In Jedi Knights #8 – Through Youngling Eyes erwartet uns eine in sich geschlossene Geschichte um die junge Soona. Während Qui-Gon Jinn und Co. diese Ausgabe quasi eine Bye-Week haben, erleben wir Leser*innen, wie Soona zum Jedi-Tempel nach Coruscant gelangt, um dort zur Jedi ausgebildet zu werden.
Achtung: Wie immer besprechen wir im Marvel-Mittwoch die Handlung der Comics, sodass sowohl der Beitrag als auch die Kommentare Spoiler enthalten können.

Der Inhalt

Diese Woche pausiert die Rahmenhandlung wieder, um stattdessen ein narratives Experiment zu wagen. Wir erleben die gesamte Handlung aus der Sicht eines Kindes, der jungen Soona. Die zwei Jedi-Ritter Seera Longa und Berem Khana bieten Soona auf dem Planeten Kiranno an, sie zum Jedi-Tempel mitzunehmen, um sie dort zur Jedi auszubilden. Im Gegensatz zu den sonst üblichen Erzählungen, in denen der Blick auf den Jedi selbst liegt, erleben wir Leser*innen hier aus der Sicht des Kindes die Überlegungen mit den Eltern mit, ob das Mädchen tatsächlich nach Coruscant gehen soll oder nicht. Nach ein bisschen Für und Wider entschließt sich Soona, mit den Jedi mitzugehen, doch natürlich kann die Reise nicht so einfach sein. Ein Notruf lässt die beiden Jedi-Ritter in eine Falle von Piraten tappen und dabei auch traurigerweise umkommen. Der später eintreffende Kelleran Beq kann Soona befreien, die ihrerseits für eine Ablenkung sorgt, während Kelleran sich der restlichen Piraten entledigt. Schlussendlich wird die junge Soona nicht nur ihre Ausbildung antreten, sondern erhält auch schon mal einen Vorgeschmack auf ihr künftiges Lichtschwert. Denn aus den zwei Lichtschwertern die Seera und Berem geführt hatten, wurde kurzum ein Schwert für Soona gefertigt, als Homage an den Mut der beiden Jedi-Ritter. Zwar darf sie das Schwert noch nicht führen, aber Yoda und Kelleran geben ihr schon mal einen Ausblick darauf.
Die Umsetzung
Das Experiment, die Handlung des Comics vollständig aus der Sicht der kleinen Soona zu erzählen, ist eine spannende Sache. Über weite Strecken der Handlung bietet das auch mal einen erfrischenden anderen Blickwinkel, beispielsweise Soonas Gespräch mit ihren Eltern. Im Großen und Ganzen gefällt mir das auch als kleine, für sich stehende Geschichte. Aber natürlich habe ich auch ein paar Kritikpunkte anzumerken. Ich werde tatsächlich immer noch nicht so ganz schlau aus der Struktur dieser Comicreihe. Hat man die Rahmenhandlung angefangen, um ein paar etablierte Jedi unterzubringen, weil bei unbekannten Charakteren die Angst bestand, dass Leser*innen nicht genug Interesse hätten? War die Handlung um Qui-Gon und den Attentäter ursprünglich für einen eigene kurze Reihe gedacht? Ich finde tatsächlich das Konzept neue Charaktere quasi als „Jedi der Woche“ oder in dem Fall „Jedi der Ausgabe“ kennenzulernen sehr viel spannender als immer Rätsel zu raten, wann wir nun mehr zur Rahmenhandlung erfahren. Gerade deshalb war ich in der letzten Ausgabe auch so positiv überrascht, dass es wirklich substanziell da mal weiter ging. Dennoch gefällt mir der Großteil dieser Geschichte ebenfalls.









Was ich am Ende allerdings etwas zu pathetisch und schlichtweg bizarr fand, war diese Idee des vorkonstruierten Lichtschwerts für Soona. Zum Einen war es doch zumindest in dieser Ära des Jedi-Ordens ein maßgeblicher Teil der Padawanausbildung, sich sein eigenes Lichtschwert zu bauen. Zum Anderen mag die Idee einer Homage an die beiden Jedi, die Soona quasi zum Tempel gebracht haben, zwar nett klingen, aber dafür entspricht sie auch überhaupt nicht dem sonst so gepredigten Ansatz des Loslassens der Jedi. Den emotionalen Ballast mit sich rumzuschleppen, den dieses Lichtschwert symbolisiert, halte ich zumindest für eine äußerst fragwürdige Idee, die mir zu stark nach abgedroschenem Happy End klingt.
Wie immer kann ich mich nicht über Madibek Musabekovs Zeichnungen beschweren. Die Charaktere wirken stimmig und die Darstellung von Soona und ihren Eltern bietet genügend Abwechslung ohne klischeehaft menschenähnlich zu wirken. Die Panels sind, gerade da die Geschichte aus Soonas Sicht auch visualisiert wird, dementsprechend auch dem Blickwinkel eines Kindes angepasst und in der Hinsicht auch sehr gut gelungen. Auch Luis Guerrero leistet wie immer eine feine Arbeit mit der Kolorierung.
Fazit
Jedi Knights #8 wartet mit einer interessanten Erzählstruktur auf, die über große Strecken überzeugt. Allerdings endet sie mir zu flach und mit der falschen Konsequenz für die Hauptfigur Soona. Nächstes Mal soll es wieder zurück zur Rahmenhandlung gehen, also springen wir wieder ein bisschen.
Mit Jedi Knights #9 geht es dann am 19.November weiter. In der nächsten Woche stehen dann zwei Hefte an, zum einen Boba Fett: Black, White & Red #2 und zum anderen Doctor Aphra: Chaos Agent #5.
Wir bedanken uns bei Marvel für die Bereitstellung der digitalen Vorab-Exemplare, ohne die unser Marvel-Mittwoch nicht möglich wäre.











Das ist wirklich eine komische Reihe. Irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes aber macht trotzdem Spaß. 😀
Sehe ich ähnlich. Sie springt viel rum, aber ich lese sie immer gerne.