Offizieller Blog: Jason Fry über Gravball in Servants of the Empire

In einem neuen Blogbeitrag auf StarWars.com erklärt Autor Jason Fry die Entstehung und Handlung seiner vierteiligen Jugendromanreihe Star Wars Rebels: Servants of the Empire sowie eine Sportart, die er für den ersten Band, Edge of the Galaxy, ausgetüftelt hat.

Star Wars Rebels: Edge of the Galaxy und das Gravballfeld

Letztes Jahr im Herbst trat Lucasfilm mit einem dieser Angebote, die man nicht abschlagen kann, an mich heran – die Chance, eine Quartett von Jugendbüchern zu schreiben, die mit Star Wars Rebels verbunden sein sollten.

Mein Redakteur erklärt, dass der Schauplatz der Servants of the Empire-Reihe Lothal sein würde, wo die Handlung dann in der Hauptstadt mit ihrer imperialen Akademie sowie in dem umliegenden Grasland außerhalb der Stadt spielen würde. Der Protagonist sollte eine Nebenfigur aus der Serie sein – Zare Leonis, ein junger imperialer Kadett, der Hera Syndullas Rebellen aus dem Inneren der imperialen Kriegsmaschinerie heraus hilft.

Die Grobzüge von Zares Geschichte standen bereits fest: Zare war ein Immigrant auf Lothal, der davon träumte, dem Imperium zu dienen und dabei in die Fußstapfen seiner älteren Schwester Dhara zu treten, die der Vorzeigekadett von Lothals imperialer Akademie war. Aber Dhara sollte unter mysteriösen Umständen verschwinden, was Zare dazu zwingt, seine Überzeugungen zu überdenken und alles zu riskieren, um sie zu finden.

Die Servants of the Empire-Serie sollte auch Zares Auftritte in der Serie enthalten, aber ich würde mit dem Rest seiner Geschichte freie Hand haben, mit Unterstützung von der Story Group und dem Rebels-Team. Zares Hintergrund zu erfinden war mir überlassen, ebenso wie das Ergebnis seiner Suche. Mit dem ersten Roman, Edge of the Galaxy, würde ich eine Geschichte erzählen, die vor Zares erstem TV-Auftritt spielt – meine Aufgabe war, zu erklären, wie das Kind, das wir an der Akademie treffen würden, dorthin gekommen ist, und wie er zu dem wurde, der er war.

Bevor ich irgendetwas mehr über Zare erfuhr oder auch nur eine Skizze von ihm sah, wusste ich bereits, welche Geschichte ich ausprobieren möchte, und das ist eine, die es bei Star Wars noch nicht gegeben hat. Ich wollte einen Sportroman schreiben. Wegen der ruhigeb Agrarwelt, die enorme Veränderungen durchmacht, musste ich an Friday Night Lights denken, Buzz Bissingers Chronik (und später selbst auch eine TV-Serie) einer texanischen Stadt, in der High-School Football alles war. Wie so eine Geschichte wohl auf einer Grenzwelt im Äußeren Rand aussehen würde?

(Bevor ich weitererzähle, ein Wort zur Beruhigung: Wenn du kein Sportfan bist, so gibg es in Edge of the Galaxy noch eine Menge mehr als nur das, was auf dem Feld passiert. Unter anderem gibt es eine Düsenschlittenjagd, Computer-Hacking, ein meinuingsstarker Ammendroide und sogar ein bisschen Romanze. Also vertraut mir, okay?)

Ich wusste sofort, dass ich Zare als Anführer seines Teams haben wollte, ein Stadtjunge, der das Vertrauen und den Respekt einer Horde Bauernjungs würde gewinnen müssen. Aber welchen Sport sollten sie spielen? Ich bin ein großer Baseballfan, aber bei Baseball geht es mir viel zu sehr um das Individuum, was nicht in die Geschichte gepasst hätte, die ich erzählen wollte. American Football passte schon besser, aber ich wollte es nicht einfach in den Weltraum übertragen.

