Rezension: The Clone Wars 7×07: „Kein Ausweg“

Nach dem recht offenen Ende in der letzten Woche befinden sich die Martez-Schwestern und Ahsoka nun in der Gefangenschaft der Pykes und durchleben eine ultimative Filler-Episode, die nur einen kleinen Lichtblick vorzuweisen hat. In den USA erschien diese Folge erstmals vergangenen Freitag, dem 3. April 2020 unter dem Titel „Dangerous Debt“und wurde erneut von Dave Filoni und Charles Murray geschrieben. In Deutschland konnten wir sie dann am gestrigen Freitag, dem 10. April erstmals sehen. Regie führten in der Folge mit dem deutschen Titel „Kein Ausweg“ Saul Ruiz und Bosco Ng.

„Wer du einst warst muss nicht bestimmen wer du jetzt bist.“

Nach dem erfolglosen Betrugsversuch an den Pykes landen die Martez-Schwestern und Ahsoka in Gefangenschaft. Nachdem ihnen die Flucht gelingt, treten auch bekannte Krieger auf den Plan, die sie aber nicht davor bewahren können am Ende wieder dort zu stehen, wo sie zu Beginn der Folge schon einmal standen.

Wenn uns nur jemand mit der Macht hier rausholen könnte…

Zum Inhalt: Puh … Nachdem ich von Folge eins dieses Arcs eher wenig angetan war, hat mich die letzte Folge eigentlich gut unterhalten können und meinen Gesamtblick – bis auf einige Logiklöcher zum Voranbringen des Plots – auf den Arc verbessert. Doch was ist der Sinn hinter dieser Folge? Wir erleben eine nahezu vollständig belanglose Hatz durch die Straßen von Oba Diah und begleiten unsere Hauptcharaktere dabei wie sie genauso viele Schritte zurückgehen, wie sie vorher gut gemacht haben. Es gibt – womit man diese Entscheidung vielleicht hätte verstehen können – nicht einmal eine wirklich tiefgründige Botschaft in dieser Folge. Rafa ist immer noch skeptisch und ihre Unfreundlichkeit führt dazu, dass sie an die Pykes verraten und letztendlich wieder eingelocht werden. Doch diese „Botschaft“ ist nicht nur plakativ, sondern auch so konstruiert geschrieben, dass sie keinesfalls der Beweggrund für diese Folge gewesen sein kann. Ansonsten erleben wir eine Aneinanderreihung von erfolglosen und erfolgreichen Foltereinlagen, von erfolglosen und erfolgreichen Fluchtszenen und hier und da ein paar Gespräche, die uns die Hintergrundgeschichte der beiden Schwestern näherbringen sollen.

Diese Hintergrundgeschichte betrachte ich dabei als einziges Highlight der Folge. Doch auch hier spannt sich bei näherer Betrachtung durchaus der Raum zur Kritik auf. Demnach sind die beiden deshalb so skeptisch gegenüber den Jedi, da ihre Eltern bei einer Verfolgungsjagd von Ziro dem Hutten auf Coruscant zum Kollateralschaden wurden. Diese Erklärung schließt dabei die erzählerische Lücke zwischen der Befreiung von Ziro dem Hutten am Ende der Folge „Das Geiseldrama“ aus Staffel eins und seiner Inhaftierung bei den Hutten auf Nal Hutta in „Die Jagd nach Ziro“ aus Staffel drei. So erzählen sie davon, dass ein gekapertes Schiff in ihr Apartment flog und die „grüne Jedi“ – ich gehe von Luminara Unduli aus – nach dem Tod ihrer Eltern nur den Ratschlag übrig hatte, dass sie keine Wahl hatte und die Macht mit ihnen sein wird. Zugegeben: Bei solch einem Grad an emotionaler Intelligenz ist es kein Wunder, dass ihre Schülerin später Mitarbeiter des Tempels in die Luft gejagt hat. Somit haben beide Figuren tatsächlich eine sehr eindeutige Begründung nicht gerade Fans von den Jedi zu sein, die aber erneut nur konstruiert wurde. Ich habe mich ertappt zunächst fröhlich zu sein, da man eine Folge der ersten Staffel wieder aufgegriffen hat, doch dann fiel mir auf, dass diese Ereignisse ja nie sichtbar gewesen sind, sondern nun aus der Notwendigkeit heraus dazugedichtet wurden. Wie toll wäre es gewesen, wenn wir eine tatsächlich in den früheren Staffeln gesehene Verfolgungsjagd durch die Straßen (ähnlich wie in „Eine Lektion in Sachen Geduld“) Coruscants gehabt hätten und dabei irgendwo ein Schiff in ein Haus geflogen wäre, ohne dass dies im Trubel der Folge weiter für den Zuschauer thematisiert wird und wir nun so viele Jahre später die volle Wucht dieser scheinbar belanglosen Szene zu spüren bekommen hätten. Von daher ist die Idee dieser Hintergrundgeschichte prinzipiell genial, hätte aber noch besser in einen „Wow-Moment“ für den Zuschauer umgewandelt werden können.

