Ausgelesen #88 – Die Lungerspiele

Ausgelesen
Ausgelesen
Ausgelesen #88 - Die Lungerspiele
Loading
/

Wir sind wieder da aus der Sommerpause! Und wir starten direkt mit einem Werk, bei dem wir ordentlich Gesprächsbedarf haben. In Die Kristallkrone von Tessa Gratton erleben Jecki und Yord aus The Acolyte ein Abenteuer, welches vor der Serie spielt (logischerweise, bedenkt man ihr Schicksal). Doch die Story nimmt nie wirklich Fahrt auf und wirkt fast wie eine Parodie ihrer offiziellen Inspiration. Denn als The Hunger Games im Star Wars-Universum wird das Ganze im Klappentext angepriesen. Stattdessen: Gähnende Langeweile und am Ende kaum nachvollziehbare Intrigen.

Genug Anlass, dass sich Ines und Tobias auf das Werk stürzen wie ein Lylek auf eine privilegierte Jugendgruppe auf einem entspannten Camping-Trip. Wir sprechen darüber, warum wir so enttäuscht waren. Wieso allein schon der Ablauf der Spiele unlogisch erscheint und warum wir uns nicht erklären können, wieso Tessa Gratton das Werk so in den Sand gesetzt hat. Es geht um die Frage, warum weder Handlung noch Charakterentwicklung stattfinden und die wenige, die wir bekommen, oft zu konsequenzlos bleibt. Und um die Überlegung, ob die besondere Eigenschaft einer Figur nicht das Gegenteil dessen bewirken könnte, was sie eigentlich intendiert.

Zeitmarken

  • 00:00:00 – Willkommen zu The Acolyte: Die Kristallkrone
  • 00:02:47 – Erwartungen an das Werk
  • 00:04:05 – Das Kapitol spielt Hunger Games
  • 00:08:00 – die größte Schwäche
  • 00:12:06 – The Acolyte – Enttäuschung auch in Romanform?
  • 00:14:00 – Spoiler ab hier: Glamping (Die Handlung)
  • 00:19:02 – Worldbuilding
  • 00:30:05 – Die „Wir-haben-nicht-so-wirklich-Hunger“-Spiele
  • 00:44:45 – 80 Prozent Langeweile
  • 00:48:28 – Rich-Kids on the Rise
  • 01:04:44 – Graf oder Greylark, das ist hier die Frage!
  • 01:13:38 – Verwirrung am Ende
  • 01:22:51 – Ein Stück High Republic
  • 01:25:48 – Fazit (und ein vergiftetes Lob an Glass Abyss)

Blick in die Datenbank

Die Rezension

Ines hat das Werk nach Release für euch rezensiert. Nach ihrer anfänglichen Faszination und hohen Erwartung aufgrund ihrer Liebe für The Hunger Games, kam die Ernüchterung dann umso härter. Sie reümiert daher: „Ich bin mit positiven Erwartungen an The Crystal Crown herangegangen, doch nach einigem interessanten Worldbuilding und Build-up kam dann nichts mehr. Ich bin wirklich ziemlich enttäuscht, wie man aus dem eigentlich immer packenden Battle-Royale-Prinzip so wenig Spannung herausholen kann. Ein absurdes Finale setzt dem Ganzen die Kristallkrone auf, sodass ich leider nur zwei von fünf Holocrons vergeben kann.“

Den JediCast abonnieren

Wir sind auf allen gängigen Podcast-Plattformen vertreten! Abonniert uns also gerne auf Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts (etc.), oder fügt bequem unsere Feeds in euren präferierten Podcast-Player ein. Alle Links dazu findet ihr oben unter dem Player verlinkt sowie auch jederzeit unter dem Audioplayer in der rechten Sidebar.

Wir freuen uns auch immer über Bewertungen auf den jeweiligen Podcast-Seiten. Falls ihr umfangreichere Anmerkungen habt, schreibt auch gerne eine Mail an podcast@jedi-bibliothek.de!

