Marvel-Mittwoch: Star Wars #74, Dark Temple #4 und Target Vader #5

In unserer dieswöchigen Ausgabe des Marvel-Mittwochs erwarten euch gleich drei Kurzrezensionen zu den neuen Marvel Star Wars-Comics. Mit Star Wars #74 setzt sich die Hauptreihe von Marvel fort. In Jedi: Fallen Order: Dark Temple #4 widmen sich die beiden Jedi dem namensgebenden Tempel und in Target Vader #5 wird die Geschichte der Widersacher Darth Vader und Valance weitererzählt. Für eine freie Diskussion unter diesem Beitrag können sowohl die Kurzrezensionen als auch die Kommentare Spoiler enthalten. Wie immer freuen wir uns auf eine Diskussion in den Kommentaren mit all jenen, die die englischen Comics zeitnah nach Erscheinen lesen, was entweder digital über ComiXology oder in Papierform, mit dem Comicshop eurer Wahl, möglich ist.

Wir freuen uns auf eure Kommentare und Meinungen!

Star Wars #74

Rezension von Florian

In Star Wars #74 laufen die drei Handlungsstränge von Rebels and Rogues endlich zusammen. Während Han, Leia und Dar Champion sich in einem Frachter auf ein Himmelfahrtskommando gegen einen Sternenzerstörer begeben, befindet sich Luke mit der Trickbetrügerin Warba Calip auf der Flucht vor dem Imperium und wieder andernorts, auf K43, schlagen C-3PO, Chewie und die Einheimischen sich mit Darth Vader herum.

Star Wars #74 (13.11.2019)
Star Wars #74 (13.11.2019)

Greg Pak liefert ein solides Stück Star Wars, das – gerade bei der Länge dieses Handlungsbogens – leider aber etwas langatmig wirkt und nur schwerfällig zum Ziel kommt. Das Cover und die Vorschauen haben uns bereits klar gemacht, dass das Ziel der Story Hoth sein wird, aber nun, im vorletzten Teil, sehe ich immer noch keine Spur der Eiswelt und ich befürchte, dass dies nur auf den letzten Seiten von #75 und in Empire Ascendant thematisiert werden wird.

Der Han/Leia/Dar-Handlungsstrang ist mir dabei inzwischen egal – von allen dieser dahinplätschernden Plots erscheint er mir am gestrecktesten, quasi schon homöopathisch verdünnt und ähnlich unwirksam bei mir als Leser. Ähnlich ergeht es mir mit dem Placebo-Plot auf K43, wobei dort wenigstens die visuelle Umsetzung durch Phil Noto am spannendsten ist und somit zumindest optische Mehrwerte bietet.

Warba Calib fand ich vor ein paar Ausgaben noch spannend; da sie leider aber genau das ist, was man anfangs schon vermuten durfte – eine Hochstaplerin – ist auch hier für mich die Luft raus. Immerhin gelingt es Greg Pak, Luke hier glänzen zu lassen, und zeigt – womöglich unbewusst – Parallelen zu Lukes Umgang mit Aphra in The Screaming Citadel auf. Diese waren damals mein Highlight inmitten der Katastrophe, die die Zitadellen-Story ansonsten für mich war.

Letzten Endes habe ich hier nur den Wunsch, dass dieser Arc endlich enden möge und danach spannendere Dinge folgen.

Jedi: Fallen Order: Dark Temple #4

Rezension von Tobias

Mit Jedi: Fallen Order: Dark Temple #4: a Truth, a Trap and a Traitor erhalten wir diese Woche die vorletzte Ausgabe der Comicreihe rund um das am Freitag erscheinende Videospiel Star Wars Jedi: Fallen Order.

Nachdem wir in der ersten Ausgabe der etwas hitzköpfigen und impulsiv handelnden Jedi Cere Junda und ihrem ruhigen Meister Eno Cordova zuerst bei einem einführenden Disput auf Nameel gefolgt sind und beide danach einem Anschlag auf Ontotho zum Opfer fielen, beschäftigten sich die beiden folgenden Ausgaben mit dem Grenzstreit zwischen der Daa Corporation und den Fylari. Im Zentrum dieser Streitigkeiten steht der namensgebende mystische Tempel. Dieser befindet sich zwar auf dem Gebiet der Fylari, Daa argumentiert jedoch, dass niemand Geschichte besitzen darf. Nachdem Cere sich mit den Fylari verbündet, muss sie schnell feststellen, dass dieser Konflikt eventuell nicht so einseitig ist wie er scheint.

In dieser Ausgabe begeben sich die beiden Jedi – nach Aushandlung einer zweitägigen Waffenruhe – erstmals in den namensgebenden Dark Temple auf Ontotho. Darin treffen sie zum einen auf errichtete Fallen, aber auch auf uralte Wächter, die bereits auf früheren Covern zu sehen waren, beim Cover dieser Ausgabe aber im Hintergrund von Cere deutlich im Rampenlicht stehen. Aus den Gameplay-Szenen zu Jedi: Fallen Order aus Anaheim wissen wir außerdem bereits, dass diese Wächter auch im Spiel zu Gegnern von Cal Kestis werden und es diese vermutlich nicht nur auf Ontotho gibt.