Die Folgen ziehen ins Land und sie streiten immer noch…

Doch wie bereits erwähnt hat die Folge bis auf die gute Hintergrundgeschichte – die man übrigens wenigstens visuell hätte begleiten können, statt sie nur zu erzählen – nicht viel mehr zu bieten. Selbst die auftretenden Mandalorianer waren für mich ein schlechter Scherz. Dadurch, dass diese Folge die letzte war, welche die USA vor uns sehen konnten, habe ich bereits durch YouTube-Thumbnails und per Twitter von der Beteiligung der Mandalorianer erfahren und hatte mir demnach mehr erhofft als einen Auftritt für zehn Sekunden mit belanglosen Inhalt. Klar scheint dies ihre wichtigere Rolle für die kommende letzte Folge als auch natürlich für den finalen Mandalore-Arc anzukündigen, aber trotzdem geben sie der Folge keinen Mehrwert. Was wir immerhin sicher wissen ist, dass sowohl Bo Katan die Anführerin der Dreiergruppe war, da ihre Sprecherin als Gaststar gelistet ist, als auch das Ursa Wren – die Mutter von Sabine Wren aus Rebels – dem Gespann angehörte.

Das führt mich demnach auch direkt zu meiner jetzt schon gefassten Erkenntnis: Dieser Arc ist zu lang! Nicht nur die in dieser Folge herausstechend nervigen Martez-Schwestern, sondern auch Ahsoka funktionieren in diesem Gespann nicht, um sich über einen Vierteiler zu tragen. Ahsoka fungiert als bessere Kampfsportlerin und setzt hier und da – meistens zu spät – mal im Geheimen die Macht ein und hat meist nicht mehr beizutragen als hohle Weisheiten. Um das nicht falsch zu verstehen: Ahsoka kann durchaus in mehr als vier Folgen interessant sein, nur kann sie es eben nicht, wenn sie total uninteressante Personen begleitet, wodurch vielleicht hier und da mal ein Lacher entspringt aber sicherlich keine spannenden oder gar tiefgründigen Dialoge. Die Action wird zum Rennen und Schießen degradiert und am Ende schützt die Gruppe dann nur noch die Plotarmor, da der Anführer der Pykes erst die beiden Schwestern erschießen will, da Ahsoka zum Foltern ja reicht und als er dann Ahsoka auch noch gefasst bekommt, trotzdem alle drei am Leben lässt.

Das hat niemand gesehen!

Anmerkungen: Nachdem wir die Hintergrundgeschichte erfahren haben könnte man annehmen, dass die Zurückhaltung Ahsokas in der Ausübung ihrer Machtfähigkeiten nachvollziehbar ist. Das Problem: Sie ist es nicht! Denn selbst wenn die Martez-Schwestern keine Fans der Jedi sind, bedeutet das nicht, dass es besser ist dabei zuzusehen wie Rafa gefoltert wird, anstatt ihr zu helfen und kurz mit der vielleicht negativen Reaktion zu leben. Denn erstens ist Ahsoka de facto kein Jedi mehr und zweitens ist die Botschaft, dass die Handlung weniger Jedi alle zu „bösen“ Wesen macht, genau das was Ahsoka so widerlegen könnte. Wenn sie nun am Ende des Arcs offenbart, dass sie eine Jedi ist/war – was unweigerlich erfolgen muss – dann ist die Reaktion vonseiten der Schwestern hoffentlich zurecht negativer als erwartet, da sie unter Anwendung ihrer Fähigkeiten mehr hätte ausrichten können. Und wo sind überhaupt ihre Lichtschwerter? Hat sie nicht wenigstens einen „Regenschirm“ dabei?

