Marvel-Mittwoch: The High Republic #4

Im ersten Marvel-Mittwoch des Aprils beginnt der erste Handlungsbogen der Marvel-Serie zur Hohen Republik mit The High Republic #4 seine zweite Hälfte! Meine Meinung zum Werk findet ihr wie gewohnt unterhalb der Spoilerwarnung. Viel Spaß beim Lesen!
Achtung: Bitte bedenkt, dass unsere Marvel-Mittwoch-Rezensionen Spoiler enthalten, damit wir in den Kommentaren mit euch diskutieren können.

Der Inhalt

„There are no shortcuts on light’s path.”

Jedi-Meister Sskeer

The High Republic #4, welches den Comic There Is No Fear, Part 4 enthält, startet mit einen Rückblick zu Keeve Trennis‘ Training auf der felsigen Welt Kirima. Keeve erinnert sich daran, wie ihr ehemaliger Meister Sskeer immer an sie geglaubt hat, immer genau wusste, wie er sie motivieren kann, sie immer aufgefangen hat, wenn sie gefallen ist. Die Trainingssequenz erinnert ein wenig daran, wie Loden Greatstorm seinen Padawan Bell gerne mal Klippen runtergestoßen hat. Klippenspringen war scheinbar eine beliebte Übung zu Zeiten der Hohen Republik! Die Szene stellt einen schönen Kontrast zur Gegenwart her, in der Sskeer sich von den Drengir hat korrumpieren lassen.

Die Jedi Keeve, Avar und Ceret sowie der kleine Junge Bartol sitzen (oder besser gesagt, hängen) in der Patsche. Als Avar versucht, Sskeer zur Vernunft zu bewegen, gibt es eine schöne Anspielung auf Light of the Jedi, denn Avar konnte Sskeers Lied in der Macht nicht mehr wahrnehmen. Sskeer, der den Drengir praktischerweise eine Stimme verleiht, holt in guter Bösewicht-Manier über die tragische Vergangenheit der Spezies aus. Diese Stelle ist vor allem visuell beeindruckend gestaltet. Hier erfahren wir mehr über ihre Geschichte und bekommen eine kleine Verknüpfung zu Claudia Grays Roman Into the Dark (welches außerdem mit Der Aufstieg Kylo Rens die Amaxinen-Station gemeinsam hat, auf der die Drengir wiedererweckt wurden).

Unterdessen herrscht auch auf der Starlight-Station Chaos, denn in dem toten Hutten hat sich einer der Drengir eingenistet und bricht nun aus dessen Körper aus. Die „Quarantänemaßnahmen“ haben mir in dieser Szene ein Schmunzeln entlocken können, denn irgendwie schafft es die Hohe Republik erneut, doch gar nicht so weit von unserer Realität entfernt zu sein.

Keeve spricht Sskeer weiterhin gut zu, sie glaubt an ihn, ebenso wie er immer an sie glaubte. Mir gefällt, dass dieser Dialog zwar dramatisch, aber keineswegs überzogen ist, und dass Keeve die Worte ihres damaligen Meisters „There are no shortcuts on light’s path“ wieder aufgreift. Und tatsächlich – nach einer Szene, die an die Gehirn-Parasiten aus The Clone Wars erinnert – spricht sie wieder mit Sskeer. Der Plot Twist, dass Sskeer sich den Drengir bewusst hingegeben hat, um deren Schwächen herauszufinden, hat mich überrascht, ich würde ihn daher als gelungen bezeichnen, auch wenn für mich noch etwas unklar bleibt, was genau denn jetzt diese Schwachstelle war.