Eure Meinung

Wie blickt ihr auf das Hunger Games-Setting und die damit zusammenhängende Erwartung an den Roman? Wie erklärt ihr es euch, dass Gratton jegliche Spannung aus diesen Spielen herausgenommen hat? Oder war das genau das tolle für euch: Abenteuer erleben, ohne gleich in die Dystopie abzurutschen? Schreibt es uns gerne hier in die Kommentare!

Unsere Arbeit und den JediCast unterstützen

Seit einigen Monaten haben wir nun auch einen Buymeacoffee-Link. Darüber könnt ihr uns einmalig einen gewünschten Geldbetrag zukommen lassen. Damit setzen wir dann Gewinnspiele, Convention-Auftritte oder technische Ausstattung für unser Projekt um.

5 Kommentare

  1. Das war ja leider mal gar nichts (also das Buch natürlich). Ihr hab das schon sehr realistisch betrachtet und auch nicht schlechter gemacht als es tatsächlich war.
    Ich hatte zuvor große Hoffnungen, da einerseits Tessa Gratton bisher in THR tolle Bücher geschrieben hat und mich die Vorgeschichte von Yord und Jecki sehr interessierte. Aber der Roman war leider gar nichts. Fast überhaupt keine Bezüge zu The Acolyte und eine Story, die aus meiner Sicht zum Schlechtesten gehört, was im Kanon bisher erschien. Bin mir nicht mal so sicher, ob die Padmé-Trilogie wirklich schwächer war.

  2. Was war denn das? Da ich „The Acolyte“ ziemlich enttäuschend und die Figuren Jecki und Yord völlig uninteressant fand, habe ich mir von dem Roman nicht viel erwartet. Andererseits dachte ich, dass Tessa Gratton bisher sehr gute Bücher im Star-Wars-Universum geschrieben hat, was mir dann doch zumindest etwas Hoffnung gemacht hat, dass es vielleicht ganz in Ordnung werden könnte. Euer Podcast zum Jahresrückblick hat mich dann aber zum Glück gut darauf vorbereitet, dass ich wohl doch eher damit rechnen muss, dass der Roman nicht so gut ist 😂.

    Ich fange mal mit dem an, was ich ganz gut fand und zwar war das das World-Building. Zwar habe ich in anderen Büchern auch schon von Welten gelesen, die mich mehr fasziniert haben, aber die ganzen Ideen, die Tessa Gratton dort reingesteckt hat, waren aus meiner Sicht ganz gut und hätten durchaus Potential gehabt. Das Highlight war für mich als High-Republic-Fan die Erwähnung der „Blight“. Das waren zwar nur zwei oder drei Seiten, aber die fand ich richtig cool; zum einen die Darstellung, wie die Charaktere darauf reagieren und wie die Stelle sich in der Macht anfühlt und zum anderen, dass gezeigt wurde, dass die Natur sich das verwüstete Gebiet langsam wieder zurückholt.

    Der Rest des Buches war für mich leider in den allergrößten Teilen sehr schwach und ich frage mich, ob Tessa Gratton das Buch nicht anders schreiben durfte oder ob sie einfach keine Lust hatte und eher Job nach Vorschrift gemacht hat. Ich weiß nicht, ob es an der deutschen Übersetzung oder generell am Buch lag; ich fand auch, dass viele Sätze sehr hölzern formuliert waren, was ich von Tessa Gratton bisher auch anders kannte. Es ist einfach unverständlich.

    Die Wettkämpfe bzw. das Sommercamp für privilegierte Jugendliche fand ich völlig langweilig. Grundsätzlich finde ich es ja gar nicht schlimm, wenn ein Buch oder ein Film keine weitreichende Handlung haben. In den autobiografischen Büchern von Patti Smith, z.B. „Year of the Monkey“, geht sie auch nur spazieren und Kaffee trinken oder z.B. in „Die Bewährungsprobe“ aus der Hohen Republik passiert auf der Handlungsebene auch nicht viel, aber das, was passiert bzw. die Charakterentwicklung sind einfach sehr schön geschrieben, sodass die Bücher großen Spaß machen. In diesem Sommercamp laufen sie durch die Gegend oder gehen plantschen, aber eine Faszination für den Ort ist nicht auf mich übergesprungen.

