Unsere Top 5 Antihelden und Bösewichte für Episode VII

Mit Blick auf die Tatsache, dass wir jetzt ein grobes In-Universe-Datum für Episode VII haben – 34 Jahre nach der Schlacht von Yavin, 30 Jahre nach Episode VI – haben wir uns überlegt, das Erweiterte Universum zwischen den Episoden VI und VII in mehreren Artikeln zu beleuchten und unsere Highlights zu nennen, die man in der Sequel-Trilogie verwenden könnte. Diese Kolumne soll natürlich weder als Fakt betrachtet noch komplett ernst genommen werden. Es geht darum, die tollen Sachen aus dem EU dieser Zeitspanne zu nehmen und zu präsentieren. Immerhin klingt es ja danach, als würde man das EU als Ideenfundus verwenden und Konzepte daraus für den neuen Kanon adaptieren. Das wären einfach unsere „Wünsche“ für solche Adaptationen.

Heute widmen wir uns der Frage: Wer könnte nach Palpatines Tod der Schurke sein? Welche Bösewichter oder Antihelden hält das SWEU für die Filme bereit. Die nachfolgende Liste ist meine persönliche Top 5. Wer mehr über die einzelnen Figuren zu erfahren will, der klicke einfach auf den jeweiligen Namen in der Überschrift um zur Jedipedia zu gelangen. Warnung: Dieser Artikel enthält massive Spoiler für die Werke, in denen diese Figuren auftauchen.

Platz 5: Natasi Daala

Natasi Daala
Admiral Natasi Daala
Eine weibliche Admiralin und Zögling und Geliebte des in Episode IV an Bord des Ersten Todessterns verstorbenen Großmoffs Wilhuff Tarkin. Nach mehreren Niederlagen durch die Jedi auf Yavin IV, deren Zerstörung für sie zu einer Art Manie wurde, zog Daala sich zurück, überließ ihre Flotte Gilad Pellaeon und baute im Geheimen im Schlund eine Flotte auf, mit der sie in der Vermächtnis-Ära zurückkehrte, um Pellaeon in der Not zur Seite zu stehen. Schließlich wurde sie die Staatschefin der Galaktischen Allianz und führte einen politischen Kreuzzug gegen die Jedi, der schließlich sogar in mandalorianischen Angriffen auf den Jedi-Tempel ausartete, bevor sie in einem Putsch abgesetzt wurde. Sie feierte ihre größten Auftritte in den Jedi-Akademie-Büchern von Kevin J. Anderson und in den Reihen Wächter der Macht und Das Verhängnis der Jedi-Ritter.

Pro und Contra: Mit ihr hätte man eine starke imperiale Rolle und zugleich auch einmal eine weibliche Gegenspielerin in den Filmen, was tatsächlich ein Novum wäre. Sie ist natürlich nur eine von vielen, die versuchten, auf den Aschen des toten Imperiums eine neue Diktatur aufzubauen – Blitzer Harrsk oder einer der anderen imperialen Kriegsherren wäre auch eine Wahl hierfür, wenngleich sie alle Männer wären. Mit 34 NSY wäre der „Schnitt“ in Daalas EU-Leben noch vor ihrer Rückkehr in der Vermächtnis-Ära, sodass ihr Pfad auch ein ganz anderer sein könnte. Als Staatschefin würde ich sie nicht im Film sehen wollen, die Rolle muss von Leia oder einer ähnlichen Figur gefüllt werden und Daala war auch im EU eine absolute Fehlbesetzung für den Job. Sie wurde fast schon ein zweiter Palpatine, selbst wenn sie sich schwor, keiner zu werden. Gegen Daala spricht allerdings auch, dass sie nicht unbedingt bei allen Fans beliebt ist und sich einige Leser von ihr genervt fühlen. Als sekundäre Schurkin könnte ich sie mir aber gut vorstellen. Tatsächlich ist es die einzige weibliche Gegenspielerin des Post-Endor-EU, die mir spontan für eine Filmrolle geeignet scheint. (Man könnte Lumiya noch in Betracht ziehen.)

