Und ich glaube einfach nicht, dass es mein Schicksal ist, durch die Hand eines mir völlig Unbekannten zu sterben.
Qui-Gon Jinn
Mitte Februar erschien mit Wächter der Republik der erste Band der Jedi-Ritter-Reihe von Autor Marc Guggenheim. Im englischen Original dieser Reihe erschienen 10 Hefte. In diesem Sonderband sind die ersten fünf Hefte auf Deutsch enthalten, wobei die Übersetzung von dem erfahrenen Matthias Wieland übernommen wurde. Die Zeichnungen stammen von Madibek Musabekov und Clayton Cowles ist für das Lettering verantwortlich. Inhaltlich folgt die Geschichte meist einem Jedi-Duo, wobei die einzelnen Geschichten der Duos kaum miteinander verknüpft sind.

Der Sonderband beginnt mit einem Konflikt zwischen zwei Planeten, Vekura und Syrinx Prime. Und da der Sonderband vor Episode I spielt, ist es zu dieser Zeit auch noch möglich, eine ziemlich große Truppe an Jedi loszuschicken, um diesen Konflikt möglichst friedlich zu beenden. Dieser Trupp beinhaltet viele der Jedi, deren Geschichten wir im Verlauf des Sonderbandes folgen können, und besteht sowohl aus bekannten Jedi wie Yoda, Qui-Gon Jinn und Mace Windu als auch aus bisher unbekannten wie Vetna Mooncrest, Berem Khana und Seera Longa. Die Jedi werden dabei mit kurzen Schlagworten „vorgestellt“ (z.B. Mace Windu als „lebende Legende“ oder Qui-Gon schlicht als „eigenwillig“), wobei dabei auch oft der Kontrast zwischen den einzelnen Jedi deutlich gemacht wird. So wird beispielsweise Ki-Adi-Mundi als „systematisch“ beschrieben, während Vetna Mooncrest im gleichen Panel als „leidenschaftlich“ bezeichnet wird. Bei so vielen Charakteren, die sich am Anfang tummeln, finde ich das ziemlich gut, um den Überblick zu behalten. An manchen Stellen hat man es sich bei den Kurzbeschreibungen der Jedi allerdings etwas zu einfach gemacht. So wird Obi-Wan nur als „Padawan“ tituliert.
Nach dem Konflikt am Anfang geht es mit den eingangs erwähnten Geschichten der Jedi-Duos weiter. Den Auftakt machen Yoda und Vetna Mooncrest mit einer actionreichen Mission voller Kampfszenen, die teils ganze Seiten einnehmen. Diese sind realistisch gezeichnet, ohne aber zu viele ablenkende Details einzubringen. Besonders gut gefällt mir der Kontrast zwischen den hellen Lichtschwertern und dem meist dunkel gehaltenen Hintergrund sowie den ebenfalls dunkel gehaltenen Gegnern. Insbesondere Yodas Lichtschwert wird hierdurch gekonnt in Szene gesetzt. Weniger gut ist dabei Yoda selbst in einer bestimmten Szene getroffen. Dort soll sein Gesicht Entsetzen ausdrücken, aber die zeichnerische Umsetzung hat mich, insbesondere wegen der Augen, stark an Gollum erinnert.
Als Nächstes liegt der Fokus auf Qui-Gon Jinn und Obi-Wan Kenobi, wobei auch Tensu Run aus Inquisitoren eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Das bekannte Meister-Padawan-Duo bekommt es einmal mehr mit sehr großen Tieren zu tun, diesmal allerdings an Land. Die gigantischen Tiere sind ganzseitig dargestellt, sodass ihre enorme Größe und die im Vergleich dazu winzigen Hauptcharaktere gut zur Geltung kommen. Die Geschichte betont die Beziehung zwischen Qui-Gon und Obi-Wan und begeistert auch durch ein Cameo eines weiteren bekannten Charakters.
Qui-Gon ist auch Teil der darauf folgenden Geschichte, wobei ihm diesmal Shaak Ti zur Seite steht. Die beiden sollen einen Diebstahl aufklären. Neben den Jedi sind natürlich auch mehrere, teils sehr bekannte Kopfgeldjäger hinter der Diebin her. Hier lässt es sich Autor Marc Guggenheim nicht nehmen, Charaktere aus seiner Comicserie Han Solo & Chewbacca auftauchen zu lassen. Die Charaktere sind sehr lebendig gezeichnet, sodass man ihnen ihre Emotionen gut ablesen kann. Zudem gefällt mir besonders die ganzseitige Darstellung von Qui-Gon und Shaak Ti zu Beginn eines Kampfes sehr gut, da es die beiden Protagonisten dieser Geschichte ziemlich episch aussehen lässt.
Zum krönenden Abschluss des Sonderbands bekommen dann auch Yaddle und Seera Longa ihre Geschichte. Was mir an dieser gut gefällt, sind die Andeutungen auf Yaddles weiteres Schicksal. So wird Yaddles Zusammentreffen mit Dooku in der Animationsserie Geschichten der Jedi teilweise im Comic gezeigt und mit einer früheren Begegnung der beiden verknüpft. Hierbei werden von Yaddle Aussagen getätigt, die sehr gut zu den späteren Ereignissen aus Geschichten der Jedi passen. Die auftauchenden Gegner sind sehr aggressiv und animalisch gezeichnet, was den Kampfszenen mehr Leben einhaucht. Ein weiteres Highlight bei den Zeichnungen ist für mich eine Szene, bei der sich zwei Lichtschwerter in Yaddles Augen spiegeln und das Licht ihr Gesicht erleuchtet, da es dieser Szene meiner Meinung nach mehr Bedeutung verleiht.















Insgesamt halte ich den Sonderband Jedi-Ritter, Band 1: Wächter der Republik trotz des etwas hektischen Einstiegs für äußerst kurzweilig und humorvoll. Allerdings hätten die einzelnen Geschichten ruhig etwas länger sein können, um den einzelnen Charakteren mehr Raum zu geben und die neuen Charaktere besser kennenlernen zu können. Leser*innen, die nach einem unterhaltsamen Comic mit Jedi-Action suchen, kann ich diesen Sonderband trotzdem nur empfehlen. Ich vergebe daher vier von fünf Holocrons.
Wir bedanken uns bei Panini für das Rezensions- sowie das Gewinnspielexemplar!











