Marvel: Charles Soule über die Zukunft von Poe Dameron

Comic Book Resources hat ein Interview mit Charles Soule zum weiteren Verlauf von dessen Marvel-Comicreihe Star Wars: Poe Dameron geführt und dieses nun mit zwei neuen Vorschauseiten zu Heft #5 der Reihe veröffentlicht, das diese Woche erscheint. (Hier findet ihr weitere Vorschauseiten.) Wir haben euch das Ganze mal übersetzt, da durchaus spannende Dinge gesagt werden.

Poe Dameron #6 (Mike Mayhew Variant Cover) (07.09.2016)
Poe Dameron #6 (Mike Mayhew Variant Cover) (07.09.2016)
CBR: Bei unserem letzten Gespräch erwähntest du, dass du die Serie als einen Stapel verschiedener Genrefilme siehst. Ist die Suche nach Lor San Tekka die Rahmenhandlung, die diese Geschichten verknüpfen wird? Und kannst du uns sagen, wie lange diese größere Mission noch andauern wird? War der Anfang von Das Erwachen der Macht, wo wir Poe mit Max von Sydows Lor San Tekka sprechen sehen, das Ende von Black Squadrons Suche?
Charles Soule: Ich würde sagen, dass du damit nicht mal so falsch liegst, aber die Suche nach Lor San Tekka ist nicht das einzige, was in der Serie passiert. Wie ihr sehen werdet war das zwar unser Ausgangspunkt, aber die Suche selbst führt zu einer weiteren Krise, um die Poe & Co. (ich werde es nie leid werden, diese Worte zu tippen) sich kümmern müssen, bevor wir das Gebiet von Das Erwachen der Macht erreichen.

Ich schreibe Poe Dameron mehr oder weniger genauso wie viele meiner fortlaufenden Reihen, nämlich als kleinere Handlungsbögen, die sich zu einer größeren Geschichte verbinden, von denen jeder die Ereignisse auf eigene Art und Weise vorantreibt. Also auch wenn sie alle ihren eigenen Geschmack haben, wird man am Ende dann den Faden sehen können, der alles miteinander verknüpft.

Was hat dich zu Megalox Beta inspiriert, der Gefängniswelt, die als Schauplatz dieses neuesten Handlungsbogens fungiert?
Ich finde, Gefängnisse sind eine ergiebige Umgebung für Drama und Action und sie werden in der Science-Fiction zu wenig genutzt, besonders in Star Wars. Wir haben Inhaftierungsblöcke mit ein paar kleinen Zellen und derlei gesehen, aber kaum etwas in der Größenordnung eines richtigen Gefängnisses, wo Tunichtgute für wirklich lange Zeit eingesperrt werden. Das ist Megalox Beta. Es ist ein Hochsicherheitsgefängnis für ein paar wirklich üble Kerle, von denen manche ein paar ziemlich vertraute Gesichter haben, die ihr aus anderen Star Wars-Geschichten wiedererkennen könnt, darunter Jason Aarons Star Wars-Reihe und mein eigener Lando-Comic, den ich mit Alex Maleev und Paul Mounts geschaffen habe.

Bevor du Black Squadron nach Megalox Beta geschickt hast, hast du den Lesern die Chance gegeben, mit ihnen auf der Heimatbasis des Widerstands Zeit zu verbringen. Dort bekamen wir ein paar der Beziehungen zu sehen, die sie zusammenschweißen, und die Probleme, mit denen sie ringen. Werden wir mehr davon sehen, wenn der Gefängnis-Handlungsbogen weiter voranschreitet?
Ja – Jess Pava hat einen netten Moment in Ausgabe #6 und es gibt auch für den Rest ein paar Höhepunkte. BB-8 hat in den Heften #5 und #6 eine meiner eigenen Lieblingshandlungen für diesen kleinen Kerl. Es ist allerdings eine Actionserie, also müssen die Charaktermomente dann eingeflochten werden, wenn es sich anbietet. Wer diese Leute sind erfahren wir anhand ihrer Taten.

Nach ihrer Ankunft auf der Gefängniswelt wird die Black Squadron in die Geschäfte einer Figur verwickelt, die Lesern von Jason Aarons Star Wars-Serie vertraut sein könnte: Grakkus der Hutte.
Ja, er ist eine Schöpfung von Jason Aaron und Stuart Immonen – er war zur Zeit des Galaktischen Imperiums ein Sammler von Jedi-Artefakten. Am Ende jener Geschichte landete er aber im Gefängnis und es scheint so, als wäre er entweder all diese Zeit über dort geblieben oder als wäre er rausgekommen, hätte sich wieder in Ärger verstrickt und wäre dann wieder direkt zurück ins Gefängnis gegangen. Grakkus sieht sich selbst als kultiviert – und für einen Hutten ist er das vermutlich sogar. Aber ihr kennt diese schleimigen Würmer ja – manche von denen sind einfach nur bis zum Kern verdorben und Grakkus ist absolut einer jener Sorte.

