Jedi Knights #9 bringt uns mit großen Schritten des Rätsels Lösung um Qui-Gon Jinns Attentäter näher, indem wir Leser*innen einen Blick auf Qui-Gons Vergangenheit als Jedi-Ritter werfen. Dabei darf natürlich Meister Dooku nicht fehlen, der wie immer mit unkonventionellen Ratschlägen aufwartet.
Achtung: Wie immer besprechen wir im Marvel-Mittwoch die Handlung der Comics, sodass sowohl der Beitrag als auch die Kommentare Spoiler enthalten können.

Der Inhalt

Es geht weiter mit der Frage, was nun eigentlich in Qui-Gons Vergangenheit auf dem Planeten Sinsara passiert ist und woher er Corlis Rath zu kennen vermag. Zunächst einmal wacht Qui-Gon Jinn überhaupt mal wieder auf, jetzt geheilt dank des Antidots, das Aayla und Mace Windu ihm verschafft haben. Als Dank dafür erfahren die beiden auch ein bisschen mehr von Qui-Gon, nämlich, woher der Jedi-Meister den Planeten Sinsara kennt und was sich da eigentlich abgespielt hat:
Vor vielen Jahren wird Qui-Gon, noch im Rang eines Jedi-Ritters, mit Meister Dooku nach Sinsara geschickt, um als Schlichter zu fungieren. Die Einheimischen einer Stadt werden ständig von Banditen geplagt, den Behru, und haben daher die Republik, respektive den Jedi-Orden, um Hilfe gebeten. Wie zu erwarten war, versucht Qui-Gon es erstmal mit Diplomatie und Verhandlung, da Dooku ihm freie Hand lässt. Der Erfolg bleibt aber aus, weil die Behru weder den Wunsch haben, ihre Raubzüge sein zu lassen, noch sich von einem Geistestrick genötigt fühlen, auf die Jedi zu hören. Nach einem kurzen Rückzug darf dann Dooku seinerseits seine Einschätzung und vor allem seine Idee für einen erfolgreichen Abschluss der Mission erläutern. Wenig überraschend empfiehlt der Jedi-Meister, dass ein Kampf unabdingbar ist und sogar mit Zorn ausgefochten werden soll. Dookus Begründung ist hier genauso fadenscheinig wie die narrative Umsetzung, sei an dieser Stelle gesagt. Tatsächlich fordert Qui-Gon dann die Behru zu einem One-on-one-Match heraus, was ihr Ehrenkodex auch gestatten sollte, doch das Ergebnis erfahren wir in dieser Ausgabe noch nicht.
Zurück in der gegenwärtigen Handlung ist Qui-Gon unterdessen mit seinem ebenso sturen Padawan Obi-Wan Kenobi unterwegs nach Sinsara, um sich – vermutlich – Corlis Rath zu stellen, der sein Äußeres durch eine Art Reifeprüfung der Behru verändert hat. Das soll auch der Grund sein, warum Qui-Gon den Attentäter zuvor nicht erkannt hat. Doch die Auflösung bleibt, wie bereits angemerkt, für die nächste Ausgabe aufgespart.
Die Umsetzung
Im Großen und Ganzen hat mir Jedi Knights #9 gefallen. Wir kommen der ganzen Ursache des Attentats langsam näher, erhalten einen Auftritt von Jedi-Meister Dooku und sogar Obi-Wan darf mal wieder mitmischen. Dabei fand ich besonders gut getroffen, dass Kenobi als Padawan seinem Meister in Sachen Sturheit überhaupt nicht nachsteht. Wenn Qui-Gon meint, er ist genesen genug, um die Reise nach Sinsara anzutreten, auch wenn Dr. Nema das verneint hat, dann requiriert Obi-Wan eben ein größeres Shuttle und begleitet seinen Meister einfach. Die narrative Einbettung der Vergangenheit funktioniert auch gut, insbesondere da wir auch in der gegenwärtigen Handlung nicht stillstehen, sondern einfach Qui-Gons Publikum im Laufe des Comics durchwechselt.






Was mir tatsächlich nicht sonderlich gefallen hat, allerdings nur ein kleiner Mäkelpunkt, ist der offensichtlich schlechte Rat, den Dooku erteilt. Es ist eigentlich schon zu erwarten, dass von Dooku keine Empfehlung à la „Friede, Freude, Eierkuchen“ kommt, aber ein bisschen platt ist die zu erwartende Liebäugelei mit der dunklen Seite schon. Gerade jetzt, wo man durch zahlreiche andere Veröffentlichungen auch schon mehr zu Dookus Vergangenheit erfahren hat und er hier und da immer wieder als Jedi-Meister in Erscheinung treten darf, ist es ein bisschen schade, dass das immer auf „eine Prise dunkle Seite“ hinausläuft. Das macht die Untätigkeit von Yoda und Co. dann im Nachhinein immer ein bisschen unglaubwürdiger. Aber dennoch, der Geschichte macht das jetzt ansonsten keinen großen Schaden.
Die Zeichnungen von Madibek Musabekov sind wie immer solide, auch wenn es gerade bei Obi-Wan immer etwas an Konstanz mangelt. Etwas amüsiert war ich aber dennoch von dem allerersten Panel und habe etwa genauso wie Qui-Gon aus der Wäsche geguckt.
Fazit
Die neunte Ausgabe von Jedi Knights treibt die Handlung gut voran und teasert auch schon mal eine Wurzel des ganzen Problems an: Dookus Ratschlag. Obgleich Dookus inzwischen bekannter Hang, seinen Padawan etwas näher an die Dunkle Seite zu führen, auf mich langsam unglaubwürdig wirkt, hat die Geschichte dennoch viel Unterhaltung geboten und ich blicke gespannt der nächsten Ausgabe entgegen.
Am 17. Dezember findet mit Jedi Knights #10 dann die Jedi Knights-Reihe ihren vorläufigen Abschluss. In der nächsten Woche schreitet dann wieder Bob Fett in Boba Fett: Black, White & Red #3 zur Tat.
Wir bedanken uns bei Marvel für die Bereitstellung der digitalen Vorabexemplare, ohne die unser Marvel-Mittwoch nicht möglich wäre.











Mir hat das Heft auch wieder gefallen. Gibt es denn eigentlich schon eine Tendenz, ob es nach Heft 10 weitergeht oder ob danach Schluss ist oder ist das noch völlig offen?
Marvel wird so oder so nix dazu sagen (seltsam, ich weiß, aber bei Absetzungen von Reihen schweigen die sich traditionell aus), aber unsere Quellenlage dazu lautet, dass alle aktuellen Reihen nach den aktuell bekannten Sammelbänden enden – Aphra ist schon durch, JK nach 10, Legacy of Vader wohl nach 12, usw.