Platz 4: Mitth’raw’nuruodo (Admiral Thrawn)

Thrawn und Pellaeon
Thrawn und Pellaeon
Wer Großadmiral Mitth’raw’nuruodo – besser unter seinem Chiss-Kernnamen Thrawn bekannt – ist, muss wohl nicht groß erklärt werden, da er durch Timothy Zahns Thrawn-Trilogie im Fandom „unsterblich“ wurde und wohl der bekannteste Widersacher der Neuen Republik im Erweiterten Universum ist. Blaue Haut, rote Augen, schwarze Haare, weiße Uniform – und einen brillianten militärischen Verstand gepaart mit einer Liebe für Kunst und obendrauf noch eine ordentliche Ladung Charisma. Das ist Thrawn. Er war für die Neue Republik im Schlachtfeld fast unbesiegbar und tatsächlich konnte nur ein Verrat seines Noghri-Leibwächters Rukh an Bord seines Flaggschiffs Schimäre ihm ein Ende setzen, in Gegenwart der gesamten Brückenmannschaft einschließlich Captain Pellaeon. Was imperiale Widersacher angeht ist er wohl für viele das Nonplusultra.

Pro und Contra: Warum steht Thrawn bei mir nur auf Platz 4? Ganz einfach. Er wäre zwar wirklich ein toller Widersacher für die Filme, aber zwei Dinge machen mich sehr zögerlich, mir das zu wünschen. Erstens ist Thrawn 34 NSY bereits tot, was ein Widerspruch mit den Romanen wäre, der zumindest das Ende von Das letzte Kommando aus dem Kanon ausradieren würde. Zweitens wäre eine Adaptation seiner Figur wohl etwas anders als seine bisherige Darstellungen, was den Kanonstatus der Thrawn-Trilogie gefährdet, die zwar schon ein paar „Retcons“ (rückwirkende Kanonänderungen) erfahren durfte, bisher aber als Meilenstein des EU fest verankert ist und in Anbetracht der Jahreszahl 34 NSY für Episode VII tatsächlich kanonisch bleiben könnte (die Trilogie spielt 9 NSY). Zudem wäre seine Adaptation mindestens genauso heikel wie die Mara Jades, da er ein großes Fandom hat und viele Fans ein genaues Auge auf mögliche „Unregelmäßigkeiten“ mit der Thrawn-Trilogie haben würden, was für die Macher das Leben schwerer machen würde als ohnehin.

Platz 3: Nom Anor

Nom Anor
Nom Anor
Nom Anor war ein Exekutor der Yuuzhan Vong und anfänglich ein Bösewicht, bevor er sich im Laufe der 19 Erbe der Jedi-Ritter-Romane immer mehr zum Antihelden und zur Sympathiefigur unter den Yuuzhan Vong entwickelte. Für mich war Nom Anor der faszinierendste Charakter der Romanreihe, fast noch faszinierender als Vergere oder Onimi. Er gehörte zuletzt weder der Fraktion der Jedi und der Neuen Republik noch der Fraktion der Yuuzhan Vong an, sondern bildete seine eigene Partei im Krieg, die beide Kriegsfraktionen unterwanderte und gegeneinander ausspielte. Seine letzte Tat war, Han Solo, Jacen und den anderen von Shimrras und Onimis abstürzendem Schiff zu helfen, wobei er aber nach Verlust einer Hand freiwillig an Bord zurückblieb und vermutlich beim Absturz in der Atmosphäre von Coruscant „off-screen“ starb. Zu seinen bedeutendsten Missetaten im Krieg gehörten die Vergiftung Mara Jades mit Sporen, die Unterwanderung einiger Regierungen, ein Betäubungsgasangriff auf den Galaktischen Senat nachdem er diesem ein Ultimatum überbrachte sowie die Beteiligung am Kampf, in dem der jugendliche Anakin Solo (und einige weitere Jedi seiner Generation) sein Leben ließ. Cool waren auch sein organisches giftspritzendes Augenimplantat oder sein falscher Finger voller Betäubungsgas und all die anderen körpereigenen Todesfallen, die er aufwies.

