Marvel-Mittwoch: Star Wars #8

Was wäre ein Weihnachten ohne Star Wars? Eben, das dachte man sich auch bei Marvel und hat uns pünktlich zum Heiligen Abend noch mit Star Wars #8 einen kleinen Besuch unserer klassischen Helden beschert. Von einem Weihnachtsfrieden scheint man aber auf Nagi noch nichts gehört zu haben, denn dort tobt immer noch der Aufstand gegen das Fenril Consortium und mittendrin versuchen Luke, Han, Valance Beilert und Rynn, den Guten doch noch zum Durchbruch zu verhelfen.

Achtung: Wie immer besprechen wir im Marvel-Mittwoch die Handlung der Comics, sodass sowohl der Beitrag als auch die Kommentare Spoiler enthalten können.

Der Inhalt

Während Han gerade mal wieder alle Hände voll damit zu tun hat, den Millennium Falken aus dem Gröbsten im Kampf um Nagi rauszuhalten, hat Mon Motchma entdeckt, dass die Fenril-Flotte zwar von der Neuen Republik abgelassen hat, aber dafür nun auf dem Weg nach Nagi ist, um den dortigen Aufstand niederzuschlagen. Sofort informiert sie Leia hierüber.

Der Falke hat währenddessen ordentlich einstecken müssen und kann von Han nur noch auf Nagi notgelandet werden. Glück im Unglück: An der Absturzstelle werden sie sofort von Aufständischen aufgenommen. Während Luke mit der verletzten Rynn, Matvir und Jesrit zu einem Lager geflogen wird, machen sich die übrigen auf, um Venk und Oscure zu finden und gefangen zu nehmen, um so die Zantarrk-Piraten und damit auch das Fenril Consortium auszuschalten. Aber Lukes Gruppe trifft unvermittelt auch Venks Piraten, die ganz andere Pläne haben und nun Jesrit und Rynn gefangen nehmen. Luke und die anderen lassen sie – unvorsichtigerweise – zum Sterben alleine zurück in der Wüste.

Han, Bastion und Valance haben sich derweil nach Siva, dem Stützpunkt der Zantarrk-Piraten, begeben. Bastion hatte listigerweise einen Peilsender an Venk befestigt, sodass sie sie schnell im ehemaligen königlichen Palast aufspüren können. Aber nicht nur Venk hält sich dort auf, sondern auch Oskure, die von Venk gerade über die Gefangennahme von Jesrit und Rynn informiert wird. Rynn, eben noch ohnmächtig, ist jetzt schon wieder auf den Beinen und fit genug, um sich mit Oskure über die Geschehnisse während einiger Momente während der Schlacht um Jakku zu zoffen. Aber Oskure kann ihren Sieg nicht richtig auskosten, denn schon stehen Han, Valance und Bastion vor der Tür. Sie schickt zwar Venk los, um dies zu regeln, aber wann hat das schon mal funktioniert?

Und auch andernorts läuft es gerade nicht nach Plan, denn Luke denkt nicht im Traum daran, einfach in der Wüste zu sterben, und macht sich auf den Weg, seine Freunde zu retten. Ganz ohne Hilfe geht es aber doch nicht. Tuula, ein Familienmitglied von Garlev, findet ihn in der Wüste und gemeinsam führen sie den Kampf fort.

Han, Valance und Bastion haben alle Hände voll zu tun, sich gegen die Zantarrk-Piraten zu verteidigen, die sie umzingelt haben. Mit Rückendeckung von Bastion können sich Han und Valance aber absetzen und laufen dabei Venk direkt in die Arme. Venk, von einem überraschenden Schuss Hans verletzt am Boden, wechselt mit diesem noch ein paar nicht so freundliche Worte und foppt ihn dafür, dass er zu moralisch geworden sei, um zu tun, was getan werden muss. Valance ist da ganz ihrer Meinung und erledigt sie daher lieber selber, weil auch er glaubt, dass Han mittlerweile ein moralisches Gewissen entwickelt hat, und er nicht will, dass Han gegen dieses handeln muss, indem er Vank tötet. Han fühlt sich aber mit diesem Freundschaftsdienst sichtlich unwohl, wie wir im letzten Panel dieses Heftes sehen können.

