Marvel-Mittwoch: The Book of Boba Fett #1 

Als The Book of Boba Fett Ende 2021 auf Disney+ erschien, wollte man einerseits an die Erfolgsserie The Mandalorian anknüpfen und andererseits an Episode VI, in der zwar die Jedi zurückkehrten, aber dafür Boba Fett im Sarlacc verschwand. Nun, fünf Jahre später, adaptiert man gerade mangels anderer Reihen, diesen Stoff nochmal fürs Medium Comic.

Achtung: Wie immer besprechen wir im Marvel-Mittwoch die Handlung der Comics, sodass sowohl der Beitrag als auch die Kommentare Spoiler enthalten können.

Der Inhalt

Zum Inhalt brauchen wir auf einer primär von Fans frequentierten Seite nach so langer Zeit ja nicht viel zu sagen. Auch dieses Mal handelt es sich wieder um eine 1:1-Adaption der ersten Folge der gleichnamigen Disney+-Streaming-Serie.

Das Kapitel 1 definiert unter dem bekannten und in der Sci-Fi-Literatur verschiedentlich genutzten Bibelzitat des Fremdlings in einem fremden Land durchaus passend Boba Fetts Situation, der damit zu kämpfen hat, dass er als Totgeglaubter nach längerer Zeit in einer Welt bestehen will und muss, die sich stark verändert hat. Und auch er selbst hat sich stark verändert, wenn auch mehr darin, wie er seine Ziele erreichen will, als darin, was seine Ziele sind.

Dabei wird jeweils zwischen den zeitlichen Ebenen gewechselt, um zu zeigen, unter welchen Umständen er die Lektionen gelernt hat, die er nun in seiner neuen Machtposition umzusetzen versucht, und mit welchen Schwierigkeiten er dabei konfrontiert ist, da sich nicht alle Dinge gleich stark verändert haben.

Die Umsetzung

Wie immer bei den modernen Comic-Adaptionen unter Disney hatte Rodney Barnes als Autor nicht viel kreativen Spielraum und musste sich auf das Auswählen und Zusammenstellen der Szenen beschränken.
Da man bei Marvel nichts daran geändert hat, wie man Comic-Adaptionen umsetzt, hat sich auch nichts an den bekannten Problemen geändert, unter denen solche Adaptionen derzeit leiden.

Ähnlich eingeschränkt ist natürlich das Künstlerteam in der optischen Umsetzung, die ja mehr oder minder die Fernsehbilder kopieren muss. Hier haben Will Sliney und Rachelle Rosenberg vielleicht noch einen Hauch mehr Gestaltungsfreiheit, weil sie die Panels etwas anders zuschneiden und komponieren können. Aber auch dies hält sich in Grenzen. Immerhin sind die Zeichnungen und Kolorierungen noch solide Handarbeit und nicht die oft verunglückten, zu vorgeblichen Zeichnungen gemorphten TV-Bilder.

Am meisten Freiheit hatten somit die Cover-Künstler, die auch dieses Mal wieder eine bunte Palette an unterschiedlichen Motiven aufgegriffen haben. Jedes in seiner Art gelungen, nur wirkt der Sand bei Pete Woods Variant Cover eher wie Schnee.

Fazit

Wer sich das Book of Boba Fett noch mal als Comic zu Gemüte führen möchte, kann beherzt zugreifen, er bekommt eine solide Umsetzung nach dem üblichen Disney-Muster – nicht mehr, nicht weniger.

Die sieben Hefte dieser Reihe werden im Abstand von jeweils zwei Wochen erscheinen. Mit The Book of Boba Fett #2 geht es also am 23. September weiter. In der nächsten Woche, am 16. September, geht es dann mit The Fall of Kylo Ren #2 weiter.

Hinweis

Da diese 1:1-Comic-Adaption weder einen inhaltlichen Neuheitswert hat noch sich die grafische Umsetzung von Heft zu Heft so stark unterscheidet, dass man sie neu bewerten müsste, haben wir uns redaktionsintern entschieden, die weiteren Hefte dieser Reihe nicht mehr im Marvel-Mittwoch zu rezensieren. Wir werden euch aber wie üblich alle zwei Wochen die Vorschauseiten bereitstellen.

4 Kommentare

  1. Eure Entscheidung ist nachvollziehbar, ob sie mir gefällt, weiß ich nicht. Das Heft ist hervorragend umgesetzt, für mich mit die beste Comicumsetzung dieses Jahr – das heißt vielleicht nicht so viel, aber wir hatten die letzten Jahre genügend Gelegenheiten, Comics zu lesen, die um einiges schlechter gemacht wurden. Hier werde ich mir wohl nochmal die Folge anschauen und direkt mit dem Comic vergleichen. Und nebenbei bemerkt, für den besten Filmschnitt gibt es auch einen Oscar.

  2. Interessant ist ja, dass auf den ersten Covern, die Marvel veröffentlicht hat, Künstlersignaturen aus 2023 zu sehen sind, d.h. hier handelt es sich wohl – ähnlich wie bei The Rise of Skywalker – um eine früher begonnene Adaption, die dann aus welchen Gründen auch immer in der Schublade verschwand, nur um jetzt wieder herausgeholt zu werden.

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