Die Jedi schaffen es, auch Bartol zu befreien, und suchen Kal Sulman auf, der ganz in seiner Rolle als mieser Aufseher der Kolonie aufgeht. Sskeer scheint den Einfluss der Drengir noch nicht ganz losgeworden zu sein, was sich in seinem aggressiven Angriff äußert. Ich bin gespannt, wie sich dieser Aspekt in den nächsten zwei Teilen der Geschichte noch entwickeln wird. Mir gefällt auch, wie die Handlungen der Starlight-Station und Sedri Minor parallel verlaufen und immer wieder ineinander übergreifen. Die Probleme der Starlight- und der Sedri-Minor-Jedi scheinen sich nun aber vertauscht zu haben, denn jetzt kämpft man auf der Starlight-Station mit einem Drengir und die Truppe um Keeve Trennis bekommt es mit den Hutten zu tun! Die Hutten haben für mich zwar noch nie die spannendsten Gegner in Star Wars dargestellt, aber ich lasse mich gerne überraschen, was noch alles hinter dem Kartell steckt und vor allem, wie es nun mit der Bacta-Geschichte aussieht. Die Untersuchungen des Hutt-Leichnams sind bisher ja eher nach hinten losgegangen. Im nächsten Heft steht uns also die Konfrontation mit den Hutten bevor, die den Planeten kurzerhand für sich beansprucht haben, was die Jedi wohl kaum durchgehen lassen werden…

Die Umsetzung

Wie auch die vorangegangenen Hefte erstrahlt The High Republic #4 in den buntesten Farben. Zwischen Rückblende und Gegenwart wird durch die pastelligen Töne in der Trainingssequenz ein schöner Kontrast hergestellt. Auch der Flashback zu Sskeers Unfall bei der Schlacht von Kur ist farblich abgehoben; die Panels sind an dieser Stelle außerdem durch seinen Lichtschwertschwung getrennt, eine zeichnerische Kleinigkeit, die zwischen den Momenten eine Einheit erschafft. Besonders gefallen hat mir auch die Seite, auf der die Vergangenheit der Drengir beleuchtet wird, denn die standardmäßigen weißen Ränder wurden durch die Ranken der Wesen ersetzt.
Auch in diesem Heft kommt der Ekel nicht zu kurz. Der sich in den Hutten eingenistete Drengir wurde gut in Szene gesetzt und ist ganz schön abstoßend. Auch die Tentakeln der Drengir, die sich in Mund und Nase der Jedi schlängeln, lassen einen erschaudern. Etwas mehr Klarheit hätte ich mir jedoch an der Stelle gewünscht, an der Sskeer die Schwäche der Drengir offenbart. Lässt er sie hier mit der Macht in die Höhe schweben? Meiner Meinung nach ist das nicht ganz so gut zu erkennen.
Hervorheben kann man zuletzt noch das Aussehen der Hutt-Kolonne, die ziemlich piratenmäßig auftreten. Im Gegensatz dazu sieht Jabba definitiv gezähmt aus. Eins ist klar, den Rancors mit ihren Stachel-Rüstungen möchte man nicht begegnen!

Fazit

Insgesamt ist auch The High Republic #4 wieder ein solider Comic. Erneut wurde das visuelle Medium gut ausgenutzt und mit Rückblenden und stilistischen Feinheiten gespielt. Wie auch in Heft #3 gibt es einige Gruselelemente, die gut in die Geschichte passen, und auch ruhige Momente wurden schön eingearbeitet. Auf einen Cliffhanger wurde natürlich auch nicht verzichtet, dieser ist für mich jedoch etwas weniger spannend als die der vorherigen Hefte. Für die letzten zwei Teile der Geschichte There Is No Fear wünsche ich mir jetzt, dass wir etwas mehr Plot und dafür etwas weniger Action bekommen. Was genau hat es denn nun mit den Hutten und dem Bacta auf sich? Und wo ist eigentlich Terec…? Hoffentlich gibt es bald ein paar Antworten!

Wie hat euch der vierte Teil der Story There Is No Fear gefallen? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare!

Wir bedanken uns bei Marvel-Comics für die Bereitstellung des digitalen Vorabexemplars, ohne das unser Marvel-Mittwoch nicht möglich wäre.

Logo zu Star Wars: Die Hohe Republik

Star Wars: Die Hohe Republik ist ein mehrjähriges Buch- und Comicprogramm, das 200 Jahre vor den Filmen spielt und die Jedi in ihrer Blütezeit zeigt. Weitere Infos, News, Podcasts und Rezensionen gibt es in unserem Portal und in der Datenbank.

Schreibe einen Kommentar