Marvel-Mittwoch: Darth Vader #17 und War of the Bounty Hunters: IG-88 #1

An diesem Marvel-Mittwoch klingt auch in der Darth Vader-Reihe das War of the Bounty Hunters-Crossover aus. Zusätzlich erfahren wir, welche Rolle IG-88 in dieser Auseinandersetzung zugefallen ist.

Achtung: Damit wir mit euch frei über den Inhalt und unsere Meinung zur Handlung diskutieren können, enthalten die Rezensionen Spoiler und auch in den Kommentaren kann es Spoiler geben.

Darth Vader #17 – rezensiert von Tobias

Darth Vader liefert heute noch seinen Beitrag zum Finale der War of the Bounty Hunters-Reihe nach und wirft zeitgleich seinen Schatten auf zukünftige Ereignisse voraus. Dabei ist die Ausgabe wie gewohnt eher mittelmäßig, bevor am Ende eine größere Enthüllung auf uns wartet.

Zum Inhalt

Darth Vader #17 (27.10.2021)
Darth Vader #17 (27.10.2021)

Während Ochi und Moore noch auf dem Planeten kämpfen, ist Vader in TIE Advanced – wie in bisher gefühlt 40 Ausgaben – noch auf der Jagd nach Luke in dessen X-Wing. Auch in dieser Ausgabe ergeht dann der Auftrag des Imperators von Luke abzulassen und stattdessen die Hutts selbst für ihren Verrat büßen zu lassen.

Es ist schon mehrfach aufgefallen, dass dieses ganze Crossover für „Allesleser“ zu repetitiv ist. Ständig sehen wir die exakt gleichen Szenen, die vielleicht etwas erweitert werden, aus anderen Perspektiven und die Handlung bewegt sich eigentlich nur in der Hauptreihe merklich weiter. Da diese aber schon abgeschlossen ist, ist auch das Schicksal von Bokku nicht mehr spannend und daher Vaders Konfrontation mit ihm nicht mehr als eine Erinnerung an dessen wahre Loyalität.

In seinen letzten Atemzügen erklärt er dann noch Vader, dass seine Loyalität Crimson Dawn gilt, da in einer Galaxis aus Hexen und Imperatoren nur so die Möglichkeit besteht sich zu behaupten. Ziemlich erfolgreich war dieses Konzept zumindest für Bokku am Ende nicht, der sein Schiff in die Luft jagt, was Vader aber natürlich – der Macht sei Dank – unbeschadet in einem Metallball übersteht.

Zurück auf der Exekutor bekommen wir zumindest dahingehend neue Szenen, dass Moore, Ochi, Mas Amedda und auch Vader und der Imperator (wenn auch letzterer nur per Holo) wieder aufeinandertreffen. Moore bescheinigt weiterhin, dass sie nur die Interessen des Imperators vertreten hat, der Luke lebend wollte, doch der Imperator nimmt nicht einmal ihre Anwesenheit wahr. Abseits davon fand ich die Konferenz erfrischend richtungsweisend, denn Vader wird nun damit beauftragt diese widerspenstige Gruppierung zu jagen und so die Gefahr für das Imperium auszuschalten.

Vergleichsweise erzwungen wirkte im Anschluss daran das Aufbringen der Liga der Assassinen, denen Ochi angehörte bevor er in Vaders Dienste kam und die er nun aufsuchen soll, um einen eher subtileren Ansatz zur Ausschaltung der Kollaborateure von Crimson Dawn zu finden. Wozu Vader dann erst ein ganzes Bataillon samt Todestruppler zur Seite gestellt wurde, weiß wohl nur der Autor.

Diese Liga war jedoch wichtig für die Handlung und deshalb musste sie in den letzten 5 Seiten auftauchen. Dieser ist es nämlich gelungen Qi’ra zu fassen und einzusperren, was Ochi voller Bewunderung bemerkt und auch gleich verstohlen nachfragt, ob noch andere davon wissen. Als die anderen Assassinen das Verneinen, erschießt er sie und die Ausgabe endet mit einem Panel, indem beide ihren Wahlspruch „a million stronger than one“ rezitieren, den der Imperator weiter vorne im Heft noch ausgelacht hat.

Nun ist die Frage wie sich dies weiterentwickeln wird und ich glaube bei jeder Figur außer Ochi wäre es auch wirklich spannend gewesen, nur leider wissen wir, dass er am Ende derjenige sein wird, der Reys Eltern für den Imperator jagt und daher sein Verrat nicht langfristig sein kann. Ochi ist ein Opportunist, soviel ist aus seinen Stiefellecker-Momenten auf Mustafar und nun in diesem Crossover deutlich geworden, aber am Ende kann ich Qi’ra nur bessere Verbündete wünschen.

