Rezension: The High Republic Adventures: Pathfinders #1 von Dark Horse

Schon als er bei der Stuttgarter Comic Con 2024 zu Gast war, hat uns The High Republic-Autor George Mann im Interview erzählt, dass er findet, zu den Pathfinders aus Phase II des Projekts gäbe es noch einiges zu erzählen. Was genau er damit meinte, erfahren wir jetzt, denn Dark Horse veröffentlicht heute das erste Heft der sechsteiligen Reihe The High Republic Adventures: Pathfinders aus Manns Feder mit Zeichnungen mit Partha Pratim, Tuschezeichnungen von Jagdish Kumar und Farben von Michael Atiyeh.

Zum Inhalt

Die Geschichte spielt 20 Jahre nach dem Ende von Phase II der Hohen Republik und beginnt direkt wie ein Krimi: Die Leiche eines Jedi wird in einem verlassenen Schiff gefunden. Dieser mysteriöse Tod ruft direkt unser Ermittler- bzw. Pathfinder-Team auf den Plan. Dieses besteht aus Jedi-Meister Temesh, seiner Padawan Anula, dem Medic Harby, der Pilotin Pol und dem fliegenden Haustier Ezal. Sie bekommen außerdem Unterstützung von einem Communication Team, bestehend aus Talik, Morla und dem Droiden EX-32.

Gemeinsam machen sie sich auf den Weg nach Jagoth, wo die Leiche des Jedi gefunden wurde. Doch leider ist die Regierung dieses Planeten, repräsentiert durch General Petro Arglass, alles andere als kooperativ und gibt das Schiff und den toten Jedi unter fadenscheinigen Begründungen nicht heraus. Doch Talik und Morla fangen Nachrichten ab, die besagen, dass Arglass das Schiff in Wahrheit für sich selbst haben will. Meister Temesh und seine Schülerin fangen das Schiff also ab, als es dem General geliefert werden soll, wobei es auch zu einem Kampf mit Arglass‘ Gehilfen und dessen Kampfdroiden kommt. Doch das Team kann mitsamt dem Schiff und dem toten Jedi entkommen.

Medic Harby stellt bei der Autopsie fest, dass die Trommelfelle des Toten geplatzt sind, wahrscheinlich durch die Einwirkung einer Waffe. Auch sein Lichtschwert fehlt, was auf einen gezielten Mord hinweisen könnte. Doch gerade als die Mitglieder des Pathfinder-Teams das weitere Vorgehen besprechen, kollidiert ein EX-Droide mit ihrem Schiff, der einen Notruf enthält…

Zur Umsetzung

Das Heft baut direkt zu Beginn eine gruselige, spannende Stimmung auf, als ein einzelner Schrotthändler allein durch das verlassene Schiff des toten Jedi wandert und diesen auffindet. Die Angst ist dem Mann deutlich ins Gesicht geschrieben und die rot eingefärbten Panels unterstützen das mulmige Gefühl und die Anspannung in der Szene.

Dass der tote Jedi Atticus Cale ist, ist ein schönes Easter Egg, das auf einen anderen Comic von George Mann Bezug nimmt: In Echoes of Fear #3 recherchieren Cohmac, Reath und Amadeo die Geschichte der Echo Stones und stoßen dabei auf ein Holocron, das von seiner Suche nach Barnabas Vim erzählt, auf der er auch den Rod of Ages findet. Ich glaube nicht, dass diese Vorgeschichte von Atticus in der aktuellen Comic-Reihe nun unbedingt noch eine Rolle spielen wird, aber es fühlt sich dennoch belohnend an, dass langjährige Leser*innen von The High Republic hier einen kleinen Querverweis präsentiert bekommen.

Was die Vielzahl an Figuren in unserem Ermittlerteam angeht, braucht es sicher noch etwas mehr Zeit zur Charakterisierung. Nach dem ersten Heft, das den Fokus stark darauf setzt, die Handlung anzustoßen, habe ich noch nicht den Eindruck, die einzelnen Figuren und ihre Eigenheiten gut zu kennen. Ich hoffe, dass in den kommenden Heften noch etwas mehr Charakterarbeit stattfindet.

Die mysteriösen Umstände, unter denen Atticus Cale aufgefunden wurde, machen aber auf jeden Fall neugierig. Ich bin gespannt, wie die Pathfinders diesen Fall lösen werden und welche Geheimnisse noch enthüllt werden.

Die Zeichnungen sind über das ganze Heft hinweg eher einfach gehalten. Die Gesichter der Figuren sind in Nahaufnahmen zwar gut ausgearbeitet und spiegeln ihre Emotionen wider. Wenn Figuren sich etwas weiter weg befinden, verschwimmen die Gesichter aber oft. Im Hintergrund der Panels fehlt es fast immer an Details, was die Handlungsorte – vor allem die Innenräume – ziemlich generisch wirken lässt.

Fazit

George Manns Reihe eröffnet wie ein solider Krimi mit einem mysteriösen Mord, der auch eine Verbindung zum Projekt The High Republic herstellt. Allerdings fehlt es den zahlreichen Figuren noch etwas an Charakterarbeit und die wenig detailreichen Hintergründe der Panels erwecken die Handlungsorte nicht zum Leben. Deshalb vergebe ich für den Start der Pathfinder-Reihe drei von fünf Holocrons.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!
Bewertung: 3 von 5 Holocrons

Wir danken Dark Horse für die Bereitstellung des digitalen Rezensionsexemplars und der Vorschauseiten.

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Star Wars: Die Hohe Republik ist ein mehrjähriges Buch- und Comicprogramm, das hunderte Jahre vor den Skywalker-Filmen spielt und die Jedi in ihrer Blütezeit zeigt. Weitere Infos, News, Podcasts und Rezensionen gibt es in unserem Portal und in der Datenbank. Beachtet auch unsere Guides zur Lesereihenfolge von Phase I, Phase II und Phase III.

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