Rezension: The High Republic Adventures #2 von IDW

Nach einer vielversprechenden ersten Ausgabe gehen die The High Republic Adventures von IDW Publishing heute in die zweite Runde. Das Team aus Autor Daniel José Older, Zeichner Harvey Tolibao und Koloristin Rebecca Nalty hat dieses Mal noch Unterstützung durch einen weiteren Zeichner, nämlich Pow Rodrix bekommen.

Zum Inhalt

Die Padawan-Gruppe, bestehend aus Lula Talisola, Farzala, Qort und Bibs bekam im letzten Heft Zuwachs in Form der machtbegabten Mikkianerin Zeen Mrala. Gemeinsam standen die Jugendlichen auf Zeens Heimatplaneten Trymant IV jedoch einer Übermacht von Nihil gegenüber, angeführt vom gefürchteten Marchion Ro.

Das heutige Heft wirft uns direkt in die Schlacht zwischen Jedi und Nihil, wobei die Padawan-Schüler natürlich nicht lange allein bleiben, sondern Unterstützung von ihren Meistern Yoda und Torban Buck bekommen. Letzterer enthüllt dabei auch seinen ziemlich schrägen und gruseligen Spitznamen „Buckets of Blood“ (deutsch: „Eimer voller Blut“).

Gleichzeitig nimmt Marchion Ro den Ältesten („Elder“) Tromak, ein hohes Mitglied der machtfeindlichen Sekte, welcher Zeen angehört, mit auf sein Schiff. Wir erfahren, dass Elder Tromak wohl bestimmte Informationen besorgen kann, die Marchion Ro benötigt. Krix, welchen wir als besten Freund von Zeen kennengelernt haben, ist immer noch sehr enttäuscht, dass Zeen ihre Machtfähigkeiten vor ihm verheimlicht und die Regeln der Sekte gebrochen hat. Deshalb lässt er sich dazu überreden, Zeen zu verlassen und ebenfalls mit an Bord des Nihil-Schiffes zu kommen.

Können die Jedi gegen die Nihil bestehen? Und für welche Seite wird sich Krix entscheiden?

Zur Umsetzung

Die Einführung der Figur Marchion Ro gelingt sowohl Autor als auch Zeichnern wunderbar. Die mysteriöse, vermummte Figur lädt direkt dazu ein, sich diverse Fragen über sein Aussehen unter der Maske und seine Identität zu stellen. Auch wird er häufig aus der Froschperspektive gezeigt und wirkt so umso bedrohlicher. Seine bestimmende Art und eine extrem unmoralische Aktion gegen Ende dieses Hefts tun ihr Übriges. Ich bin jedenfalls gespannt, was die Comic-Reihe noch weiter aus ihm macht.

Andererseits bin ich aber ein wenig davon enttäuscht, dass die beiden Hauptfiguren, Lula und Zeen, die in der vorigen Ausgabe so wunderbar künstlerisch eingeführt wurden, in diesem Heft fast komplett in den Hintergrund treten. Sie kämpfen zwar gegen eine anonyme Masse Nihil, aber dies ist eher ein Nebenschauplatz der Handlung. Die Handlung rund um Krix, Marchion Ro und Yoda sowie der (zugegeben lustige) Gag, dass Meister Buck sich „Buckets of Blood“ nennt, stehlen den Padawan-Schülern, die eigentlich die Helden der Geschichte sein sollten, komplett die Show. Das finde ich ein wenig schade. Immerhin gibt es am Ende noch einen kurzen emotionalen Moment zwischen Lula und Zeen.

Damit wären wir auch schon beim Kampf zwischen den Nihil und den Jedi und dessen visueller Umsetzung. Obwohl mir die Zeichnungen insgesamt nach wie vor sehr gut gefallen, finde ich speziell die Panels, die diesen Kampf zeigen, sehr unübersichtlich. Oft erkennt man nicht einmal, welche Gliedmaßen zu wem gehören oder wie viele Nihil nun insgesamt abgebildet sind. Die Nihil mit ihren Schläuchen, Helmen und Waffen sehen eher aus wie ein Schrottplatz voller Teile als eine Gruppe von Wesen. Das erschwert es doch sehr, dem Kampfgeschehen zu folgen.

Besser getroffen ist jedoch dieses Mal Yoda, dessen Darstellung ich letztes Mal stark kritisiert hatte. Zwar finde ich die Yoda-Zeichnungen nach wie vor nicht toll, aber sind sind nicht mehr ganz so schrecklich wie im ersten Heft. Einige sind sogar ganz gut. Ich vermute aufgrund des unterschiedlichen Zeichenstils, dass dies die Zeichnungen des zusätzlichen Zeichners Pow Rodrix sind, welcher offenbar einen besseren zeichnerischen Draht zu dem kleinen grünen Jedi-Meister hat als Harvey Tolibao.

Fazit

The High Republic Adventures #2 schafft es, die Geschichte weiter spannend fortzusetzen und den Bösewicht Marchion Ro wunderbar zu etablieren, verliert dabei aber den Fokus auf seine Hauptfiguren Zeen und Lula. Was die Zeichnungen angeht, ist Yoda zwar besser gelungen, aber die Schlacht zwischen Nihil und Jedi dafür unübersichtlich. Insgesamt gefällt mir dieses Heft daher ein bisschen weniger gut als sein Vorgänger. Daher vergebe ich drei von fünf Holocrons.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Wir danken IDW Publishing für die Bereitstellung des digitalen Rezensionsexemplars und der Vorschauseiten.

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2 Kommentare

  1. Ich fand die Geschichte und Illustrationen auch recht solide. Bemerkenswert ist aus meiner Sicht, dass Marchion Ro Yoda sofort erkannt und benannt hat. Da gibt es eine noch nicht vollständig aufgedeckte Verbindung zwischen ihm und den Jedi.

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