Pro und Contra: „Contra“ wäre, dass ich die Yuuzhan Vong zwar im Kanon, aber nicht als Hauptantagonisten in den kommenden Filmen sehen möchte, da sie zwar tolle Widersacher sind, gleichzeitig aber so fremdartig und brutal, dass Kinozuschauer sie nicht als Star Wars-mäßig empfinden würden. Nom Anor tauchte allerdings zuvor schon in Crimson Empire II auf, da er als Vorhut der Yuuzhan Vong die Galaxis bereits mehrere Jahre vor den Praetorite Vong und der Hauptstreitmacht infiltriert hatte. In den Comics ist er eine schattenhafte Figur im Hintergrund, die für politische Umwälzungen in den Restwelten des Imperiums und damit zu deren Destabilisierung beiträgt. Vielleicht wäre für Episode VII so eine politische Figur, die nur sich selbst – oder eben einer anderen Macht – dient, die quasi von der Persönlichkeit her Nom Anor gleicht und für Chaos und Aufruhr in der Republik sorgt, recht interessant. Es muss ja kein Yuuzhan Vong sein oder irgendwer mit Nom Anors exotischem Aussehen. Außerdem sind die Figuren in der Grauzone zwischen Jedi und Sith stets etwas spannendes in Star Wars, wie man an Boba Fett oder Asajj Ventress ja sehen kann. (Natürlich gäbe es auch mit Nom Anor das Problem, dass er wie bei Thrawn nicht mehr am Leben ist zur Zeit der Filme, aber sein Tod war ja off-screen und ich würde einen an ihn angelehnten Charakter einem Auftritt von Nom Anor selbst bevorzugen.)

Platz 2: Tyber Zann

Tyber Zann
Tyber Zann
Tyber Zann, bekannt aus dem Spiel Empire at War: Forces of Corruption begann zunächst eine Ausbildung an der imperialen Akademie auf Carida bevor er sich nach der Schlacht von Yavin einem Leben als Verbrecher zuwandte und das sogenannte Zann-Konsortium aufbaute. Er war ein Kriegsgewinnler, der Rebellion und Imperium zugunsten des eigenen Vorteils gegeneinander ausspielte. Nach der Schlacht von Endor brachte er den Supersternenzerstörer Eclipse in seine Gewalt und erlangte Zugriff auf Imperator Palpatines geheimste Datenbanken. Da endet auch das bisher erzählte Schicksal von Tyber Zann, denn das Spiel endet auf einem bis dato unaufgelösten Cliffhanger.

Pro und Contra: Die mächtige dritte Partei neben Imperium und Rebellion mit den Geheimnissen des Imperators auf seiner Seite? Wer weiß, was er in 30 Jahren alles im Geheimen an Bündnissen (ehemalige Imperiale? Verbrecher? Kopfgeldjäger), Einfluss und Feuerkraft aufbauen konnte, um schließlich zuzuschlagen. Er wäre eine „Macht der Korruption“, die die Neue Republik in ihren Grundfesten erschüttern könnte. Jedoch: Wenn man sich an das Erweiterte Universum hält, ist Zann zum Beginn des Films fast 70 Jahre alt. Allerdings hatte man mit Count Dooku oder Imperator Palpatine bereits Filmantagonisten in ähnlichem oder gar höherem Alter, die kein Stück weniger bedrohlich waren. Vielleicht kann man ihm auch eine Motivation geben, in seinem hohen Alter noch ein Imperium etablieren zu wollen, zum Beispiel einen Nachfolger, dem er ein Vermächtnis hinterlassen möchte? Allerdings gilt 70 ja noch nicht als steinalt in Star Wars, nicht für einen Menschen… Vielleicht hat er ja auch ein Bündnis mit irgendeiner anderen, machtbegabten Partei, um das Star Wars-Thema „Jedi vs. Sith“ zu wahren? Ich finde: allemal eine interessante Idee mit viel Potenzial.