Die Zeichnungen

Insgesamt liefert das Künstlerteam wieder eine solide Leistung ab. Die Raumkämpfe sind weiterhin gut zu erkennen, was aber auch daran liegen kann, dass sich schon sehr oft in diesem Crossover einen verfolgten Luke und einen verfolgenden Vader gesehen hab und es daher quasi unmöglich ist, sich nicht zurechtzufinden. Ansonsten wirkt Bokku in jedem Panel etwas anders, aber da er der einzige Hutte ist, mit dem Vader in dieser Ausgabe länger konferiert, fällt es nicht schwer ihn zu erkennen. In puncto Vollbild-Szenen sticht eigentlich nur das letzte Panel hervor, welches aber gerade Qi’ra nicht so gut getroffen hat und mit Ochi auch ein eher langweiliges Charakterdesign in den Fokus rückt.

Fazit

Darth Vader schreitet erhobenen Hauptes aus dem War of the Bounty Hunters. Dabei baut Autor Greg Pak in großen Teilen mal wieder bereits bekannte Handlungen eher aus und erweitert sie um Einblicke, die nicht wirklich belohnend für den Leser wirken, da dieser die generelle Story bereits kennt. Der Auftrag nach weiteren Verschwörern im Imperium zu suchen, beginnt spannend, wird dann aber schnell als Möglichkeit entlarvt, um Ochi am Ende an Qi’ras Seite stehen zu lassen. Inwieweit da noch mehr Substanz folgt oder in die Crimson Reign-Reihe ausgelagert wird, bleibt wie immer bei der Vader-Reihe, abzuwarten.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

War of the Bounty Hunters: IG-88 #1 – rezensiert von Matthias

Auch im Oktober gibt es wieder ein begleitendes Sonderheft zum Crossover, diesmal IG-88 und seiner Nebenrolle in diesem Konflikt gewidmet.

Der Inhalt

Die Geschichte beginnt mit einer Art Nachruf auf IG-88B durch den Cyborg-Mechaniker RB-919, der auch noch mal schildert, wie IG-88 durch Vader zerstört wurde. Dessen Darstellung entspricht aber eher den Geschehnissen aus Darth Vader #13 als seiner tatsächlichen Zerstörung in Darth Vader #14. Dies ist entweder ein Bruch oder lässt sich dadurch erklären, dass kaum jemand von den streng geheimen Ereignissen im Administrative Garden 313A weiß, während sich das Gemetzel auf den unbenannten Planeten im Hutten-Space sicher weiter herumgesprochen haben dürfte. Es könnte aber auch sein, dass die Auftraggeber von RB-919, Crimson Dawn, ihn bewusst mit falschen/unvollständigen Informationen gefüttert haben. Darauf deuten auch ein paar andere „Zusammenfassung“ von Ereignissen des Krieges der Kopfgeldjäger hin. Jedenfalls macht sich RB-919 an die Arbeit IG-88B von einer Schutthalde eines ungenannten Planeten zu bergen und dann zu reparieren. RB-919s eigene Träume, den reparierten Killerdroiden dann später, nach der Mission für Crimson Dawn, für sich und seine eigenen Pläne nutzen zu können sterben aber mit ihm im ersten Waffentest. Denn der in einem neuen Chip eingebrannte Befehlssatz weist den wiederauferstandenen IG-88B an, alle nicht benötigten Personen vor Ort zu töten. Zu diesen zählt nach der kalten Logik von IG-88 auch RB-919, da er ja seine Aufgabe bereits voll erfüllt hat, wofür er dem Leichnam auch mehrfach dankt.

Pragmatisch veranlagt, wie er nun mal ist, übernimmt er auch gleich dessen Schiff und setzt sich erstmal mit Deva Lompop in Verbindung, um von ihr seinen weiteren Auftrag erläutert zu bekommen. Sein Ziel ist es Han Solo für Crimson Dawn wiederzubeschaffen. Dafür muss er Boba Fett finden, diesen ausschalten und dann den immer noch eingefrorenen Han Solo zurückzubringen. Mit der ihm eigenen Effizienz macht sich IG-88 sogleich an die Arbeit bzw. auf die Jagd.

