Der dritte Band der Wächter der Macht wurde von Troy Denning verfasst und präsentiert uns alte Bekannte wieder. So taucht mit Alema Rar (bekannt aus der Dunklen Nest-Trilogie) eine neue Gegenspielerin der Jedi und Solos auf, sondern es geht auch zurück nach Hapes, hin zu Intrigen, in denen Han und Leia gefangen werden. Der Roman erschien am 28. November 2006 unter dem englischen Titel Legacy of the Force 3: Tempest und als deutschsprachige Ausgabe am 14. April 2009. Das Titelbild ziert Tenel Ka Djo, Königin von Hapes und Jedi-Ritterin a. D.

Der Zweite Galaktische Bürgerkrieg ist noch nicht vollends ausgebrochen, doch weiterhin scheint dieser nicht mehr fern zu sein. Beide Seiten müssen Allianzen schmieden, um, wenn die Eskalation hereinbricht, noch eine Chance zu haben. Nach dem Tod Tracken Sal-Solos scheint der neue Premierminister Dur Gejjen, wenn auch vernünftiger als sein Vorgänger, vom alten Kurs nicht abweichen zu wollen und sich weiter auf den Krieg vorzubereiten. Corellia rüstet eine geheime Flotte aus und entsendet Han und Leia nach Hapes, um ein Bündnis mit den Hapanern zu schließen. Durch die mächtige Flotte der Hapaner würde das Kräftegleichgewicht empfindlich zur Seite der Corellianer und ihrer Verbündeten ausschlagen. Auf Hapes braut sich währenddessen eine Intrige gegen die Chume’da Tenel Ka Djo, eine alte Freundin der Familie Solo (und die inoffizielle Freundin Jacens) und Jedi-Ritterin, zusammen, in die Han und Leia direkt hereingezogen werden und für einen Attentatsversuch auf Tenel und ihre Tochter verantwortlich gemacht werden.
Im fernen Coruscant taucht mit Alema Rar eine Feindin der Solos auf, die immer noch die Reste des Kollektivs des Dunklen Nestes in sich trägt und Rache an den Solos geschworen hat. Dafür will sie, dass Han und Leia genauso leiden wie sie, und dafür Jacen Solo töten. Sie verfolgt Jacen, als dieser dabei ist, das Weltenhirn von Coruscant – ein Überbleibsel der Yuuzhan Vong – zu töten, wird jedoch von Lumyia aufgehalten und für ihre Zwecke eingespannt.
Damit haben wir dieses Mal zwar auch eine sehr politische Geschichte, die jedoch auch Elemente eines Kriminalromans aufweist, da Han und Leia sich auf die Suche nach Intriganten am Hofe machen und versuchen, ihre Unschuld zu beweisen. Dabei tauchen auch hier eher unerwartete Kurzzeitverbündete auf, deren Namen ich aus Spoilergründen jedoch nicht nennen werde.
Staatsstreich Teil 2: Machtkonsolidierung im Geheimen
Unterdessen schreitet der Staatstreich weiter fort. Die Gesetze werden wegen der Ausnahmesituationen immer strenger. Insbesondere werden viele Gesetze auch nachts erlassen, was es für viele schwerer macht, mitzubekommen, was aktuell passiert. Wichtigste Änderungen sind zunächst, dass es kein Beschlussfähigkeitsminimum mehr gibt, was es noch einfacher macht, unliebsame Gesetze durchzudrücken, und auch niedrigere Schwellen für U-Haften, was den Massenrazzien der Garde natürlich zugutekommt. Man merkt, wie die Allianz Schritt für Schritt autoritärer wird, alles unter dem Deckmantel, eine Krise zu bewältigen, wie damals schon während der Separatistenbewegung unter Kanzler Palpatine.