Gravball-Notizen von Jason Fry

Gravball-Notizen von Jason Fry

Also durchforstete ich meine Handbücher von West End Games und meine Comics und Gravball zog mich in seinen Bann. In den Darstellungen von Dark Horse sah Gravball wie eine Mischung aus Basketball und Lacrosse aus, bei der die Spieler Schwebestiefel trugen. Die Stiefel und die anderen „weltraummäßigen“ Aspekte von Gravball gefielen mir weniger – in einer charaktergetriebenen Erzählung lenken die nur ab – aber ich sah keinen Grund, warum es nicht verschiedene Versionen der Sportart auf verschiedenen Welten geben könnte. Es ist eine große Galaxis, oder?

Also beschloss ich, dass Zare eine Freiluftvariante von Gravball spielen würde, auf dem Boden und ohne Schwebestiefel. Und er würde der Mittelstürmer der AppSci SaberCats sein.

Gemäß der Regeln, die ich mir ausdachte, ist Gravball wie American Football mit ein bisschen Volleyball und einem Hauch Hockey. Hier sind die Grundlagen:

Das Feld (genannt Grid) ist 64 Meter lang und in acht Oktette unterteilt, von denen jedes acht Meter lang ist. Das Spiel beginnt mit dem Wurf eines Zufallswürfels und das Team, das den Wurf beginnt, beginnt an der Mittellinie, die das vierte und das fünfte Oktett trennt.

Das Offensivteam bekommt drei Drives, um den Ball acht Meter weiter ins nächste Oktett zu passen oder zu tragen. Gelingt das, bekommt man drei weitere Drives. Scheitert man, wird der Ball ans Defensivteam übergeben, welches dann versucht, in die andere Richtung vorzustoßen.

In der Mitte des ersten und achten Oktetts an jedem Ende des Grids sind zwei Torkreise (eigentlich Halbkreise), die einen drei Meter messenden Reif auf einem Stab umgeben. Den Ball von Hand durch den Reif zu bringen oder ihn von innerhalb des Torkreises aus durch den Reif zu werfen gibt einen Touch-Score und ist vier Punkte wert. Ihn von irgendwo auf dem Grid hindurchzukicken ist ein Kick-Score und erzielt zwei Punkte.

Ein Gravballteam besteht aus neun Spielern. Der wichtigste Spieler ist der Mittelstürmer, der jeden Drive mit dem Ball beginnt und ihn entweder selbst durchrennen, ihn an einen anderen Spieler abgeben oder ihn das Grid hinab weiterpassen kann. Der Mittelstürmer wird von zwei Fullbacks flankiert und zwei Stürmer befinden sich weiter draußen am Rand. Die Fullbacks tragen typischerweise den Ball, während die Stürmer hervorschnellen, um Pässe abzufangen. Hinter dem Mittelstürmer ist die Verteidigung, bestehend aus zwei Verteidigern und einem Hüter, dessen Aufgabe es ist, den Torreif zu beschützen.

Der neunte Spieler ist der Kicker, ein Spezialist, an den man sich wendet, wenn ein Kick-Score vonnöten ist. Der Kicker kommt auch für einen Trap-Kick ins Spiel, bei dem er den Ball im dritten Drive das Grid hinabkickt, um das gegnerische Team dazu zu zwingen, mehr Fläche abzudecken. Es gibt Einschränkungen, was ein Spieler auf einer gewissen Position tun kann – beispielsweise darf ein Hüter nicht den Torkreis verlassen und der Mittelstürmer darf ihn nicht betreten, selbst wenn er oder sie den Ball hat. Abgesehen vom Wettkampf gegeneinander müssen die Spieler auch gegen die Zeit spielen – ein Gravballspiel ist in drei Abschnitte (genannt Triaden) unterteilt, von denen jeder 20 Minuten lang ist.