Die Handlung von Poe Dameron spielt mehrere Jahrzehnte nach Grakkus‘ Star Wars-Comic-Debüt. Wie war es, das Aussehen der Figur mit deinem Zeichner Phil Noto zu aktualisieren?
Phil und ich hatten viele Diskussionen darüber, wie Grakkus‘ Aussehen sich verändern sollte – er ist mehrere Jahrzehnte älter und hat einen Großteil jener Zeit im Gefängnis verbracht, was ihn sicherlich auch gealtert hat. Grakkus war einst sehr muskulös und stark – er hatte das Hutt-Pendant eines Waschbrettbauchs. Er muss in diesem widerlichen Schlammbad sitzen, um sich nach einem langen Arbeitstag als Gefängnisboss in Megalox Beta zu entspannen. Und wie mit allen von Phils Entwürfen war das schon beim ersten Versuch ziemlich perfekt. Er ist wunderbar.

Agent Terex vom Sicherheitsbüro der Ersten Ordnung ist auch in Grakkus‘ Pläne involviert. Anders als Poe scheint er aber alleine zu sein, ohne Truppen, die ihm auf diesem Planeten Hilfe und Verstärkung liefern können. Macht ihn das mehr oder weniger gefährlich?
Terex‘ Geschichte ist komplex. Er war nicht immer Teil der Ersten Ordnung – weit gefehlt sogar. Er war einst ein Sturmtruppler des Imperiums, wie er in Poe Dameron #2 erwähnt hat. Das Wichtige sind allerdings die Jahre zwischen der Schlacht von Jakku (in der das Imperium gefallen ist) und dem Ort, an dem wir ihn jetzt sehen – Terex ist in der ganzen Galaxis bekannt und gefürchtet und die Dinge, die er in diesen fehlenden Jahren getan hat, sind der Grund dafür.

Es stimmt, dass er nicht seine übliche Mannschaft bei sich hat, aber er braucht sie nicht. Ein Hochsicherheitsgefängnis voller monströser Krimineller genügt ihm vollkommen.

Das Ende von Ausgabe #4 legte nahe, dass diese Geschichte sowohl eine Art Ausbruch/Raubüberfall als auch ein Wettrennen ist, da Terex und Black Squadron miteinander konkurrieren werden, um Grakkus zu befreien.
Ja, es ist ein Rennen, dessen Ziellinie von dem bestimmt wird, der Grakkus zuerst ausbrechen kann. Poe kam mit einem Plan nach Megalox Beta – aber Terex auch. Wir werden einfach abwarten müssen, wer besser ist! Oder schlimmer, je nachdem wie man es nimmt.

Was kannst du uns über das Abenteuer verraten, das nach dem Gefängnis-Handlungsbogen kommt?
Poe Dameron #7 wird eine besondere Geschichte enthalten, in der Poe mit einer Dame aus seiner Vergangenheit zu tun bekommt, eine Journalistin, die nach einer ganz bestimmten Geschichte sucht. Und wenn ich „Dame aus seiner Vergangenheit“ sage, dann zieht bitte keine voreiligen Schlüsse – sie haben eine Weile lang in der Flotte der Neuen Republik zusammen gedient und nun hat sie ein Problem und braucht seine Hilfe. Das sollte unterhaltsam sein – nur eine coole, in sich abgeschlossene Geschichte, die an einem coolen, neuen Ort spielt, an dem es diese wirklich schönen Schiffe namens Sturmsegler gibt, die für etwas Ähnliches wie Podrennen verwendet werden, allerdings in der Atmosphäre eines Gasriesen. Ich kann es kaum erwarten, diese in gezeichneter Form zu sehen.

Danach begeben wir uns auf den nächsten Teil der übergreifenden Handlung, der die Ausgaben 8 bis 10 umfassen wird. Ich will nicht zu viel verraten, aber das Genre ist im Grunde „Spionagegeschichte“ und unser aller Lieblings-Protokolldroide hat eine große Rolle. Darin werden wir auch die Lücken aus Terex‘ verlorenen Jahrzehnten ausfüllen – ziemlich interessantes Zeug.

Ich habe auch ein paar coole Momente für Snap geplant, besonders für Fans der Nachspiel-Romane.

Phil und ich sind mit der Resonanz, die diese Serie bekommt, sehr zufrieden – sie wird von den Fans wirklich gemocht und wir sind froh, dass wir eine Weile mit so coolen Figuren im Star Wars-Universum leben dürfen. Bleibt dabei – von nun an wird es nur noch tiefgründiger und besser.

Der erste US-Sammelband mit den beiden Dreiteilern Black Squadron und Lockdown erscheint am 6. Dezember und ist hier vorbestellbar. In Deutschland kann man die Serie nächstes Jahr bei Panini erwarten.

5 Kommentare

  1. Mir würde einmal ein Buch/Comic aus der Sicht eines imperialen Offiziers gefallen, der weder seineTaten bereut, noch ein Idiot ist, und nicht desertiert bzw. zu den Rebellen überläuft. Wie wäre es mit Alecia Beck (jetzt wo Frauen in der Hauptrolle ja der letzte Schrei sind 😉 ), oder einem neuen Moff/Großadmiral?

      1. Tja, siehst du, dann hast du schon ein Beispiel für einen kompetenten Imperialen. Rae Sloane aus Eine neue Dämmerung ist durchaus auch kompetent, wenn auch nicht immer linientreu (aber dennoch stets dem Imperium loyal).

        Viel Erfolg mit der Sammlung! Ich verkaufe indes gerade einige deutsche Ausgaben, weil ich jetzt auch mit den Legends auf Englisch umsteige.

Kommentar hinterlassen