… Manchmal … Ist es einfach zu viel.
Leia
Vor sechs Monaten erschien die deutsche Version von Star Wars, Band 9: Der Pfad des Lichts von Charles Soule bei Panini. Enthalten sind die drei letzten Hefte des Runs Star Wars, der Hauptreihe von 2020 bis 2024, die im Original The Path of Darkness, The Path of Light und The Path of Hope heißen, wobei letzterer als Abschluss der Reihe deutliche Überlänge hat. Die Zeichnungen für #48 und #49 hat Jethro Morales angefertigt, Madibek Musabekov hat die #50 übernommen. Rachelle Rosenberg hat die Farben für alle drei angefertigt. Die deutsche Übersetzung stammt von Matthias Wieland.

Die Hefte #48 und #49 schließen die Handlung inhaltlich eigentlich schon von sich aus ab und bringen noch einmal einige ältere Aspekte der Handlung zurück. Zum einen Leias Selbstzweifel und die Überwältigung durch die Zerstörung von Alderaan, die Bürde, die der Titel „Prinzessin von Alderaan“ mit sich bringt. Eben dieses Motiv nutzt eine alte Gegenspielerin, von der wir dachten, sie sei bereits tot, um die Prinzessin in eine Falle zu locken: Commander Zahra, die vor vielen Heften in einer Höhle zurückgelassen wurde, um gefressen zu werden. Ich erinnere mich noch gut daran, dass jemand aus dem Team damals gesagt hat: „Wartet mal ab, wer nicht on-Screen stirbt, kommt zurück“. Ich weiß leider nicht mehr, wer es war, aber es wurmt mich, dass derjenige Recht behalten hat. Zahras Wiederkehr war in einem Wort: unnötig. Ich glaube, man hat einfach einen Gegenspieler gebraucht, aber ein neuer hat sich nicht mehr gelohnt, also wurde geschaut, wer noch so halbwegs realistisch möglich ist.
Die Falle selbst und die Motivation dahinter sind allerdings ziemlich gut ausgearbeitet worden, das hat mir gut gefallen. Zahras einziges Problem ist, dass sie beide Skywalkers gefangen hat, was eine schlechte Kombi ist. Entsprechend ruppig ist Luke auch. Dieser sollte zwar ursprünglich etwas entfernt „aufbewahrt“ werden, fliegt aber in einem Die letzten Jedi-Moment mit der Macht durch den Weltraum in den offenen Hangar. Im Comic funktioniert das übrigens wesentlich besser als im Film.
Die Zeichnungen haben mir sehr gut gefallen. Besonders hervorheben möchte ich Evaan, die super schön weich gezeichnet wurde und einfach hübsch anzusehen ist, im Gegensatz zu Zahra, die so verzerrt ist, wie ein Mensch nur sein kann. Auch Luke und Leia sind sehr ästhetisch gezeichnet. Die größte Stärke liegt allerdings bei den Hintergründen und dem technischen Gerät. Ich bin ein großer Fan von dieser Art von Zeichenstil.
Der Comic schließt mit der Aussage „Lasst uns Han holen.“
Die #50 tanzt ein bisschen aus der Reihe. Diese hat eine Rahmenhandlung, die zur Zeit von Ben Solos Ausbildung spielt und nur eine Geschichte ist, die Luke seinem Neffen erzählt. Dabei geht es darum, dass der einfache Weg nicht unbedingt der richtige ist. „Werde nie böse, um das Böse zu bekämpfen“. Diese erzählte Geschichte passt irgendwie so halb zur nun eigentlich beendeten Geschichte und spielt irgendwo innerhalb dieser Zeit, aber nicht wirklich klar nach der #49. Hauptsächlich dient die #50 dazu, noch einmal einen Bogen zu den Werken der Hohen Republik zu schlagen, und das schafft sie auch sehr gut. So sehen wir unter anderem Azlin Rell und einen Namenlosen. Die Geschichte liest sich gut, die Rahmenhandlung hätte ich allerdings nicht gebraucht. Von der Reihenfolge her, hätte ich persönlich die #50 ohne Rahmenhandlung als #48 gesetzt, und dann die aktuelle #48 und #49 als Abschluss.
Auch hier sind die Zeichnungen wieder sehr gelungen. Sie sind personenbezogener als in den ersten beiden Teilen des Bandes, dafür wurden eher Stilmittel eingesetzt, die verschiedene Situationen untermalen, wie der orangefarbene Hintergrund im Pilzmeer, oder gezackte lila Panels in Visionen, fast schon wie in Dunkle Droiden.
Alles in allem ein schöner, wenn auch nicht überwältigender Abschluss der Star Wars-Reihe.
Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensions- sowie Gewinnspielexemplares.










