Die Star Wars-Hauptreihe ist die derzeit letzte noch verbliebene Marvel-Comicreihe. Aber während wir Comicleser:innen dadurch zwangsweise einen Gang runterschalten können bzw. müssen, müssen unsere klassischen Helden gerade hochtourig manövrieren, um in Star Wars #9: Wicked Game die Dinge in die richtige Richtung zu lenken.
Achtung: Wie immer besprechen wir im Marvel-Mittwoch die Handlung der Comics, sodass sowohl der Beitrag als auch die Kommentare Spoiler enthalten können.

Der Inhalt

Anders als in der Hunt for the Falcon-Comicreihe, leidet Han Solo gerade nicht unter Langeweile und einem zu beschaulichen Leben. Er, Valance und Bastion müssen um ihr Leben kämpfen. Ein Kampf, den leider nicht alle überleben werden, und schnelle Hilfe ist auch noch nicht unterwegs. Han konnte zwar noch nebenbei mit Leia holographieren und um Hilfe bitten, aber Mon redet Leia ihre Teilnahme an einer sofortigen Hilfsmission aus, woraufhin Leia sich dem anderen Schlachtfeld ihres Lebens widmet, dem vollen Höschen von Ben, das C-3PO schon in Beunruhigung versetzt.
Wie immer schaffen es unsere Helden dann aber doch noch irgendwie und im letzten Augenblick, zu Oscure vorzustoßen, gerade als diese mit ihren beiden Gefangenen verschwinden wollte. Es folgt, was seit Heft eins unvermeidlich war: Es kommt zu einem Duell zwischen Luke und Oscure. Da die beiden aber mehr mit Worten als mit Waffen kämpfen, überrascht es nicht, dass Luke sie schließlich mit der Wahrheit und einem kleinen Machtartefakt in die Knie zwingt. Dabei offenbart sie jedoch auch, dass sie noch ein letztes Ass im Ärmel hat, nämlich die mittlerweile führerlose Flotte des Fenril-Konsortiums, die von einer bunten Mischung aus Kampfschiffen der Neuen Republik aufgebracht und zur Kapitulation aufgefordert wurde. Aber Oscure hat diesen Fall vorhergesehen und für ein feuriges Finale gesorgt.
Die Umsetzung
Inhaltlich kommt es, wie es kommen muss: Die Hauptakteure prallen alle wieder aufeinander. Dies setzt Autor Alex Segura recht konsequent um, auch wenn die Story an der einen oder anderen Stelle etwas springt. So bleibt zumindest für den Augenblick offen, wo, wann und wie Luke und Tuula wieder zu Han und Valance gestoßen sind. Vielleicht erfahren wir dazu noch was im nächsten Heft. Etwas unbefriedigend fand ich, wie leicht Leia sich von Mon davon abbringen ließ, ihrem Mann und Luke zur Hilfe zu eilen, und stattdessen erstmal Ben die Windel zu wechseln. Dass C-3PO mit dieser Aufgabe völlig überfordert war, zählte für mich zu den humorigen Lichtblicken der Geschichte. Aber man sollte Leia nicht unterschätzen, es kann gut sein, dass sie nur zum Schein auf Mons Argumente eingeht und dann doch etwas ganz anders tut.






In der grafischen Umsetzung merkt man den erneuten Wechsel im Künstlerteam, von Pete Woods zu Ramon Rosanas (Zeichnungen) und Chris Sotomayor (Farben), zwar recht deutlich, aber das Ergebnis ist nichts, was sich nicht nach ein paar Panels wieder einschleift. Rosanas lässt Valance zwar fast wie Han aussehen, aber angesichts der wenigen Auftritte von Valance ist das nicht wirklich von Bedeutung. Die Kolorierung ist etwas klarer und nüchterner als zuvor. Da diesmal alle Figuren ausgesprochen mitteilungsfreudig sind, musste Clayton Cowles vermutlich Überstunden machen.
Fazit
Ein soweit solides Heft, welches die Geschichte mit ein paar Sprüngen und Schnörkeln recht sauber auf die Zielgerade befördert. Der Wechsel des Zeichners ist zwar sofort erkennbar, aber nach wenigen Panels ist man darüber hinweg. Nun dürfen wir auf das Finale gespannt sein.
Schon am 18. Februar erscheint dann mit Star Wars #10 das Finale dieser Reihe. Marvel legt jetzt bis zum 11. Februar eine Veröffentlichungspause ein, dann geht es mit dem Oneshot Jar Jar #1 weiter.
Wir bedanken uns bei Marvel für die Bereitstellung der digitalen Vorabexemplare, ohne die unser Marvel-Mittwoch nicht möglich wäre.