Platz 1: Jacen Solo/Darth Caedus

Jacen als Darth Caedus
Jacen als Darth Caedus
Jacen Solo, der in der Thrawn-Trilogie zusammen mit seiner Schwester Jaina das Licht der Welt erblickt, war der älteste Sohn des Ehepaars Han und Leia Organa Solo. In ihm war die Macht sehr stark und er begann eine Ausbildung an der Jedi-Akademie seines Onkels Luke Skywalker, wo er eine Faszination für Tiere und Flachwitze aller Art entwickelte. Im Yuuzhan-Vong-Krieg begann er, die Auffassung der Jedi mit der Macht zu hinterfragen und lehnte den Gebrauch dieser kosmischen Lebenskraft sogar eine Weile lang komplett ab. Nach dem Tod seines Bruders Anakin gelangte Jacen in die Gefangenschaft der Yuuzhan Vong, wo er von Vergere, einer Grauen/Dunklen Jedi, ehemaligen Akolythin von Darth Sidious und Verbündete Lumiyas durch philosophische Trickgespräche und körperliche Qualen einen breiteren Blick für die Macht als Gesamtheit jenseits der Hellen Seite erhielt. Nachdem Luke den Yuuzhan-Vong-Oberlord Shimrra getötet hatte, erledigte Jacen mithilfe der Vereinigenden Macht Onimi und zog sich nach Kriegsende mehrere Jahre zurück, bereiste die Galaxis und studierte dort die verschiedenen Machtkulturen. So erweiterte er sein Wissen um die Macht im Sinne seiner im Krieg verstorbenen Lehrmeisterin Vergere.

Jacen wandte sich letztendlich der Dunklen Seite zu, um seine Tochter Allana zu beschützen und folgte damit aus ähnlichen Gründen einem ähnlichen Pfad wie sein Großvater Anakin, auch wenn charakterlich zwischen ihnen sehr große Unterschiede bestehen. Er ließ sich von der Sith-Lady Lumiya ausbilden und tötete seine Tante Mara als Opfer, um seinen Weg zum Sith zu vollenden. Letztendlich war es seine Schwester, die „Darth Caedus“, wie er sich fortan nannte, ein Ende setzte. Seine letzten Gedanken waren ein telepathischer Machtruf an seine entfremdete Freundin Tenel Ka Djo, um sie vor einer Bedrohung für Allana zu warnen, sodass er als halberlöster Sith starb.

Pro und Contra: Jacen Solo war für Luke stets jemand, auf den er sich verlassen konnte und den er für einen der vielversprechendsten Jedi seines Ordens hielt. Tatsächlich war Jacen vor seinem Fall zur Dunklen Seite einer der herausragendsten und mächtigsten Jedi seiner Zeit und jeder ging davon aus, dass er das Zepter von Luke übernehmen würde (eine Bürde, die später dann nach und nach Lukes Sohn Ben zufiel). Somit ist Jacen eine tragische Figur, die auch einem gealterten Luke Skywalker eine persönliche Dramatik bietet, die im EU mehrfach aufgearbeitet wurde: Wie kann ich verhindern, dass die neuen Jedi, die ich ausbilde, dasselbe Schicksal erleiden wie mein eigener Vater? Wie kann ich den Wiederaufstieg der Dunklen Seite innerhalb meines Ordens verhindern? Das fände ich einen sehr spannenden Handlungsbogen, der der „Übergabe der Fackel“ an eine neue Generation von Helden in der Sequel-Trilogie äußerst angemessen wäre. Vielleicht entwickelt sich da über die Episoden VII, VIII und IX ja schleichend etwas? Spannend wäre es auf jeden Fall und ein für alle beteiligten Charaktere ein sehr emotionales Szenario.

