Zwei kampflustige Wookiees, ein unzufriedener Prinz und eine unerwartete Enthüllung – das erwartet uns im vierten Heft von Doctor Aphra: Chaos Agent. Ob die Geschichte und der neue Zeichner unseren Rezensenten Flo überzeugen konnten, lest ihr jetzt in dieser neuen Ausgabe unseres Marvel-Mittwochs.
Achtung: Wie immer besprechen wir im Marvel-Mittwoch die Handlung der Comics, sodass sowohl der Beitrag als auch die Kommentare Spoiler enthalten können.


Neues Heft, neue Mission! Diesmal steht der Archäologin in ihrem nicht gerade freiwilligen Arbeitsverhältnis bei D.A.A.G.R. nach Luke und Han nun kein Geringerer als Chewie zur Seite. Die beiden befinden sich auf einem Wüstenplaneten und sichern die geplante Krönung eines äußerst jungen Prinzens, schließlich solle alles so laufen wie geplant und die Zeremonie sollte keinesfalls von einem ehemaligen Wookie-Gladiatoren gestürmt werden. Stichwort für Black Krrsantan, der zunächst jedoch Aphra und Chewbacca überrascht und sich mit viel Schweiß und Blut einen intensiven Kampf liefert. Nach diesen unzivilisierten Verhandlungen kommt Aphra jedoch eine Idee, wer den gut gepanzerten Wookie angeheuert haben könnte. Doch dies dürfte für die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Königshaus und der Neuen Republik nicht gerade förderlich sein. Und dann erfährt unsere chaotische Archäologin auch noch, wer dafür verantwortlich ist, dass ihre Tattoos nicht mehr funktionieren …
Cherish Chen wirft uns einmal mehr ziemlich unvermittelt in eine neue Mission und stellt Aphra mal wieder einen neuen Kompagnon zur Seite. Auch dieses „Paar“ hat eine gewisse Chemie, wobei hier hervorzuheben ist, dass Chen hier nur mit Lauten arbeiten kann. Den Lesefluss stört das jedoch nie und ich konnte den Dialogen zwischen ihr und Chewie gut folgen, was nicht zuletzt auch an einem stets gelungenen Lettering sowie einer geschickten Anordnung der Sprechblasen liegt. Beim Lettering entschied man sich nämlich dafür, Chewbaccas Laute zwischen den anderen Dialogblasen fett zu drucken, was besonders in textreichen Panels für einen äußerst angenehmen Lesefluss sorgt.
Die Story an sich ist jetzt nicht gerade neu und wurde grundlegend schon in diversen Medien aufgegriffen, wird hier aber mit der üblichen Prise Aphra-Humor ganz gut in die Star Wars-Galaxis transportiert. Fans der Aphra-Reihen dürften jedoch gegen Ende dieses Comics besonders hellhörig werden, denn Cherish Chen enthüllte, wer hinter der Sperrung von Aphras Tattoos steckt, nämlich ihre bislang für uns Leser:innen völlig unbekannte Schwester! Mit dieser Enthüllung dürfte die Rahmenhandlung von Chaos Agent dann vermutlich schon bald so richtig durchstarten, zumindest ist das meine Hoffnung. So langsam dürfte sie dann auch die großen Rebellen-Helden als Kompanen auch durchhaben.









Nun aber noch zum Visuellen: Nachdem Gabriel Guzman die ersten drei Hefte mit Zeichnungen versorgte, steht nun in diesem vierten Heft ein Zeichnerwechsel an und Kieran McKeown übernimmt die Feder. Schon auf den ersten Seiten merkte ich, dass sein Stil, vor allem bei den teils bewusst überzeichneten Gesichtszügen der Figuren, wirklich gut zu dieser Aphra-Reihe passt und auch ganz hervorragend mit den wieder sehr lebhaften und knalligen Kolorierungen von Michael Atiyeh harmoniert. Der Planet wird jedoch auch durch Zeichnungen und Farbe nicht weniger austauschbar.
Fazit
Wer mit den recht kurzweiligen vergangenen Heften seine Freude hatte, wird auch hier definitiv nicht enttäuscht werden, solange man als Leser:in keine allzu innovative Story erwartet. Der neue Zeichner Kieran McKeown fängt das Feeling der Reihe, insbesondere was die Mimik von Aphra & Co. angeht, zudem wirklich gut ein, und ein großer Cliffhanger auf der letzten Seite macht Hoffnung, dass es bald neben den „case of the week“-Geschichten mit der größeren Rahmenhandlung vorran gehen könnte.
Das nächste Heft dieser Reihe erscheint am 29. Oktober. Am nächsten Mittwoch steht dann erst einmal Star Wars #6 an.
Wir bedanken uns bei Marvel für die Bereitstellung der digitalen Vorab-Exemplare, ohne die unser Marvel-Mittwoch nicht möglich wäre.










