Marvel-Mittwoch: Doctor Aphra #4

Chelli Lona Aphra macht Dinge ja gerne etwas anders als der Rest und so hält sie es auch an diesem Marvel-Mittwoch und dies gleich im doppelten Sinne. Denn während die meisten anderen Comic-Reihen diesen Monat ihren aktuellen Handlungsbogen zum Ende gebracht haben, laufen sich Aphra und ihr neues Team erst für das nächsten Monat kommende Finale warm und müssen dabei mal wieder unter Zeitdruck einige schnelle Lösungen entwickeln und umsetzen.

Damit ihr euch beim Lesen nicht wie Aphra unliebsamen Überraschung ausgesetzt seht, hier die Warnung: Wie bei den Marvel-Mittwoch-Artikeln üblich, können Rezension und Leser-Kommentare Spoiler enthalten, da wir frei mit euch über das Heft diskutieren möchten.

Zum Inhalt

Doctor Aphra #4 (30.09.2020)
Doctor Aphra #4 (30.09.2020)

Während Just Lucky seine ehemaligen Team-Gefährten in den Katakomben von Vaale durch Tagges Handlanger verschütten lässt, dämmert diesen, dass sie sich einen anderen Weg zurück zur Oberfläche von Dianth suchen müssen, wenn sie am Leben bleiben wollen. Aber dank einer Entdeckung des Droiden Tee gelangen sie nicht nur schnell aus der Stadt, sondern auch noch zielgenau zurück zu ihren Schiffen. Zuvor haben sie, quasi im Vorbeigehen, noch schnell das große Geheimnis der Stadt und ihrer Schöpfer geklärt. Aber dieses, wie auch die Stadt selbst, werden durch einen Angriff von Tagges Söldnern zu einer Notiz in den Geschichtsbüchern. Durch den Angriff wurde aber nicht nur die Stadt zerstört, sondern auch die Raumschiffe von Aphras Team. Eine der (zu) vielen glücklichen Fügungen dieses Heftes sorgt hier aber sogleich wieder für Ersatz, sodass sich Aphra einen kurzen Kampf mit ihren Verfolgern liefern kann, an dessen Ende ihre planmäßige Ergreifung und Ablieferung bei Tagge steht.

Die Umsetzung

Die Geschichte ist zwar von Alyssa Wong sauber durchkonzipiert konzipiert, aber mir ist die Handlung diesmal einfach zu gradlinig und vorhersehbar. Es gibt im ganzen Verlauf keine einzige, wirkliche Herausforderung fürs Team und selbst die unterwegs zu lösenden Rätsel sind eher unkritisch und wirken kaum mehr wie ein Goody. Dabei offenbaren sie doch ein wichtiges Feature der Stadt und auch der Ringe, die Tagge ja unbedingt in die Hände kriegen will. Und wo wir schon von Ronen Tagge sprechen: Schade und wirklich unnötig finde ich den nun zutage tretenden sadistischen Zug in diesem Charakter, der seinen bis dahin eher „interessanten“ Spleen doch stark entwertet und ihn doch nur zu einem banalen Bösen macht.

Auch bei den Zeichnungen von Marika Cresta und Rachelle Rosenberg scheint diesmal der handwerklich saubere Schnelldurchlauf wichtiger als die raffinierte Bildmontage der letzten Hefte gewesen zu sein. So ist professionelle Durchschnittskost entstanden, welche nach drei Heften mit raffinierteren Noten etwas nüchtern wirkt.

Fazit

Dieses Heft fällt durch einige Schwächen im Gesamteindruck doch deutlich gegenüber den anderen dieser Reihe zurück. Aber bei Aphra kennt man ja diese Ruhe vor dem Sturm, insofern habe ich Hoffnung für das kommende, den Handlungsbogen abschließende Heft.

Zusätzlich zu dem normalen Cover gibt es ein von Tula Lotay gestaltetes Variantcover, siehe oben, welches Aphra und Eustacia Okka zeigt.

Mit dem am 28. Oktober erscheinenden Heft #5 findet der Handlungsbogen Fortune and Fate dann seinen Abschluss. Den am 26. Januar 2021 erscheinenden Sammelband hierzu kann man bereits bei Amazon vorbestellen.

Wir bedanken uns bei Marvel für die digitale Vorab-Ausgabe, ohne die unser Marvel-Mittwoch nicht möglich wäre.

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