Animation: Es hat mir sehr gut gefallen mal etwas mehr von Oba Diah zu sehen und vor allem die markanten Gänge im Gefängnistrakt aus der Folge „Spuren“ der sechsten Staffel wieder zu entdecken. Auch ansonsten wirkt der Planet recht organisch bevölkert, auch wenn er gerade in der Stadt, in der sich die Verfolgung abspielt, etwas generisch wirkt. Einiges davon hätte auch auf anderen Welten spielen können, wenn man die Pykes weggelassen hätte. Da stach das Anwesen des Königs von Kessel in der vorherigen Folge noch deutlich mehr heraus. Übrigens habe ich noch ein weiteres Highlight in meinen Aufzeichnungen entdeckt und zwar: der Ithorianer im Badeanzug. Keine Ahnung wer auf diese Kleiderwahl gekommen ist, aber ich musste darüber mehr lachen als über die „Ach-so-lustigen“ Martez-Schwestern…

Ahsoka erfährt gerade in welcher inhaltslosen Story sie mitspielen soll.

Fazit: In der dritten Folge des zweiten Arcs der finalen Staffel von The Clone Wars beweist sich leider, dass man die wertvollen Plätze sinnvoller hätte nutzen können als eine Jagd nach Drogen zu inszenieren, die gerade in dieser Folge so sehr auf der Stelle tritt, dass der Boden bereits stumpf geworden ist. Die Hintergrundgeschichte gibt dem Handeln der Schwestern zumindest eine kleine positive Note, rechtfertigt aber nicht die Zurückhaltung Ahsokas und hätte – gerade da wir es nicht gesehen haben – parallel zur Erzählung noch visualisiert werden können. Alles in allem schaue ich voller Sorge auf die letzte Folge und bin mir fast schon sicher, dass ein Arc rund um die Crystal Crisis wohl tatsächlich mehr Daseinsberechtigung gehabt hätte als diese langweilige Nebengeschichte die mehr Folgen hat als sie tatsächlich füllen kann.

Ein Kommentar

  1. Ich finde die Folge ziemlich gut!

    Zum einen finde ich sehr schön wie man hier auch wieder nahtlos an die letzte Folge anknüpft. Zum anderen finde ich die Fluchtsequenzen in dieser Folge ziemlich cool und sehr schön anzusehen. Den Anfang der Folge als sie in den Zelle sind fand ich extrem cool vorallem wie Trace und Rafa von ihrere Vergangenheit erzählen und wie ihre Eltern ums Leben kamen. Den Aspekt das die Jedi (in dem Fall Luminara Unduli) eine große Rolle dabei gespielt haben fand ich sehr schön und zeigt nochmal was für eine Emotionslose Jedi Meisterin Luminara ist was man ja auch schon in anderen TCW Folgen gemerkt hat. In dem Fall ist es mehr als verständlich das Trace und Rafa den Jedi aus dem Weg gehen und nichts mit ihnen zu tun haben wollen. Generell finde ich sehr schön wie hier wieder mehr gezeigt wird wie die Jedi im Laufe der Zeit von ihrem Weg abgekommen sind. Die Folter der Pykes bei Rafa fand ich auch sehr passend und zeigt die Pykes nochmal sehr schön als Skrupellose Kriminelles Verbrechersyndikat. Wie Trace dann anschließend die Wachen überlistet und die darauffolgende Flucht ist extrem cool und wirklich schön anzusehen. Gerade dieses herumschleichen und versuchen nicht entdeckt zu werden fand ich extrem cool und gibt dem ganzen nochmal zusätzliche Spannung. Das die Pykes am Ende Ahsoka und die Martez Schwestern wieder einfangen finde ich ziemlich cool und passend und zeigt nochmal sehr schön ihre Überlegenheit. Das am Ende Rafa ihren Fehler (das sie den Deal gemacht hat) eingesteht und sich bei Trace und Ahsoka entschuldigt fand ich sehr schön und zeigt auch die Entwicklung die sie bisher in diesen 3 Folgen durchlaufen hat.

    Letztendlich muss ich sagen das diese Folge für mich diesen Handlungsbogen extrem gut fortsetzt und vorallem uns mehr über die Hintergrundgeschichte von Trace und Rafa erzählt. Daher würde ich der Folge 4 von 5 Holocrons geben!

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