    Zudem fand ich die Charaktere nicht besonders spannend und sie machen im Roman keine interessante Charakterentwicklung durch und wirkliche Konflikte sind entweder nicht vorhanden oder so konstruiert, dass sie unglaubwürdig sind. Die Motive von Lio – ich habe auch sofort gedacht, dass er den Pfeil geschossen hat – finde ich vollkommen unverständlich und sinnfrei. Es kam mir so vor, als müssten am Ende noch ganz schnell irgendein Konflikt oder irgendeine Actionhandlung ins Buch rein und dann wurde schnell was konstruiert. Und wie kam Rhos am Ende mit Lio aus dem Gefängnis raus? Sind auf Siline etwa nicht nur die heiligen Stätten unbewacht, sondern auch die Gefängnisse 🤔?

    Über die Frage, wie ich den Roman im Vergleich zur Padmé-Trilogie einschätze, habe ich mir auch Gedanken gemacht und ich finde es gar nicht so einfach zu beantworten. Wahrscheinlich hat mir die Padmé-Trilogie sogar etwas besser gefallen, weil sie sich wegen des Hauptcharakters relevanter angefühlt hat; ich vermute, dass wir von Jecki und Yord nie wieder etwas hören werden. Andererseits macht es die Sache, dass es in den Padmé-Romanen um eine relevante Figur ging, umso trauriger, dass die Trilogie so verhunzt wurde. Über sie wären definitiv bessere Bücher möglich gewesen, wenn ich nur mal an die sehr guten Clone-Wars-Folgen mit ihr denke. Von daher stört es mich von der Seite betrachtet weniger, dass ein Roman über Jecki und Yord danebengegangen ist, weil die beiden mich als Charaktere ohnehin nicht besonders interessieren.

    1. Die Sache mit der Blight habe ich tatsächlich überlesen. Da muss mich das Buch wohl komplett eingeschläfert haben, denn das hätte mich definitiv interessiert. Weiß noch jemand, wann das etwa im Buch thematisiert wurde? Das würde sich ja schon lohnen das nachzulesen 🙂

    2. @LostStars: Danke für dein ausführliches Statement. Ich glaube, da sind wir recht ähnlicher Meinung. In meiner Rezension habe ich ja auch geschrieben, dass ich am besten das Worldbuilding und die Blight-Szene fand. Guter Gedanke, dass das Buch wenigstens nur irrelevante Charaktere enthielt und dadurch nicht viel „kaputtmachen“ konnte. 😂

      @Triple13FCB: Die Blight taucht in Kapitel 17 auf: „…it looked as if everything – stone, crystal, wood, fiber, plant, everything across the landscape – had died. And then turned to stone.“
      Sitia sagt dazu: „A bit more than a hundred years ago, it simply happened. Appeared and started to spread. Then it stopped.“
      Daraus kann man dann eindeutig schließen, dass es die Blight ist, auch wenn es nicht explizit gesagt wird, da die jugendlichen Figuren nicht gut genug in Geschichte sind, um von der Blight zu wissen. Das finde ich übrigens ziemlich genial und realistisch: Vor 100 Jahren drohte die Blight noch die Galaxis zu zerstören, jetzt turnen die Jugendlichen fröhlich und ahnungslos über die Spuren der Blight drüber. So ist der Lauf der Dinge!

    3. Super, danke dir dafür. Ja, stimmt, passt ja mal wieder wunderbar in die heutige Zeit. Solche Bezüge bekommt Star Wars aktuell ja wirklich gut hin. Ich sage nur Andor…

Schreibe einen Kommentar