Am Ende verschont der Krieg niemanden.
Erzählertext
Bereits Ende Mai erschien der erste Band der Die Schlacht von Jakku-Reihe. Dieser heißt Aufkeimender Widerstand und enthält neben der titelgebenden Geschichte auch den angehängten One-Shot Der Aufstand, der eng mit der Hauptgeschichte verwoben ist.

Die Geschichte stammt aus der Feder von Alex Segura, der auch schon Poe Dameron: Freier Fall geschrieben hat und behandelt den gleichen Zeitraum wie die Nachspiel-Trilogie von Chuck Wendig. Die Zeichnungen stammen von Jethro Morales, Leonard Kirk, Luke Ross und Stefano Raffaele, die Farben von Alex Sinclair und Rachelle Rosenberg. Die deutsche Übersetzung fertigte Matthias Wieland für Panini an.
Wir befinden uns im Jahr 4 NSY, in der Woche nach der Schlacht um Endor. Imperator Palpatine und Darth Vader sind beide tot, doch einige Imperiale wollen dies nicht wahrhaben oder ignorieren es einfach und sehen die imperiale Regierung durch den Tod der beiden Sith nicht gestürzt. Einer davon ist Großmoff Ubrik Adelhard, der den Anoat-Sektor regiert. An seiner Seite sind Captain Bragh, Lieutenant Kith Alaytia und später die halbwegs machtsensitive Anzati Reyna Oskure. Letztere hat dabei immer wieder Zweifel an den Methoden der anderen drei, was sich im vierten Teil des Comics auf fatale Weise rächt.
Die Handlung ganz grob sieht so aus, dass Adelhard die Bevölkerung seines Sektors von der Nachricht des Todes vom Imperator abschirmen will und daher den ganzen Sektor abriegelt. Dabei entwischt ihm aber ein einzelner Jäger der Rebellen, der es bis zurück zum Waldmond von Endor schafft und dort die immer noch anhaltende Party crasht. Infolgedessen wird ein Erkundungs- und Eingreiftrupp unter der Leitung von Kes Dameron nach Anoat geschickt, der von den Gewürzhändlern von Kijimi (siehe Freier Fall) aufgehalten und letztlich gefangen genommen wird, bis Luke Skywalker den Tag rettet und dabei den Imperialen mächtig Salz in die Suppe streut.
Aufkeimender Widerstand hat mich gleich auf mehrere Arten enttäuscht. Obwohl die Reihe Die Schlacht von Jakku heißt und groß angekündigt wurde, dass viele wichtige Dinge im bestehenden Kanon aufgegriffen und verknüpft werden, setzen wir wesentlich früher an, fast ein ganzes Jahr vor der eigentlichen Schlacht, mit Charakteren, die wir entweder nur aus einem inzwischen nicht mehr verfügbaren Videospiel (Star Wars: Uprising) oder gar nicht kennen. Bei einer längeren Reihe, die darauf hinarbeitet, hätte ich es verstanden, Verlorene Welten mündet ja ebenfalls in der Schlacht von Jakku, hat aber nie behauptet, diese als Hauptthema zu haben, doch hier haben wir nur drei Mal vier Ausgaben sowie drei begleitende One-Shots, sodass ich mir deutlich weniger Vorlaufzeit gewünscht hätte.
Des Weiteren war die Story leider entweder so generisch, oder so unbedeutend, dass ich sie nach einem Monat nicht wiedergeben konnte. Der Sonderband liegt hier jetzt zugegeben seit Ende Mai auf meinem Schreibtisch und wartet auf seine Rezension (Schande über mein Haupt), aber dass ich ein zu rezensierendes Werk nach nur einem Monat komplett neu lesen muss, kommt fast nie vor. Ich glaube, als Buch hätte sich die Geschichte, die Segura erzählen möchte, wesentlich besser gemacht, da er unglaublich viele (neue) Charaktere auf der Galaxiskarte herumschiebt und agieren lässt, sodass man zu keinem eine Verbindung aufbaut und sich nur wundert, wie Luke Skywalker am Ende Ex-Machina-gleich die Gefangenen rettet und die Imperialen demütigt. Ich hatte hier zuerst besiegt geschrieben, doch Luke selber sagt, die Schlacht ist gewonnen, doch nicht der Krieg.
Sehr positiv möchte ich die Zeichnungen hervorheben. Nicht nur die bekannten Comic- und Filmcharaktere erkennt man sofort, auch Figuren aus Freier Fall sind sofort als die entsprechenden Charaktere zu erkennen. Besonders Adelhard ist sehr markant gezeichnet, Bragh in seiner Rüstung unverkennbar, Alaytia wirkt jung und verängstigt, aber trotzdem tough und Oskure sieht man ihren Wahnsinn bereits an. Die Hintergründe sind allerdings abhängig vom Zeichner. Besonders hervorheben möchte ich Der Aufstand, dessen Zeichnungen und Farben überragend sind!
Alles in allem kann ich aber leider nur zwei von fünf Holocrons vergeben, da die Story, wie ich finde, viel zu schwach war. Ich hoffe aber, dass die Bände zwei und drei den Karren gut wieder aus dem Dreck ziehen können.
Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensions- sowie Gewinnspielexemplars.