Was meint ihr zu dieser Auflistung? Hättet ihr ähnliche Favoriten? Nennt uns doch eure Top 5 oder Gegenvorschläge – wenn ihr Lust habt auch mit Begründung. Wir sind auf jeden Fall gespannt!

7 Kommentare

  1. Sehr schöner Artikel, Florian!
    Zugegeben meine Top 5 sähe vermutlich anders aus, allerdings würde sie genau die logischen Fehler beinhalten die du angesprochen hast, wie beispielsweise bei Thrawn (mein persönlicher Favorit in Sachen: Will ich sehen). Jacen wäre in der Tat jedoch sowohl wahrscheinlich als auch interessant. Mehr als abwarten und spekulieren bleibt zwar nicht, aber der Artikel hat uns schon mal einen tollen Überblick für mögliche Antagonisten/Antihelden gegeben, insofern vielen Dank! 🙂

    1. Sag uns doch mal deine Argumentation für deine These „Sidious lebt“. Du hast Recht, ich halte sie für weniger toll, da somit das Ende von Episode VI und Vaders Opfer, das ihn die Prophezeiung des Auserwählten erfüllen ließ, zunichte gemacht wird, aber wenn du Argumente dafür hast, lass sie ruhig hören. Hier wird keiner Mundtot gemacht.

      1. Das von Fans oft ins Feld geführte Argument, dass ein „Überleben“ des Imperators, die Bedeutung von Anakins Tat ad absurdum führen würde, da sie schließlich die Erfüllung der Prophezeiung darstellte, halte ich für zu streng interpretiert:

        Warum ist Vaders Tod bei einer evtl. Rückkehr des Imperators umsonst?
        Als „Return Of The Jedi“ ins Kino kam, nahm Vader den Tod in Kauf, um seinen Sohn zu retten, und erlangte damit Erlösung. DAS war die ursprüngliche Bedeutung seines Todes.
        Die Sache mit dem Auserwählten und dem Gleichgewicht der Macht kam ja erst mit Episode 1 ins Spiel. Doch selbst in den Prequels fragt man sich stetig, welchen Wert diese Prophezeiung überhaupt hat und wie sie letztlich zu verstehen ist. Das ist sogar heute noch nicht ganz zufriedenstellend geklärt. Zudem kann man in zukünftigen Filmen auch diesbezüglich wieder an der Interpretation drehen: Was ist das eigentlich für ein Auserwählter, der den Tod von Millionen mitverantwortet, um dann – im Angesicht des Todes – die wichtigste Tat seines Lebens zu tun… Philosophisch sicher zu untermauern – aber warum bringt er dadurch die Macht ins Gleichgewicht, wenn am Ende alle Bösen tot sind und es ein Übergewicht auf der hellen Seite gibt?

        Sein Vorbild, dass man von der Dunklen Seite verführt werden und doch auch wieder die Rückkehr zur hellen Seite schaffen kann, ist sicher wichtiger als der Tod des Imperators. Denn diese Erkenntnis hat Jedi wie Obi-Wan und Yoda wohl gefehlt.
        Daher würde es mehr Sinn machen, wenn Luke der wahre Auserwählte ist bzw. die „Skywalkers“ an sich, die dafür Sorge tragen, dass das Böse nicht überhandnimmt, und dafür auch die dunkle Seite „verstehen“ wollen.

        Ein Überdauern des Imperators wäre daher durchaus sinnvoll und könnte einen perfekten Handlungsbogen von drei aufeinander aufbauenden Trilogien beschließen:

        – Die Prequel-Trilogie: Der Sündenfall!
        Die helle Seite der Macht wird von einem Mönchsorden „verwaltet“, der sich dem Leben zu sehr verschließt. Qui-Gon spürt dies, wird aber eher als Querdenker gesehen. Die Jedi sind bzgl. der Intrigen der Sith blind und spielen dem Bösen sogar in die Hände. Anakin wird vom Imperator zur Dunklen Seite der Macht verführt und die in uralte Muster verhafteten Jedi müssen erkennen, dass der vermeintliche „Auserwählte“ die alten Konstrukte zum Einsturz bringt.

