Marvel-Mittwoch: Legacy of Vader #12

Heute erscheint die finale Ausgabe der bisher durchgehend überzeugenden Comicreihe Legacy of Vader. Kann Charles Soule die Story nach nur zwölf Heften gut beenden?

Achtung: Wie immer besprechen wir im Marvel-Mittwoch die Handlung der Comics, sodass sowohl der Beitrag als auch die Kommentare Spoiler enthalten können.

Der Inhalt

Nachdem Kylo Ren in der letzten Ausgabe Vanee umgebracht hat, betritt er das Verlies seines Großvaters, von dem er sich den Schlüssel zu mehr Macht erhofft. Darin ereilen ihn einige Machtvisionen. So wird er zu Beginn von Darth Vader persönlich empfangen, der ihm erklärt, dass in diesem Verlies einzig die eigenen Stimmen zu einem sprechen. Der Sith-Lord verdeutlicht daraufhin, dass niemand seine Macht freiwillig abgeben würde. Ihm wäre keine Macht versprochen worden; er müsse sie sich nehmen. Das lässt sich Kylo nicht zweimal sagen und fängt sofort an zu kämpfen. Zwischen Schwerthieben erläutert Vader seine größte Stärke: Die Wahrheit. Er habe die Dinge immer so gesehen, wie sie waren. Er nimmt seinen Helm ab, und Kylo sieht sich nun seinem Jedi-Ich, Ben Solo, gegenüber. Die beiden kämpfen ebenfalls, wobei Jedi Ben stets die Oberhand behält. Dabei zeigt er Kylo seine eigene Wahrheit. Er habe seine Vergangenheit und Herkunft nur auslöschen wollen, weil er selbst für sein eigenes Scheitern verantwortlich war. Kylo habe immer impulsiv gehandelt, nichts wirklich so hinbekommen, wie er es eigentlich wollte und nie eigene Entscheidungen getroffen. Er habe immer nur das getan, was in seinen Augen Vader getan hätte. Das wäre auch der Grund, warum sich Rey ihm nicht angeschlossen habe. Er soll seine eigenen Entscheidungen treffen und in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit, blicken. Zum Abschluss warnt Ben, dass Kylo vorsichtig sein soll, wenn er sich einen Feind wünscht. Mit einem darauffolgenden Fingerschnipsen stürzt Kylo Ren in die Tiefe und die Reihe endet.

Die Umsetzung

Das Finale von Legacy of Vader beendet die Reihe mit all ihren bisherigen Stärken. Im Fokus steht wieder die innere Zerrissenheit des Kylo Ren. Sinnbildlich dafür steht der Kampf zwischen seinem hellen und seinem dunklen Ich. Charles Soule schreibt die Dialoge stark und gibt uns einen anderen Blickwinkel auf das Erlebte der vergangenen Ausgaben. Soule hat den Charakter auf eine Reise zu sich selbst geführt, auch wenn Kylo Ren das selbst wohl niemals akzeptieren würde. Damit ergänzen diese zwölf Hefte die Sequel-Trilogie hervorragend und liefern mehr Verständnis für Bens finalen Wandel zur hellen Seite.

Die Zeichnungen von Luke Ross sind gewohnt fantastisch. Obwohl dieses Heft eher weniger Bildgewalt als sonst liefert, inszeniert es die Gespräche und Kämpfe sehr atmosphärisch. Einzig das Ende kommt etwas abrupt. Die finale Seite verspricht zwar, dass die Story noch nicht zu Ende ist, jedoch hätte ich mir hier noch ein paar Seiten mehr gewünscht. Hoffen wir, dass die Fortsetzung nicht allzu lange auf sich warten lässt und Soule wieder federführend schreibt.

Fazit

Ausgabe zwölf von Legacy of Vader konnte mich gewohnt überzeugen. Die Charakterisierung unserer Hauptfigur wurde gekonnt weitergeführt und macht Lust auf mehr. Einzig wegen des abrupten Endes ziehe ich ein Holocron in der Wertung ab.

Bewertung: 4 von 5 Holocrons
Bewertung: 4 von 5 Holocrons

In der nächsten Woche sind dann in Star Wars #9 wieder die klassischen Helden dran.

Wir bedanken uns bei Marvel für die Bereitstellung der digitalen Vorabexemplare, ohne die unser Marvel-Mittwoch nicht möglich wäre.

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