Der Pfad der Sith
Jacen beginnt langsam Lumyia zu hinterfragen und deckt Teile ihrer Vergangenheit auf. So erfährt er, dass seine Gefangennahme durch die Vong und seine Gespräche mit Vergere, seiner einstigen Mentorin, eingefädelt waren und ihn auf diesen Pfad vorbereiten und setzen sollten. Währenddessen bahnt sich ein Konflikt zwischen Luke und Ben an, da Luke alles andere als glücklich ist, dass Ben bei der Garde ist und viel Zeit mit Jacen verbringt. Er will ihm Jacens Einfluss entreißen, doch Ben gibt sich rebellisch und hält sich für erwachsen genug, das selbst zu entscheiden. Auch wenn Ben langsam Angst vor Jacen bekommt, ist er ihm auf der anderen Seite immer noch wichtig und er schaut sehr zu ihm auf, ein Aspekt, der auch in den folgenden Bänden noch wichtig wird.
Detektivbüro Organa Solo & Solo
Auf Hapes scheint niemand so recht von den Bündnisplänen der Corellia zu wissen, im Gegenteil, Jacen hätte gerne die Flotte für sich und die Allianz. Als Leia und Han landen, werden sie nicht von Tenel Ka empfangen, sondern schnell Zeugen eines Anschlags. Auch wenn sie noch versucht haben, die Königin zu warnen, werden sie direkt verdächtigt und müssen untertauchen. Unterstützt werden sie dabei von einer sehr alten, mysteriösen Kopfgeldjägerin. Wir erleben hier, wie schon erwähnt, Palastintrigen, Irrungen und Wirrungen auf der Suche nach den Drahtziehern des Anschlags und den Versuch, sich wieder reinzuwaschen. Dazu gehören natürlich auch Undercover-Aktionen und klassisches Informationssammeln in Cantinas.
Jacen Solo ist außer sich, als er von dem Anschlag hört. Er erklärt sie öffentlich zu gesuchten Verbrechern und setzt alles daran, sie zu finden, und schreckt auch nicht vor Waffengewalt gegen sie zurück. Besonders die Szenen, wo Jacen wissentlich den Falken mit Turbolasern beschießen lässt, ließen mich erschüttert zurück. Nicht nur Han und Leia entfremden sich da mehr und mehr von ihrem Sohn, auch wir als Leser*innen. Es passt leider sehr gut in seine Philosophie, einige zu Opfern für das große Ganze oder mindestens Allana zu opfern. Auf der anderen Seite fragt sich Jacen ernsthaft, ob seine Eltern zu solchen Anschlägen fähig werden, was zeigt, dass auch er sich von ihnen entfremdet, weil er so etwas überhaupt in Erwägung zieht.
Tenel Ka glaubt selber nicht an die Mitschuld ihrer inoffiziellen Schwiegereltern, und versucht, Jacen wieder etwas auf den richtigen Weg zu leiten. Doch auch bei ihr werden sich erste Zweifel zeigen. Aber wenn Jacen bei ihr ist, zeigt er sich als der liebende Mann und hat zu Allana eine sehr liebevolle Beziehung, auch wenn sie nicht weiß, dass er ihr Vater ist. Auf der einen Seite hat Jacen das Schauspiel perfektioniert, um seine rechtschaffende Seite darzustellen, auf der anderen Seite ist er da er selbst, zumindest noch. Tenel Ka merkt natürlich ebenfalls die Veränderungen Jacens, redet es sich aber noch gut und verteidigt ihn, noch ist sie eine der Personen, die ihn am besten kennen.
Wenn ein Buch zu Ende geht und man unbedingt wissen will, wie es weitergeht, ist das immer ein gutes Zeichen. Wir hatten hier wieder spannende Politik und Intrigen, doch auch an Hans’ und Leias Flucht und Untersuchungen hatte ich sehr viel Spaß, besonders, die beiden gemeinsam in Aktion zu erleben. Ein eingespieltes Team, das jahrelang verheiratet ist, die gegenseitigen Stärken und Schwächen kennt, sich mal neckt, aber stets loyal zur Seite steht, war einfach nur schön zu lesen, auch wenn die Umstände umso bitterer sind.