        – Die Original-Trilogie: Die Erlösung!
        Sein Sohn Luke bekehrt Vader und entreißt ihn den Klauen des Imperators. Das was die alten Jedi als Übel ansahen – emotionale Bindung zu einem anderen Menschen – führt dazu, dass Anakin auf die helle Seite der Macht zurückkehrt. Das hatten sie vorher nicht begriffen – sie hatten ja immer noch gehofft, dass Luke im Kampf bestehen könnte, und niemals haben sie es für möglich gehalten, dass Anakin bekehrt werden könnte – das haben sie ganz deutlich gesagt. Und genau das ist die große Tat von Anakin in Ep.6 – dass er es schafft, dem Bösen zu widersagen und sich für seinen Sohn zu opfern. Das Herabstürzen des Imperators ist nur das Symbol dafür, dass sich Vader selbst „befreit“ hat – das Auslöschen des Imperators ist nicht das Wesentliche. Und deshalb wäre es auch keine Profanisierung von Vaders Opfer, wenn der Imperator überleben würde.

        – Die Sequel-Trilogie: Die Erneuerung!
        Anakin war nicht der Auserwählte, weil er den Imperator getötet hat, sondern weil sein Beispiel eine neue – eine bessere – Generation von Jedi möglich gemacht hat: Luke ist tatsächlich nicht der letzte der alten Jedi – sondern der erste der neuen! Er gibt weiter, was er gelernt hat: An nachfolgende Machtsensitive und evtl. natürlich auch an seine Tochter oder seinen Sohn. Doch die Skywalkers und die neuen Jedi müssen ein letztes Mal gegen das ursprüngliche Übel antreten – den Imperator. Genau DIE dunkle Bedrohung, die in Ep.1 aufstieg (Jede Saga hat einen Anfang…), wird durch die neue Philosophie der Jedi in Ep.9 endgültig besiegt (…und ein Ende)

        Daraus könnte Abrams dann ein großes Geheimnis machen, das er erst in Episode 9 enthüllt: „Ich bin Kahn!“… ähh, nein… „Ich bin Sidious!“ 😀

        OK, wäre dies ein wahrscheinliches Szenario für die dritte Trilogie?

        Bei der Drehbuchentwicklung zu TESB gab es ja vage Ideen von Lucas, wie die dritte Trilogie aussehen sollte: In Episode 6 sollte der schurkische Handlanger Vader sterben und in den Nachfolgefilmen sollte es dann gegen den Imperator himself gehen. Die „andere“ von Yoda erwähnte Hoffnung – die am anderen Ende der Galaxis geheim trainierte Schwester (natürlich nicht Leia) – sollet Luke bei diesem Kampf beistehen. Es kam anders und Lucas machte den Sack mit Episode 6 zu: Leia ist plötzlich die Schwester, Vader stirbt, der Imperator stirbt – und alle anderen Bösewichter (Jabba, Boba Fett) auch. Aber ursprünglich sollte dem Imperator eine größere Bühne geboten werden! Mit den Prequels wurde die Saga um 3 Filme erweitert aber auch auf 6 Filme reduziert, die nun die „Tragödie von Anakin Skywalker“ darstellen – sein Fall und seine Erlösung. Doch bald wird es dann doch die Episoden 7-9 geben und es ist ja nun auch recht wahrscheinlich, dass es nicht mehr nur um Anakin sondern wieder mehr in Richtung Skywalker-Familien-Saga geht.

