeln.

Zur gewohnt exzellenten graphischen Umsetzung durch Paolo Villanelli und Arif Prianto brauche ich wohl nicht viel sagen, die Vorschauseiten sprechen da wieder für sich. Es sind wieder etliche Panels dabei, die auch für sich stehen und die wir des Öfteren noch zu sehen bekommen werden. Den Regen konnte man förmlich auf der eigenen Haut spüren. Sehr originell fand ich aber auch, dass man sich bei der ersten Actionszenen diesmal etwas mehr auf eine stille Umsetzung verlassen hat, dadurch wirkte der Überraschungsangriff von Tasu auf die Shoretrooper noch eindrücklicher.

Sehr gut gefällt mir die phasenweise Zweiteilung der Seiten: Auf der Linken läuft die Handlung rund um Valance, rechts die rund um T’onga. Das ist ein sehr gelungener Kniff in der Panel-Orchestrierung, der gerade auch mit der gespiegelten Handlung sehr gut funktioniert und uns Leser die Geschichte parallel erleben lässt.

Fazit

Ein sehr gelungenes Heft mit einem interessanten Auftakt für diesen fünfteiligen Handlungsbogen. Die Geschichte, Zeichnungen und Zusammenstellung der Panels haben mich wieder rundum begeistert. So mag ich die Bounty Hunters-Reihe!

Bewertung: 5 von 5 Holocrons
Bewertung: 5 von 5 Holocrons

The Mandalorian #6

Der Inhalt

The Mandalorian #6 (14.12.2022)
The Mandalorian #6 (14.12.2022)

Nachdem der Mando und Grogu von Tatooine fliehen mussten, versucht der Mando sie mit einem Gelegenheitsjob über Wasser zu halten. Auf Vermittlung eines früheren Arbeitgebers namens Ran schließt er sich einer wild zusammengewürfelten Truppe aus Kopfgeldjägern an, die den Auftrag haben, einen Partner von Ran zu befreien. Dieser befindet sich an Bord eines stark bewaffneten Gefangentransporters der Neuen Republik und auch das Zeitfenster ist nicht besonders groß, da die Sache gelaufen sein muss, ehe das Schiff in den Hyperraum springen kann.

Nach einer kleinen, eher ruppigen Teambuilding-Session an Bord der Razor Crest trifft das Team an seinem Einsatzort ein. Und auch an Bord des Gefangenentransporters läuft es nicht gut für das Team. Immerhin kann der Mando unter Beweis stellen, warum er für diese Mission angeheuert wurde. Aber immer neue Überraschungen und Wendungen sowie die etwas schräge Dynamik im Team, besonders nach der Befreiung der Zielperson, sorgen für eine Aufteilung des Teams und nun heißt es doch wieder: Mando gegen den Rest der Welt. Aber auch Grogu möchte etwas mitmischen. Und so finden die anderen nach und nach im Mando ihren Meister, wobei auch der Mando die ein oder andere Blessur davonträgt. Der befreite Geschäftspartner von Ran bleibt nach einer gescheiterten Konfrontation nicht nur am Leben, sondern wird auch ganz brav abgeliefert, weil dies ja sonst gegen die Ehre des Mandos wäre und es sonst ja auch keine Belohnung geben würde, auf die er aber dringend angewiesen ist.

Nachdem Mando die Zielperson bei seinem Auftraggeber abgeliefert hat und nach Erhalt der Belohnung wieder abfliegt, möchte sein Auftraggeber den Mando aber hinterrücks aus dem Weg räumen, aber eine weitere kleine Wendung sorgt hier mal wieder für das, was Autoren „göttliche Gerechtigkeit“ nennen. Und so setzen der Mando und Grogu ihre Reise zueinander und einem unbekannten Ziel ungestört fort.