Ich muss sagen, dass mich die Reihe bisher eher mittelmäßig gut unterhält. Zum einen interessiert mich diese Comicreihe in Vorfreude auf das Videospiel sehr, zum anderen hat es bisher den Anschein, dass die Geschichte sehr auf der Stelle tritt. Bereits in der zweiten Ausgabe tritt Cere für die Fylari in der Hauptstadt des Planeten an und liefert sich bei der Flucht einen Kampf. In der dritten Ausgabe greifen die Soldaten der Daa Corporation dann das Land der Fylari an (und Cere beschützt erneut die Fylari), woraufhin Cere vom Zustand ihres Meisters erfährt und dieser dann einen Waffenstillstand aushandelt. Am Ende der vierten Ausgabe bricht dieser wieder, da Cere im Tempel auf Soldaten der Daa Corporation trifft und diese daraufhin Alarm schlagen. Überraschung! Sie kämpft erneut gegen die Daa Corporation. Währenddessen kommt es aber zu keinen wirklichen Fortschritten rund um den Tempel selbst. Während ich die ersten drei Ausgaben noch gerade so als sehr umfangreiche Exposition akzeptiert hätte, schafft es auch die vierte Ausgabe nicht wirklich Story zu transportieren. Das einzige, was Meister Eno Cordova feststellt, ist, dass es alte Schriftzeichen gibt und Fallen installiert wurden. Das Ende der Ausgabe ist gerade wegen des häufigen Hinweises, dass nichts so ist wie es scheint, kaum eine Überraschung. Ich bin sehr gespannt wie die Reihe im Dezember enden wird. Es hat bisher den Anschein, dass die wirklichen Enthüllungen bis dahin warten müssen, um dem Spiel nicht vorzugreifen. Ob die Involvierung von Cere im Videospiel dann wiederum das Ende der Comicreihe vorhergreift, bleibt abzuwarten.

Positiv hervorheben möchte ich zuletzt aber noch die Anfangssequenzen mit der Zweiten Schwester und ihrer Nachverfolgung der Spuren des Tempels. Diese haben mir bisher in jeder Ausgabe gefallen und auch die Verbindungen von Personen oder Droiden in beiden Zeitebenen ist eine schöne Idee. Leider macht dies aber noch nicht den Hauptteil des Comics wett.

Die Zeichnungen von Paolo Villanelli sind durchgehend auf einem guten Niveau und zeichnen sich vor allem durch den Versuch realistischer Darstellung von Figuren aus. Auch die Kolorationen von Arif Prianto unterstützen die mystische Umgebung von Ontotho ungemein.

Target Vader #5

Rezension von Florian

Target Vader #5 (13.11.2019)
Target Vader #5 (13.11.2019)

Target Vader ist eine Serie, bei der ich zu Anfang nicht recht wusste, was ich erwarten soll, und die mich nach einer starken ersten Ausgabe dann stellenweise doch etwas gelangweilt hat. Die erste Hälfte von Target Vader #5, der vorletzten Ausgabe, schien mir diesen Eindruck zu bestätigen. Beilert Valance befindet sich in einer imperialen Folterkammer und wird von den Sturmtruppen und Darth Vader verhört. Dabei gibt es Rückblenden zu seiner Jugend sowie auch zu seinem Dienst beim Imperium, der teils bereits in Han Solo: Imperial Cadet zu sehen war.

Im weiteren Verlauf der Ausgabe gelingt es Ethan Sacks dann aber doch, mich zu faszinieren, und zwar durch das Zwischenspiel zwischen den Cyborgs Vader und Valance. Zwar ist Valance lange nicht so interessant wie Vader, aber dennoch gibt es ein paar interessante Gegenüberstellungen und die angedeutete Zusammenarbeit der beiden am Ende wirft für mich Fragen auf, wie es nächstes Mal weiter bzw. dann auch zu Ende gehen wird. An die wirklich genialen Interaktionen zwischen Vader und Valance in der klassischen Marvel-Serie und Valances dortiges tragisches, packendes Schicksal kommt die Kanonversion noch nicht heran, aber ich bin gespannt, wohin der Plot mit den Rebellen führen wird und welche Rolle genau Valance und seine Heimatwelt darin spielen.

Das Künstlerteam aus Cris Bolson, Roberto Di Salvo und Marco Failla sowie Koloristin Rachelle Rosenberg schafft es trotz der vielen Köche einen recht einheitlich-bekömmlichen „Brei“ zu kochen, der zwar nicht überragend ist, aber dennoch überdurchschnittlich gut und die Atmosphäre der einzelnen Szenen gut einfängt. Ein denkwürdiges Hingucker-Panel gab es in dieser Ausgabe aber leider nicht, wie ich finde.

Und jetzt ihr! Wie steht ihr zu den dieswöchigen Marvel-Comics? Schreibt es uns in die Kommentare!

Wir danken Marvel Comics herzlich für die großzügige Bereitstellung von Vorab-PDFs, ohne welche diese Rezension nicht möglich gewesen wäre.

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