        Da die neue Trilogie auf Treatments von Lucas beruht, halte ich es für möglich, dass einige der alten Konzepte – natürlich entsprechend angepasst – wieder reaktiviert werden; was der werte Herr Lucas ja immer wieder gern gemacht hat! Luke und die unbekannte Schwester „Nellith“ werden wir natürlich nicht mehr in den Hauptrollen sehen. Aber die Funktion von „Nellith“ könnte ja z.B. Lukes Tochter übernehmen. Den Imperator müsste man natürlich aus dem Hut zaubern, aber das wäre ja durchaus möglich. In TCW hat Lucas noch einmal sehr deutlich gemacht, dass den Sith die physische Existenz alles bedeutet – und die Erlangung der Unsterblichkeit ist klassisches Motiv für epische Bösewichte. Von Darth Plagueis wissen, wir dass er mittels Experimente daran gearbeitet hat, und Darth Maul überlebte einen Sturz in einen Schacht, obwohl er zudem in zwei Teile zersäbelt war. In einer Space-Opera ist niemand sicher tot, der „nur“ in einen Abgrund gestürzt ist. Natürlich würde es bei Palpi schon schwer, das glaubhaft rüberzubringen, aber unmöglich wäre es nicht.

        Um hier keine Missverständnisse aufkommen zu lassen:
        Ich sage NICHT, dass es so kommen wird. Ich will lediglich darlegen, warum es eben keine Profanisierung von Vaders Opfer sein müsste. Man muss das nicht mögen und kann das langweilig finden. Es muss aber nicht unsinnig sein!

        Ich fände es gut.

  2. So interessant all diese Figuren auch sind, die Wahrscheinlichkeit einen neuen Charakter zu entwickeln werden sich die Macher sicher nicht nehmen lassen! Oder man benutzt sich eines bekannten Kniffes um bekannte Gestalten wieder auftauchen zu lassen OHNE den Kanon anzukratzen indem man klont!

    Palpatine tauchte ja nach Endor wieder auf indem er seine Essenz auf einen Klonkörper übertrug, und auch Thrawn hatte ja mal einen Klon parat, der allerdings von Luke und Mara getötet wurde.
    Eine nicht uninteressante Idee wäre z.B. einen Klon von Dooku auftreten zu lassen, der nicht einmal von Christopher Lee dargestellt werden müßte sondern von einem jüngeren Darsteller.

    Oder man nimmt sich Cronal alias Blackhole an und baut ihn zum Gegner auf, dieser könnte auch zu diesem Zeitpunkt noch leben.

    Ein anderer Punkt wäre auch einen weiten Griff zurück in die Geschichte zu machen und Sith aus der Zeit der Alten Republik auftreten zu lassen die irgendwann in Karbonit eingefroren wurden und jetzt auf einem Planeten entdeckt und versehentlich erweckt werden.

    So oder so wird der/die Gegenspieler/in sicherlich super werden!

    1. Ich hoffe ja, dass man origineller sein wird als Klone zu verwenden. Aber dass man vielleicht eine bekannte EU-Figur für die Filme adaptiert wäre gar nicht mal so abwegig. Asajj Ventress, Quinlan Vos, Aayla Secura, das Delta Squad, der Planet Coruscant… die EU-Einflüsse auf die Filme und das ebenfalls von George produzierte The Clone Wars sind doch vorhanden, da George Lucas das EU stets als Fundgrube für interessante Ideen verwendete, die er dann nach seinen Vorstellungen abgewandelt hat.

      Die Lucasfilm Story Group, der auch Namen wie Leland Chee (der Keeper of the Holocron) und Pablo Hidalgo angehören (also Leute, die das EU maßgeblich mitgestaltet haben in den letzten 15 Jahren) hat ja auch eine beratende Funktion bei den Filmen. Wenn man da einen Schurken sucht und die sagen: „Hey, im EU gibt es dies und das, das könnte man so und so verändern, dann hätte man einen interessanten Schurken.“ Naja, dann halte ich das schon für plausibel. Davon abgesehen hat jeder Film ja auch mehrere Schurken… Jabba, Sidious, Dooku, Handelsföderation und andere Separatisten, imperiale Offiziere und Moffs… irgendwo wird sich da sicher ein Konzept des EU wiederfinden oder irgendetwas, dass es in irgendeiner Form im EU schon mal gegeben hat. 😀

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