Rezension: Inquisitoren

Ihr habt versagt. Ich kümmere mich selbst darum.

Darth Vader

Am 30. Juni erschien Inquisitoren bei Panini. Ein vierteiliger Comic, der in sich abgeschlossen ist und uns zeigen sollte, wie die Titelgeber arbeiten, wie ihre Organisation aufgebaut ist, was ihre Motive sind, wer sie sind. Dachte ich zumindest.

Autor Rodney Barnes, der besonders für die Comicadaptionen vom Mandoverse bekannt ist, aber auch Lando: Doppelt oder nichts und einen Krieg der Kopfgeldjäger One-Shot geschrieben hat, hat sich hierfür mit Zeichner Ramon Rosanas zusammengetan, die Farben steuerte die Firma Guru-eFX bei. Die deutsche Übersetzung wurde von Justin Aardvark geschrieben.

Meine Erwartungshaltung ist nach dem Absatz oben glaube ich klar gewesen. Ich hatte auf Insights gehofft, Charakterspiele, nicht unbedingt in der Tiefe wie es Delilah S. Dawson mit Die Inquisitorin vorgemacht hat, aber zumindest in der Richtung. Doch weit gefehlt. Die meiste Zeit verbringen wir zusammen mit einem generischen Jedi-Überlebenden, der es über weite Teile der Handlung schafft, sowohl am Leben zu bleiben als auch Schüler zu gewinnen und so den Orden der Jedi neu auferstehen zu lassen. Dabei unterstützt wird er von den Brüdern hell und dunkel, deren Namen ich ebenfalls wieder vergessen habe, weil alle drei im Namen des Status Quo umgebracht werden, so viel ist dem erfahrenen Leser bereits zu Beginn des Bandes klar, als die drei zu Beginn auftauchen.

Auftritt der Inquisitoren. Neben dem Großinquisitor treffen wir nach und nach auf den fünften Bruder, sowie die siebte und die neunte Schwester. Und das war es dann auch an Inquisitoren. Alle vier bekleckern sich nicht wirklich mit Ruhm, halten sich für die Helden des Imperiums, schaffen es dabei aber gerade so, den Jedi aufzuspüren, nicht aber, ihn auch zur Strecke zu bringen. Der Großinquisitor muss permanent vor Darth Vader kriechen, um überhaupt am Leben zu bleiben, bevor der Dunkle Lord die Sache letztlich doch selber in die Hand nimmt.

Entsprechend enttäuscht war ich von der Handlung. Statt mehr über die Inquisitoren zu lernen haben wir hier eine generische Star Wars Rebels Folge aus der anderen Perspektive bekommen, bei der die Inquisitoren durch die Handlung und den Autor regelrecht in ihrer Unfähigkeit vorgeführt wurden. Zu keiner Zeit sind die Inquisitoren in irgendeiner Form ernstzunehmende Gegner.

Auch die Zeichnungen konnten es dieses Mal für mich nicht reißen. Menschen und Aliens zugleich wirkten auf mich flach und ohne viel Tiefe, vielleicht lag es auch an der Schattierung, denn sowohl die viel zu selten vorkommenden Klon-Truppen, als auch technisches Material und Hintergründe sind wesentlich besser geworden. Auch Darth Vader sieht wirklich gut aus (vermutlich, weil er seine Rüstung anlassen muss).

Schön finde ich, dass die Devastator mal wieder beim Namen genannt wird.

Ich vergebe leider erneut nur zwei Holocrons.

Der Rezensent vergibt 2 von 5 Holocrons!
Bewertung: 2 von 5 Holocrons

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

3 Kommentare

  1. Mir ging es leider ähnlich wie Maximilian. Hab mich auch riesig auf das Werk gefreut. Die dargestellte Unfähigkeit der Inquisitoren und Vader als der Retter in der Not ließen mich extrem enttäuscht zurück. Hätte mir ebenfalls viel tiefgreifendere Hintergründe gewünscht. Aber so bleibt wenigstens der Roman von Delilah S. Dawson, der ein spannendes Bild über die Thematik zeichnete.

  2. Interessant wie die Meinungen hier sind.
    Ich hatte echt Spaß, sowohl an der Geschichte als auch an den Zeichnungen.
    Das liegt vielleicht aber auch daran, dass ich überhaupt keine Erwartungen hatte und mich nicht gefragt habe was denn passieren könnte.
    So habe ich eher „Die Legende von Tensu Run“ gelesen und fand sie ziemlich gut.
    Einen Jedi nach der Order 66 haben wir zwar schon oft gesehen, aber ich fand es charmant gelöst.
    Auch wenn wir kaum neues über die Galaxis lernen so sehen wir interessante Gedankengänge und eine nette Portion Action.
    Eine Geschichte muss nicht immer groß sein, oder bedeutend.

    Ich würde ne Leseempfehlung abgeben.

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