Die Umsetzung

Dieses Heft bzw. Kapitel der Streaming-Serie fiel schon damals etwas aus dem Rahmen und hat die meisten Zuschauer und nun wohl auch Comic-Leser mit vielen Fragen zurückgelassen. Allerdings wäre es nicht recht, dies nun Rodney Barnes anzulasten, denn er hat ja nur das umgesetzt, was die Serie vorgab. Die Reibereien im Team kommen in dieser Comic-Adaption aber nur bedingt rüber, was auch dem Umstand geschuldet ist, dass solche Dinge immer sehr text- und gestenlastig sind, was sich in Comics mit ihrem Platzmangel nur bedingt umsetzen lässt. Dem Platzmangel ist auch die teilweise sehr komprimierte Wiedergabe der Ereignisse, besonders auf dem Gefangenenschiff, geschuldet. Ohne die Folge bei Disney+ gesehen zu haben, dürfte der Comic phasenweise nur schwer verständlich sein. Man springt halt von Panel zu Panel und von Action zu Action.

Georges Jeanty ist es bei den Zeichnungen der Kopfgeldjäger-Truppe gelungen, einige der holprigen Darstellungen aus dem Original zu glätten, was sehr zum Vorteil der Leser ist. So wirkt auch die weibliche Twi’lek Xi’an nicht mehr ganz so wie ein misslungener Harley-Quinn-Verschnitt. Lediglich mit Migs Glazkopf tut er sich immer wieder mal etwas schwer. Dexter Vines, Karl Story und Rachelle Rosenberg standen vor der schwierigen Herausforderung, das Spiel mit dem Rotlicht und Dunkelheit an Bord des Gefangenentransporters umzusetzen, und haben es, bis auf wenige Panels, vorgezogen, dies einfach zu ignorieren.

Positiv herausheben möchte ich das reguläre Cover, welches von Patrick Gleason gezeichnet und von Alejandro Sánchez koloriert wurde. Es mag auf den ersten Blick etwas sehr poppig erscheinen und dies ist es ja auch, aber es ist mal eine angenehme Abwechslung zu den sonst ja meist etwas sehr in Moll gehaltenen Bildern vom Mandalorian als Einzelkämpfer.

Fazit

Obwohl das Heft an einigen Stellen Probleme der Live-Action-Serie umgangen hat, ist das Endergebnis dank Schwächen an anderen Stellen auch nicht besser als die Streaming-Serie. Weiterhin gibt es von mir auch für dieses Heft keine Kaufempfehlung, dafür ist das Geschehen in diesem Heft sowohl an und für sich als auch im Gesamtkontext der Serie zu unbedeutend.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!
Bewertung: 3 von 5 Holocrons

Der Mandalorian ist bereits direkt nach den Feiertagen wieder im Einsatz, wenn The Mandalorian #7 am 7. Januar 2023 erscheint, während die Kopfgeldjäger noch bis zum 18. Januar 2023 Urlaub machen dürfen, ehe sie mit Bounty Hunters #30 wieder dran sind.

In der nächsten Woche ist dann Weihnachtspause, dafür gibt es dann am 28. Dezember eine umfangreiche Bescherung. Es dann wieder weit, weit in die Vergangenheit zurück, wenn Vildar und Matty in The High Republic #3 ihre Ermittlungen in den Wirren von Jedha fortsetzen und dabei mit den Guardians of the Wills zusammentreffen. Auch The High Republic: The Blade #1 wird starten. Dazu noch Yoda #2: Light and Life, Part 2, Han Solo & Chewbacca #8 und Doctor Aphra #27. Es sollte also niemandem über die Feiertage langweilig werden.

Da Verschiebungen über die Feiertage und den Jahreswechsel nicht ungewöhnlich sind, können sich bei den Erscheinungsterminen der Hefte aber durchaus die ein oder andere Änderung ergeben. Wir halten euch da wie immer auf dem Laufenden.

Wir bedanken uns bei Marvel für die Bereitstellung der digitalen Vorab-Exemplare, ohne die unser Marvel-Mittwoch nicht möglich wäre.

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