Das sind die Grundlagen. Ich wollte ein erschöpfendes Spiel, in dem die Spieler sowohl Angriff als auch Verteidigung spielen müssen. (Das bedeutet auch, dass es keine Szenen gibt, in denen Zare am Rand steht.) Ich wollte dem Hauptspieler auch ein Profil geben, das sich vom Quarterback unterscheidet: Im Gravball ist der Mittelstürmer verantwortlich für die Strategoie auf beiden Seiten des Balls und er muss viel improvisieren, da der Trainer nur einmal pro Triade eine „Trainer-Auszeit“ ausrufen kann.

Welche Lektionen lernt Zare also auf dem Gravball-Grid? Da würde ich zu viel verraten, aber ich wollte erforschen, was ein Kind auf dem Weg zu einer Militärkarriere als Teamleiter bei einem Mannschaftssport lernen könnte. Gab es da auch Lektionen, die er an der Akademie anwenden könnte, oder war die Verbindung zwischen Sport und Krieg für ihn nur ein Klischee, das er abweisen würde? Ich wollte Zares Team auch über den wachsenden Einfluss des Imperiums auf Lothal nachdenken lassen. Welche Verbindungen würden zwischen dem starken, athletischen Direktor von Zares Schule und der imperialen Hierarchie bestehen? Wie erging es nichtmenschlichen Spielern im Team? Und würde der angehende Akademiekadett Zare anders über die Saison denken als die Teamkollegen, die davon ausgingen, dass sie Bauern werden würden?

In Edge of the Galaxy wird Zare enge Freundschaften mit seinem kräftigen, hitzköpfigen Fullback Beck Ollet und mit der Kickerin Merei Spanjaf schließen, die einen scharfen Sinn für Strategie hat, den sie dadurch stärkt, dass sie die Statistiken gegnerischer Teams studiert. Er wird auch Sportdirektor Fhurek treffen und entdecken, was es heißt, die mächtigste Person auf einer sportfanatischen Schule gegen sich aufzubringen. Was auf dem Gravball-Grid passiert, wird Zare, Beck und Merei einander bisweilen näher bringen. Aber es wird auch die Spannungen widerspiegeln, die sie auseinandertreiben, während der Machthunger des Imperiums ihr Leben verändert.

Die Saison der SaberCats wird zu einem einzigem Spiel führen, in dem Zare den Ball übernimmt, während die Zeit abläuft, und Fhurek von der Tribüne aus zuschaut. Das ist es doch, worum es beim Sport geht, oder? Aber Edge of the Galaxy erzählt auch, was danach passiert, als Zare entdeckt, dass er ein viel gefährlicheres Spiel spielt – eines mit unklaren Regeln und ohne Garantie auf Überleben, geschweige denn auf den Sieg.

Edge of the Galaxy erscheint am 21. Oktober und kann hier vorbestellt werden. Band 2 folgt dann im März 2015 und Band 3 im Juli. Band 4 kommt voraussichtlich im Herbst 2015. Eine deutsche Übersetzung folgt ab März bei Panini.

Über den Autor

Florian

Florian
Florian ist Gründer und Admin der Jedi-Bibliothek und im "echten Leben" Englisch- und Spanischlehrer. Er arbeitet außerdem für das Offizielle Star Wars Magazin als Übersetzer und betreut für die Panini-Heftreihe die "Skytalker"-Leserbriefe. Er sammelt vor allem Romane und Comics, doch weiß auch ein schönes Sachbuch zu schätzen. Außerdem hat er bis 2016 Star Wars: The Old Republic gespielt und schaut für sein Leben gern Serien.

2 Kommentare

  1. Nick Demus

    Ich fand’s seltsamerweise gar nicht so schlimm. Bei Potter hat mich Quidditch mehr oder weniger genervt – hier war ich weder gelangweilt noch sonstwas, weil Fry es verstanden hat, die Story tatsächlich zum wichtigen Bestandteil des Spiels werden zu lassen.

    Ach ja, und endlich habe ich begriffen, wieso die Amis so auf ihren Football stehen. Ist doch auch was wert. ^^

Schreibe einen Kommentar