Die Umsetzung

Autor Alex Segura hat mit diesem Heft die Stimmung deutlich verändert und auch viel mehr Härte reingebracht. Was angesichts der ansonsten oft weichgespülten Geschichten ungewohnt ist, sich aber durchaus positiv anfühlt. Es geht hier um einen durchaus blutigen Befreiungskampf und nicht um rein geschicktes Lavieren auf strategischer Ebene. Die Crashlandung war ein deutliches erstes Anzeichen und die Tötung Venks durch Valance dann die klare Positionierung. Auch wenn diese Episode ein Spotlight darauf richten sollte, dass Han im Laufe der Zeit von einem rücksichtslosen Schmuggler zu einer Person geworden ist, die ihr Handeln immer mehr an moralischen Grundsätzen orientiert. Nun kann man zu Recht hinterfragen, ob dies so wirklich stimmt, wenn Han eben noch wahllos Piraten über den Haufen geschossen hat, aber bei Venk, die für ihn ja keine besondere Bedeutung hat, plötzlich Skrupel entwickelt. Mal sehen, wie Segura dies in den nächsten beiden Heften auflöst. Es ist jedenfalls eine interessante Idee und Entwicklung, die man auch für Han mal beleuchten und diskutieren sollte.

Auch sonst ist das Leben auf Nagi gerade kein Ponyhof, und alle Seiten handeln dementsprechend. Das Geschehen zwischen Oskure und Rynn wird mit Sicherheit auch noch mal zu betrachten sein. Segura würzt die bislang doch eher als Einheitsbrei anzusehende Geschichte jetzt mit ein paar interessanten Zutaten, die interessante Denkanstöße geben können, selbst wenn er sie ggf. in den letzten beiden Heften nicht mehr komplett ausreizen sollte. Dies macht das Heft für mich wieder deutlich interessanter.

Bleibt zum Inhalt des Heftes sonst nur anzumerken, dass er – wie wir es sonst eher von den Covern kennen – recht wenig mit der Kurzangabe des Verlages zu tun hatte. Vielleicht kommen die dort angeteaserten Ereignisse ja noch in einem der folgenden Hefte, hier war aber noch nichts davon zu sehen/lesen.

Ein Wechsel des Zeichners fällt ja immer sofort recht deutlich ins Auge. Pete Woods, der ja meist nur als kurzzeitige Vertretung für die eigentlichen Stammzeichner zum Einsatz kommt, liefert aber wieder saubere Arbeit ab. Natürlich sehen die Figuren bei ihm etwas anders aus und er hatte bestimmt auch nicht so viel Zeit, sich in die Figuren zu vertiefen, aber die Panels sind sauber umgesetzt und sehr detailliert. Ebenfalls positiv ist mir aufgefallen, dass er die Hintergründe geschickt variiert: Mal sind sie detailliert ausgearbeitet, mal komplexere Farbverläufe und dann in wichtigen Panels auch mal nur weiß, je nachdem, wie er den Fokus haben will. In dem Panel, in dem Valance Vank tötet, hat er dies auch noch zu steigern gewusst, indem er die Figuren nur als schwarzen Schattenschnitt darstellt und so maximal konzentriert und damit für den roten Laserstrahl die größtmögliche Wirkung erzielt. Ein wirklich bemerkenswertes Panel, gerade auch im Kontrast zu der sonstigen Disney-Policy, die Gewalt eher hinter einem Wust flashiger Laserschüsse versteckt, wie wir es ja aus der Köpfgeldjäger-Reihe zu Genüge kennen.

Ich bin mit der grafischen Umsetzung der Geschichte sehr einverstanden. Wie schon die Inhaltsangabe des Verlages scheint das Cover mal wieder gar nichts mit der Geschichte zu tun zu haben. Das Bastion-Variant-Cover von Nogi San finde ich aber sehr gelungen und das „Luke Skywalker & Leia Organa“-Variant von Bengal sehr interessant.

Fazit

Dieses Heft war wieder etwas besser. Die Geschichte ist etwas härter erzählt und damit glaubwürdiger. Es bleiben aber genug Fragen für das kommende Finale offen, sodass es durchaus spannend bleibt.


Star Wars #9 erwartet uns dann im neuen Jahr, am 21. Januar. Am nächsten Mittwoch lässt man es dann, passend zu Silvester, in Boba Fett: Black, White & Red #4 wieder ordentlich knallen.

Wir bedanken uns bei Marvel für die Bereitstellung der digitalen Vorabexemplare, ohne die unser Marvel-Mittwoch nicht möglich wäre.

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