Als Boba bald darauf auf Tatooine landet, wartet er dort im Verborgenen schon auf ihn. Dank eines gehackten Zugangscodes gelingt es ihm relativ einfach in die Slave 1 einzudringen und Solo in seinem Karbonit-Block aufzufinden. Das Ganze kommt ihm viel zu einfach vor, was sein Misstrauen weckt und ihn darüber nachdenken lässt, ob es sich bei dem Han Solo Block um eine Fälschung handeln könnte. Aber der just in diesem Augenblick zurückkehrende Boba versichert ihm glaubhaft, dass es sich um den echten Han handelt. Es ergibt sich ein kleines Wortgefecht, welches aber erwartungsgemäß in kürzester Zeit in ein echtes Waffengefecht mündet. Als es IG-88 gelingt Boba mit einigen Treffern niederzustrecken, wähnt er sich schon als Sieger, aber wie auch im Kampf gegen Vader triumphiert er zu früh und muss einen eiskalten Rückschlag hinnehmen. Am Boden liegend war es Boba noch gelungen einen Schuss auf den Tank der extra für den Rücktransport von Han eingebauten Kühlanlage abzugeben und das plötzlich freigesetzte Kühlmittel friert IG-88 komplett ein. Er kommt erst später, in der Wüste außerhalb des Raumschiffes, wieder zu sich und kann nur noch dabei zuschauen, wie Boba mit seinem Raumschiff flieht.

Diese erneute Niederlage scheint etwas in seiner Programmierung verändert zu haben, denn er bricht nun seinen Auftrag eigenmächtig ab, erklärt sich selber für frei und begibt sich zurück auf jenen Planeten, auf dem ihn RB-919 gefunden und repariert hatte. Da ihm seine Logik gezeigt hat, dass er doch nicht so vollkommen ist, wie er dachte, will er dort an seiner Weiterentwicklung arbeiten, um noch besser zu werden.

Die Umsetzung

Autor Rodney Barnes legt hier einen eher untypischen Comic vor, der trotzdem recht interessant ist. Die Berührungspunkte zum War of the Bounty Hunters-Crossover sind bestenfalls vorgeschoben, so dass sich die Geschichte komplett auf die Wiederauferstehung von IG-88B und seine abschließende Erkenntnis, doch nicht so perfekt wie angenommen zu sein, konzentrieren kann. Die Herausforderung seiner strengen Logik im eigenen Handeln durch für ihn unlogische und damit überraschende Verhaltensweisen bei Vader, Boba, oder aber den Voltaics im IDW Star Wars Adventrues Annual 2020, ist immer wieder ein lohnendes Motiv. Nach seiner physischen Wiederherstellung durch RB-919 muss nun die innere Erneuerung durch ihn selber erfolgen.

Die ungewöhnliche Perspektive am Anfang und die Ruhe mit der diese Wandlung geschildert wird ist durchaus reizvoll. Eingebettet ist dies in den typisch trocknen Humor von IG-88 Comics und auch das geschickte Spielen mit Zitaten gelingt dem Autor sehr gut.

Das Künstlerteam, bestehend aus Guiu Vilanova (Zeichnungen) und Antonio Gabela (Farben), hat ebenfalls eine gute Arbeit geleistet. Die Panels sind stimmungsvoll, gut kontrastiert und detailliert. Auch wenn nicht ganz so kreativ mit den Formen und Zusammenstellung der Panels agiert wird, wie in anderen Comics, kommt keine Monotonie auf. Sehr gelungen finde ich die Abschlusspanels auf der letzten Seite. Einerseits greift er nach den Sternen, andererseits hat er sich gerade selber klein gemacht und dies alles im Halbschattenriss vor dem umwerfenden Sternenhimmel als Hintergrund. Was für ein erhebendes Abschlussbild, welches alle Optionen für IG-88s Weiterentwicklung offen lässt.

Fazit

Ein etwas ungewöhnliches Heft, welches eigentlich nichts zum Crossover beiträgt, sondern dieses nur als Hintergrund nutzt, um die Wiederauferstehung von IG-88 zu erzählen. Trotzdem sollte man da mal einen Blick rein werfen, denn IG-88 bleibt uns ja noch eine Weile erhalten. Für IG-88 Fans ist es eh Pflichtlektüre.

Nächste Woche findet das Crossover dann für die Hauptreihe und die Bounty Hunters-Reihe seinen Abschluss, wenn für diese der Übergang zum Nachfolgeevent beginnt.

Wir bedanken uns bei Marvel für die digitale Vorab-Ausgaben, ohne die unser Marvel-Mittwoch nicht möglich wäre.

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