TV-Rezension: Star Wars Rebels 3×09: „Die Piraten-Rebellen“

Nachdem Star Wars Rebels mit der vorigen Folge „Der Spitzenpilot“ ins berüchtigte Staffelmitte-Tief abzurutschen schien, folgt nun mit „Die Piraten-Rebellen“ (Originaltitel „The Wynkahthu Job“) eine Episode, die Hondo Ohnaka und Azmorigan in den Mittelpunkt stellt. Sind die beiden wirklich das Mittel der Wahl, um wieder für mehr Qualität in der Serie zu sorgen?

Hondo und Azmorigan bieten den Rebellen in <em>Die Piraten-Rebellen</em> einen Deal an.

Hondo und Azmorigan bieten den Rebellen in „Die Piraten-Rebellen“ einen Deal an.

Die Folge beginnt damit, dass Hondo und sein Partner Azmorigan der Ghost-Crew ein Angebot unterbreiten: Sie möchten mit ihnen gemeinsam ein verlassenes Transportschiff des Imperiums plündern, das sich in der Atmosphäre des Planeten Wynkahthu befindet und unter anderem auch Protonenbomben enthält, die die Rebellen gut gebrauchen können. Ezra vertraut Hondo, doch der Rest der Crew ist misstrauisch. Dennoch entscheiden sich die Rebellen, die Mission anzugehen. Doch das Unterfangen stellt sich als komplizierter heraus als gedacht, denn das Transportschiff steckt inmitten atmosphärischer Stürme fest und an Bord erwarten die Plünderer gefährliche Kampfdroiden. Außerdem war Hondo auch nicht ganz aufrichtig zu seinen Partnern…

„Die Piraten-Rebellen“ kocht zum gefühlt zwanzigsten Mal das alte Rebels-Plotschema wieder auf: Die Rebellen brauchen dringend Rohstoff XY und beschließen, diesen an einem gefährlichen Ort auf halsbrecherische Art und Weise zu stehlen. Diese Story in ihren verschiedenen Variationen dient immer mal wieder als Füllmaterial in der Mitte der Staffel, wenn den Machern anscheinend nichts Besseres einfällt, wie man die Sendezeit bis zum nächsten epischen Staffelfinale überbrücken kann.

Kampfdroiden in <em>Die Piraten-Rebellen</em>

Kampfdroiden in „Die Piraten-Rebellen“

Hondo ist zwar immer wieder für einen Witz gut und, obwohl ich mit Figuren wie ihm eigentlich wenig anfangen kann, mag ich ihn mittlerweile doch ganz gern. Er hat einen gewissen Kultfaktor. Allerdings kann er als Hauptfigur keine Handlung tragen. Azmorigan dagegen fehlt dieser Kultfaktor komplett und für mich ist er nur nervig und überflüssig. Warum sich die Rebellen immer wieder mit diesen Piraten einlassen, ist mir auch schleierhaft. Mittlerweile sollte klar sein, dass an Hondos Deals immer ein Haken dran ist.

Warum besonders Ezra Hondo immer wieder als vertrauenswürdigen Freund und Partner ansieht, war mir auch nie so recht klar, doch die Rebels Recon (siehe unten) gibt dieses Mal Auskunft darüber: Ezra identifiziert sich gewissermaßen mit Hondo, weil er selbst ja auch nur ein Gauner und Straßenjunge war, der gestohlen und betrogen hat, bevor er sich Hera, Kanan und Co. anschloss. Die Erklärung scheint mir an sich schlüssig. Allerdings frage ich mich schon, warum diese „Gauner“-Seite an Ezra dann bisher so sehr vernachlässigt wurde, dass man als Zuschauer eigentlich schon vergessen hat, dass sie angeblich existiert.

Zeb und Ezra entkommen in letzter Sekunde in <em>Die Piraten-Rebellen</em>.

Zeb und Ezra entkommen in letzter Sekunde in „Die Piraten-Rebellen“.

Außer den Figuren ist auch die Handlung nicht besonders interessant und spannend. Das Transportschiff befindet sich zwar mitten in einem Sturm, aber vor besonders große Probleme scheint dies die Rebellen bis kurz vor Schluss nicht zu stellen. Die Streitereien zwischen Hondo, Azmorigan und der Ghost-Crew sind bestenfalls witzig, aber keinesfalls ein ernsthafter Konflikt, der die Geschichte interessant machen würde. Azmorigans mysteriöses Verschwinden sorgt bei mir auch nicht für Spannung, da mir diese Figur absolut egal ist und er von mir aus ruhig von Kampfdroiden erschossen, von Vader erwürgt oder vom Sarlacc gefressen werden darf, ohne dass das bei mir Mitgefühl auslösen würde. Die Kampfdroiden als einzige Gegner auf dem Schiff sind auch ziemlich unspektakulär. Anscheinend kann man sie mit etwas Anstrengung abschießen, sodass echte Gefahr nicht wirklich besteht. Insgesamt stimmt hier also der Spannungsaufbau hinten und vorne nicht.

Irgendwelche positiven Seiten, die all die Kritik aufwiegen würden? – Nein, leider fällt mir da so gar nichts ein. „Die Piraten-Rebellen“ ist eine absolut vergessbare und unnötige Folge, die nichts Neues liefert und höchstens aufgrund ihres unschreibbaren englischsprachigen Titels in Erinnerung bleiben wird. Die Gesamthandlung wird nicht vorangetrieben, die Figurencharakterisierung nicht vertieft, die Handlung an sich ist nicht innovativ und die Spannung fehlt. So bleibt mir nichts anderes übrig als diesem Tiefpunkt der Staffel nur eines von fünf möglichen Holocrons zu geben. Hoffentlich wird die nächste Folge wieder ein bisschen besser!

Der Rezensent vergibt 1 von 5 Holocrons!

Die Rezensentin vergibt 1 von 5 Holocrons!

Wer die Rebels Recon zur Folge schauen möchte, kann das hier tun:

Was ist eure Meinung zu den „Piraten-Rebellen“?

Über den Autor

Ines

Ines

Ines bildet im echten Leben zahlreiche Padawan-Schüler an einem Gymnasium in den Fächern Englisch und Deutsch aus. Star Wars konsumiert sie am allerliebsten in Romanform und hat sich zum Ziel gesetzt, sämtliche Romane des Kanons zu lesen. Bereits jetzt ist sie begeistertes Claudia-Gray-Fangirl.

2 Kommentare

  1. JaninaJanina

    Für mich war die Folge genauso eine Enttäuschung, schien mir wie ein Versuch, zwanghaft Hondo wieder einzubringen und für sinnlosen Humor zu sorgen. Irgendwann sollten die Macher allerdings auch mal merken, dass Schema X nicht mehr zieht, wie du oben schon so schön gesagt hast. Rohstoffe, halsbrecherische Mission usw. Kein Wunder, dass die Rebellen bisher nicht ernstzunehmen sind.

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  2. JohannJohann

    Die Quelle von Hondos Humor ist inzwischen erschöpft, die Möglichkeiten, Ezras Entwicklung an ihrer Beziehung festzumachen, auch. Insofern langweilig war auch die Episode. Allerdings fand ich sie doch etwas unterhaltsamer als die schreckliche Episode mit Jun Satos Neffen – was nun aber auch nicht schwierig ist.

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