Dark Horse startet heute ins neue Comic-Jahr mit dem Abschluss einer Reihe, die schon im Sommer 2025 begann: Tides of Terror von George Mann. In Heft #4 tauchen wir heute ein letztes Mal hinab zur Axil-Station. Für Zeichnungen und Koloration sind erneut Luis Morocho beziehungsweise Michael Atiyeh verantwortlich. Die Tuschezeichnungen stammen dieses Mal von Le Beau Underwood.
Zum Inhalt

Am Ende des vorherigen Heftes hatte sich herausgestellt, dass Großmeister Samrit Gnell hinter dem Sabotageakt auf die Axil-Station steckt, und die Jedi konnten ihn stellen. Doch durch einen plötzlichen Wassereinbruch werden Kit Fisto und sein Padawan Nahdar Vebb abgelenkt, sodass die Saboteure erst einmal entkommen können. Während Nahdar sie verfolgt und erfolglos versucht, sie an der weiteren Flucht zu hindern, beschließt Kit Fisto, die Station auf unkonventionelle Art und Weise zu retten: Er schwimmt raus zu den furchteinflößenden Xorfin und will rausfinden, ob diese wirklich so unfreundlich sind, wie sie scheinen.
Und wie sollte es auch anders sein: Die Xorfin sind eigentlich ganz nett, wenn man ebenfalls nett zu ihnen ist, wie Kit Fisto mit seinem stets freundlichen Lächeln. Dieser findet heraus, dass Gnell und seine Kumpanen, auch Baby-Xorfin aufgrund ihrer Seltenheit gefangen haben, befreit diese und erlangt somit das Vertrauen den Xorfin, welche ihm dann bereitwillig helfen, indem sie einfach die ganze Station an die Wasseroberfläche schieben, wo auch schon Shaak-Ti und Mace Windu warten. Nebenbei schnappen die Xorfin sich auch noch das U-Boot mit den Saboteuren an Bord und sorgen so für deren Festnahme.
Die Verbrecher werden also zur Rechenschaft gezogen, die Tordusianer beschließen, dass eine neue Station weniger invasiv sein und die Xorfin respektieren soll und Nahdar Vebb hat gelernt, dass auch eine diplomatische Mission nicht unbedingt langweilig sein muss.
Zur Umsetzung
Ich bin vom Ende der Reihe positiv überrascht. In der vorigen Rezension hatte ich ja einige offene Fragen formuliert, die ich gerne vom finalen Heft beantwortet bekommen würde, und die meisten davon werden tatsächlich thematisiert und zufriedenstellend beantwortet, so beispielsweise, wie Gnell und seine Leute von Bord kommen wollen und wie ihr Verhältnis zu den Xorfin ist. Etwas mehr Ausarbeitung hätten die Bösewichte und ihre Motivation aber trotzdem noch vertragen können.
Die Auflösung der Notlage der Station durch die Hilfe der Xorfin ist nichts Neues, denn Geschichten dieser Art, bei der zunächst feindselig erscheinende Tiere den „Guten“ am Ende zu Hilfe kommen, haben wir schon öfter im Star Wars-Universum gesehen. Allerdings macht diese Art der Geschichte doch immer wieder Spaß und auch die zeichnerische Umsetzung hat mir gut gefallen. Gerade die doppelseitige Unterwasser-Splashpage, auf der Kit Fisto durch den Ozean schwimmt, macht mit ihrer blau-grünen Koloration viel her. Ihr könnt sie unten bei den Vorschauseiten sehen. Noch begeisterter war ich von dem Panel, auf der die Xorfin die Station nach oben schieben und ein winziger Kit Fisto sich an der Flosse eines Tieres festhält. Ein Zoom-in zeigt uns dann sein Gesicht mit dem typischen Kit-Fisto-Grinsen. Hier musste ich wirklich Schmunzeln und hatte meine Freude an dem Comic.




Auch die Meister-Schüler-Beziehung zwischen Kit Fisto und Nahdar Vebb wird nochmals gestärkt, indem Fisto seinem Schüler zeigt, dass er ihm zutraut, sich alleine um die Station zu kümmern, während er die Xorfin aufsucht. Auch die harmonische letzte Seite, auf der sich beide darüber austauschen, was Nahdar aus der Mission gelernt hat – dass Diplomatie vorzuziehen ist und auch spannend sein kann und dass der Glaube an das Gute in Wesen hilfreich sein kann – ist für mich ein schöner Abschluss der Reihe. Hier schlägt George Mann nochmals den Bogen zu Heft #1, in welchem Nahdar Gewalt der Diplomatie vorzog und genervt davon war, auf eine langweilige diplomatische Mission zu müssen.
Etwas schnell ging mir am Ende nur die Auflösung des politischen Plots, bei dem die Aktivistin, die sich gegen den Betrieb der Station einsetzt, recht schnell von Jedi und Regierungsschef zum Schweigen gebracht wird mit dem Versprechen, die neue Station sei dann weniger störend für die Xorfin. Wirklich gefragt oder eingebunden wurden diese Interessensgruppe nicht, sondern stattdessen vor vollendete Tatsachen gestellt, weshalb dieses vermeintliche „Happy End“ nicht so ganz demokratisch wirkt. Aber schieben wir das mal auf die Hybris der Prequel-Jedi.
Fazit
Für mich stellt das finale Heft der Reihe einen runden Abschluss der Reihe dar. Ich hatte viel Spaß mit der interessanten Auflösung rund um die Xorfin, der Meister-Schüler-Dynamik und den tollen Zeichnungen. Der politische Plot und die Saboteure rund um Gnell hätten aber noch etwas mehr Raum und Ausarbeitung bekommen dürfen. Man merkt am Ende schon, dass es sich bei Tides of Terror eben nur um einen kurzen Vierteiler handelt, dessen Seitenzahl beschränkt ist.
Wir danken Dark Horse für die Bereitstellung des digitalen Rezensionsexemplars und der Vorschauseiten.











